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Elfenseele – Zwischen den Nebeln von Michelle Harrison

Rezension von Christel Scheja

 

Nach „Elfenseele – Hinter dem Augenblick“ kehrt Michelle Harrison nun in das Elfenreich zurück, da der Debütroman der 1979 geborenen Britin zum Erfolg wurde und einige Handlungsstränge durchaus noch kein Ende gefunden haben. „Elfenseele – Zwischen den Nebeln“ spielt nur wenige Wochen später im Herbst.

 

Noch nicht lange liegen die Ereignisse auf Elvesden Manor zurück, die Tanyas Weltbild erschütterten und sie zu einer heimlichen Heldin machten. Waren die Elfen, Feen und Kobolde bisher nur lästige Plagegeister, die sie gar nicht für echt und lebendig halten wollte, ist sie im Sommer in ein Abenteuer verwickelt wurde, das ihr die Augen über die Geschichte ihrer Familie und einen Handel geöffnet hat, der vor vielen Jahren geschlossen wurde und auch sie betrifft.

Doch mit Mut und List, aber auch treuen Freunden hat sie das Unheil abwenden können. Nur eine Sache bedrückt sie – das ein anderes Mädchen für sie den Pakt erfüllt hat und ins Elfenreich gegangen ist. Doch „Red“, wie sich die burschikose Ausreißerin nannte, hat dies aus freiem Willen getan. Sie will ihren von den Elfen geraubten und gegen ein Wechselbalg ausgetauschten Bruder James wieder finden.

Die Geschichte beginnt mit der Ankunft des Mädchens, dass eigentlich Rowan heißt, in der Anderswelt. Da sie das zweite Gesicht besitzt ist der Wald für sie nicht nur unheimlich, sondern auch voller böser Wesen, die sie schließlich in die Falle locken. Die Heckenhexe nimmt sie gefangen und sperrt sie in ihren Keller, um mit ihr zu verfahren wie mit anderen verirrten Wanderern.

Allerdings ist Red nicht bereit aufzugeben. Mit einem ebenfalls gefangenen Mann wagt sie die Flucht. Es stellt sich heraus, dass er mehr über die Feenwelt weiß als er zugeben möchte. Ihr gegenüber nennt er sich nur „Stich“ und so bleibt lange verborgen, wer er wirklich ist – nämlich „Warwick“, der Verwalter von Elvesden Manor.

In der Menschenwelt sind nämlich nicht nur ein paar Tage vergangen, sondern ein paar Wochen. Inzwischen ist Tanya wieder bei ihrer Großmutter Florence zu Gast und versucht das zuende zu führen, was sie im Sommer begonnen hat. Auch Fabian, Warwicks Sohn ist wieder mit dabei.

Und die beiden unterstützten „Red“ schließlich auch dabei, als sie zusammen mit Warwick kurz nach Halloween aus der Anderswelt entlassen wird, um den Pakt zu erfüllen, durch den sie ihren Bruder wieder bekommen könnte...

Da aber die Seelie nun die Herrschaft an die Unseelie übergeben haben, wandeln sich Schätze nun in Flüche...

 

Auch wenn die Geschichte ohne die Kenntnis des ersten Bandes verständlich ist, so hat man doch mehr Vergnügen an „Elfenseele – Zwischen den Nebeln“, wenn man „Elfenseele – Hinter dem Augenblick“ kennt, da detailliert an viele kleinere Ereignisse aus dem ersten Band angeschlossen werden, die die Autorin nur wenig im Text erklärt. Wieder bleibt sie einer Darstellung der Feenwesen treu, die immer noch sehr in Mode ist, seit Holly Black und Tony di Terlizzi daran erinnert haben, dass unsere Vorfahren Elfen, Feen und Kobolde nicht unbedingt als nett und harmlos angesehen haben, sondern als bösartige oder herzlose Geister, die den Menschen meistens schaden, ihnen Schmerz zufügen, mit ihnen spielen und nicht zuletzt einen hohen Preis fordern, wenn sie einmal helfen sollen.

Obwohl Tanya und Fabian diesmal auch eine sehr große Rolle spielen, so ist der Fokus der Geschichte doch sehr stark auf Red alias Rowan gerückt, die im ersten Band nur die Nebenfigur war. Nun erfährt man, von was genau das Mädchen angetrieben wird und was sie dazu gemacht hat. Am Ende erfährt auch sie, dass ihre Familiengeschichte eine ganz andere ist als vermutet.

Wie auch im ersten Band so bleibt t die Geschichte von Anfang bis Ende spannend, da sich auch diesmal wieder zeigt, wie oft die Wahrheit im Auge des Betrachters liegen kann, und das nichts und niemand der ist, der er vorgibt zu sein, nicht einmal die magischen Wesen der Anderswelt.

Romantik fehlt in dieser Geschichte übrigens noch ganz, die Autorin setzt eher auf Freundschaft, so dass man deutlich merkt, dass vor allem Leserinnen ab 12 Jahre angesprochen werden, die noch nicht so viel Interesse an Jungen haben.

 

Gerade wer auch schon die „Spiderwick“-Romanen mochte wird auch Gefallen an „Elfenseele – Zwischen den Nebeln“ finden, da das Buch spannende Facetten der Anderswelt enthüllt, die sie so noch nicht kannten und erstaunlich erwachsen und offen mit dem Thema umgeht. Da die Handlung sehr versponnen und nicht immer einfach zu durchschauen ist, werden auch ältere Leser ihren Spaß haben können.

 

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Elfenseele – Zwischen den Nebeln

Autorin: Michelle Harrison

Thirteen Curses, GB 2009

gebunden, 542 Seiten

Loewe, erschienen Februar 2010

Übersetzung aus dem Englischen von Martin Baresch

Titelbild von Maria-Franziska Löhr; Innenillustrationen von Michelle Harrison

ISBN-10: 3785567308

ISBN-13: 978-3785567302

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 22.04.2010, zuletzt aktualisiert: 20.09.2019 15:49