Elfen wie Stahl (Autor: Chris Evans; Die stählernen Elfen, Bd. 1)
 
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Elfen wie Stahl von Chris Evans

Reihe:Die stählernen Elfen, Bd. 1

 

Rezension von Christel Scheja

 

In den letzten Jahren haben ganz offensichtlich die Militärhistoriker die High Fantasy-Geschichten für sich entdeckt. Denn immer wieder garnieren sie archaische Schauplätze mit eher modernen Schusswaffen und einer Struktur, wie man die nur aus den moderneren Armeen der Neuzeit kennt. Heraus kommt ein Mix, der am ehesten an das erinnert, was in vielen Computerspielen zu finden ist. Auch Chris Evans geht diesen Weg mit seinem Debütroman „Elfen wie Stahl“.

 

Weil er vor Jahren einen Vizekönig – wenn auch nicht ohne Grund – umbrachte ist Konowa Flinkdrache in Ungnade gefallen und hat sich in die Wälder zurück gezogen. Das Eliteregiment, dass er einst anführte, die „Stählernen Elfen“ wurde aufgelöst.

Doch nun zeigt sich schon eine ganze Weile ein leuchtender roter Stern am Himmel und kündigt die Rückkehr der Magie und mit dieser auch die des Bösen an.

Denn auch die uralte Elfenhexe Schattenherrscherin gewinnt ihre Macht zurück und beginnt ihre Kräfte zu sammeln, um bittere Rache für erlittene Schmach zu nehmen und das Reich zu vernichten.

So wird Konowa an den Hof zurück gerufen. Das Regiment der „Stählernen Elfen“ soll wieder aufgebaut und ausgebildet werden und dazu braucht man ihn, auch wenn das Kommando der verwöhnte Sohn des Kaisers übernimmt.

Der ehemalige Kriegsheld fügt sich in sein Schicksal und versucht das Beste aus der seltsamen Truppe zu machen, zu der vor allem unerfahrene Rekruten, ein paar Menschen und auch ein Zwerg gehören.

Denn er sieht es als seine Pflicht an, das Reich zu verteidigen und alle Bewohner zu schützen. Und er hat noch einen Trumpf in Petto. Denn sein Vater hat ihm eine magische Eichel aus dem Wald der Hexe besorgt, und mit deren Magie schmiedet er nun einen Bund, mit der er die Macht des Eliteregiments aufs neue herauf beschwört.

Doch nach einem langen Marsch durch unwegsames Gebiet muss er erkennen, dass er bitter betrogen wurde, und mit ihm die lebenden und toten Mitglieder der „Stählernen Elfen“.

 

Man fühlt sich ein wenig in die Zeit versetzt, in der die ersten Armeen geschaffen wurden und zu Felde zogen. Vieles erinnert an die Regimenter des 18. oder frühen 19. Jahrhunderts. Befehlsketten sind nun wichtiger als spontaner Einsatz, die Figuren tragen entsprechende Uniformen, Waffen und Tornister - und der Autor lässt sich sehr ausführlich über die Waffen und den Umgang mit ihnen aus.

Wirklich neu ist das nicht und in jedem militärisch angehauchten Historienroman zu finden. Dazu kommen Figuren, wie sie einem Rollenspiel entstammen können – da ist der abgebrühte und düstere Held, der eher zynisch auf seine Umwelt reagiert, ein launiger Zwerg und sein tollpatischer und unerfahrener menschlicher Freund und nicht zuletzt ein nerviger Kriegsberichtserstatter.

Zusammen mit ihren Kameraden erleben sie einen Marsch durch unwegsames Gelände, müssen einiges durchmachen, was nicht alle wirklich lange durchhalten, da auch die dunkle Magie ein Übriges tut, sie in den Wahnsinn zu treiben.

Einzelne Episoden sind wirklich spannend geschrieben und schlagen in den Bann, nicht aber der Roman, da es keinen wirklichen Zusammenhalt gibt. Man hat nicht das Gefühl, dass der Autor den roten Faden wirklich in der Hand hält, auch wenn er seine Handlung sehr einfach hält. Die Figuren bleiben sehr flach und erinnern eher an Archetypen, die markigen Sprüche und schwarzhumorigen Bemerkungen sind nicht in jeder Situation angebracht. Dazu kommt ein eher nebulöser Bösewicht, der nicht wirklich überzeugt.

 

Alles in allem ist „Elfen wie Stahl“ sicherlich in erster Linie für die Fans interessant, die gerne Militärgeschichten lesen und mit moderneren Armeen und Waffen etwas anfangen können oder sich nicht an den all zu offensichtlichen Parallelen zur irdischen Geschichte stören.

Aber auch diese werden leider im ersten Band nicht wirklich überzeugt, da es der Geschichte an Spannung und Atmosphäre fehlt, die Handlung noch nicht ganz zusammen passen will und selbst die Figuren nicht wirklich überzeugen können.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202406151535470c07b1e2
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Roman:

Elfen wie Stahl

Reihe: Die stählernen Elfen, Bd. 1

Autor: Chris Evans

Klappbroschur, Paperback,590 Seiten

Blanvalet, erschienen Mai 2010

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Wolfgang Thon

Titelbild von Hildendesign, Karte von Jürgen Speh

ISBN-10: 3442267595

ISBN-13: 978-3442267590

erhältlich über: Amazon


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Erstellt: 30.07.2010, zuletzt aktualisiert: 15.04.2024 08:05, 10806