Elfenwinter (Autor: Bernhard Hennen)
 
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Elfenwinter von Bernhard Hennen

Hörbuch

Reihe: Die Elfen Band 2

Rezension von Christel Scheja

 

Bernhard Hennen ist durch seine historischen Bücher und DSA-Romane oder -Abenteuer bekannt geworden. Auch wenn er sich in den letzten Jahren ursprünglich aus dem phantastischen Genre zurückgezogen hatte, ist er doch wieder zu seinen Fantasy-Wurzeln zurückgekehrt - mit seinen Romanen um die "Die Elfen". Mittlerweile sind drei dicke Wälzer erhältlich, und eine Fortsetzung der Saga in einer Trilogie ist für den Herbst angekündigt.

 

Als Hörbuch ist gerade erst einmal „Elfenwinter“erhältlich, der zweite Roman der Reihe. Die 466 min der gekürzten Lesung, vorgetragen von Peter Hallwachs, sind auf 6 CDs in einer platzsparenden Papphülle erhältlich.

 

Ohne Umschweife kehrt Hennen zurück in das Elfenreich. Längst ist die Abenteuerfahrt seiner ersten Helden Legende und es scheint wieder Friede eingekehrt zu sein. Doch der Schein ist mehr als trügerisch, denn nicht alle Völker der unsterblichen Lande sind mit der Herrschaft von Königin Emerelle einverstanden. Vor allem die Trolle lauern nur auf eine Gelegenheit die Tyrannin zu stürzen.

Diese scheint bei dem gemeinsamen gefeierten Fest der Lichter gekommen sein. Es kommt wie es kommen muss. Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen der Magier und ihres Schwertmeisters Ollowain fällt die Königin scheinbar einem Attentat zum Opfer. Die aufständischen Elfenfürsten jubeln, müssen aber schon bald feststellen, dass sie durch einen simplen Trick herein gelegt wurden. Die Toten erweisen sich nach einer gründlichen Untersuchung Skangas, der Schamanin der Trolle, als Doppelgänger.

Das macht die Wut der Genarrten auf die spitzohrigen Elfen um so größer. Sie ziehen eine blutige Spur durch das Elfenland und ermorden jeden, der ihnen vor die Klinge läuft. Skanga verwandelt zwei verräterische Albenfürsten durch dämonische Magie in Bestien, die der verschwundenen Königin nachjagen sollen, denn so lange diese nicht gefunden ist, ist der Sieg nicht vollkommen.

Tatsächlich hat sich die kleine Schar um die schwerverletzte Emerelle in das Reich der Menschen zurück gezogen. Dort hoffen sie Schutz und Hilfe von Alfadas dem Menschensohn zu erhalten, der seine Jugend unter den Elben verbracht hat. Eher unwillig nimmt dieser die Flüchtigen auf. Er hat unter seinesgleichen inzwischen eine Familie gegründet und liebt seine Frau und seine Kinder.

Das Erscheinen der Unsterblichen reißt alte Wunden auf, denn unter ihnen ist auch Sylwina, die sein Herz gebrochen hat, indem sie ihn ohne Nennung von Gründen verließ, obwohl sie ähnlich für ihn empfand.

Doch auch Alfadas muss sich dem Wunsch seines Königs beugen, der die besten seiner Krieger unter sein Kommando stellt. Sie sollen mit den Elfen kämpfen und die Trolle zurückdrängen.

Während die schwer verletzte Emerelle in der Menschenwelt zurück bleibt und nur von wenigen beschützt wird, die Kämpferin die Anderswelt, um den Aufständischen Einhalt zu gebieten, nicht ahnend, dass damit ebenfalls das Verderben und der Krieg über die Menschen herein bricht, morden doch eine unsichtbare Bestie, die den Lebenshauch raubt und Übergriffe der Trolle Erwachsene und Kinder, und lassen die Überlebenden voller Angst zurück...

 

Wie auch schon "Die Elfen" bedient sich "Elfenwinter" vieler Elemente aus den nordischen Sagen, in denen Licht- und Dunkelelfen um die Vorherrschaft stritten. Es ist Bernhard Hennen zu gute zu halten, dass er einfach nicht nur kopiert, sondern aus den mythischen Versatzstücken eine eigene Geschichte zusammenstellt, die zwar den Flair der alten Sagas besitzt, aber doch nicht ganz deren Vorgaben folgt.

Ebenso arbeitet er mit Archetypen. Die Menschen sind ganz so, wie man sich heute Wikinger vorstellt, rauh und derb als Krieger, aber dennoch mit einem weichen Kern und dem Herz am rechten Fleck, einfache Handwerker, Fischer und Bauern, die mit dem einfachen Leben glücklich sein können. Durch die familiären Szenen zu Anfang gewinnt man Alfadas und seine Familie lieb und zittert mit ihnen, als es wirklich losgeht.

Auch die Elfen entsprechen klassischen Bildern - man lernt einerseits arrogante und in ihren Ritualen und Regeln erstarrte Alben kennen, die über andere Völker ihrer Rasse nur die Nase rümpfen oder die verachten, die ihre Prüfungen nicht schaffen, aber auch menschenfreundliche Elfen, die auf die Ratschläge erfahrener Krieger hören. Insgesamt beschreibt er sehr viel, damit auch jeder allem folgen kann.

Die Handlung besitzt mehrere kleine Höhepunkte, aber keinen wirklich großen, auf den hingearbeitet wird, Hennen weiß aber durch geschickt eingesetzte Cliffhanger den Leser am Ball zu halten, so dass nur selten Längen durch ausufernde Beschreibungen auftreten.

Durch die Straffung für die Hörbuchlesung fällt das noch mehr auf.

Auch wenn Hans Peter Hallwachs eher ruhig liest und die einzelnen Rollen nicht in dem Maße akzentuiert wie er könnte, verliert man doch nicht den Faden beim Zuhören. Die Handlung ist auf die wirklich notwendigen Teile beschränkt und wesentlich stringenter als das Buch. Längen die das Zuhören quälend machen würden, werden gelungen vermieden.

An der Lesung ist sonst nichts auszusetzen. Hin und wieder ist sie mit dezenten Toneffekten wie dem Heulen eines imaginären Windes unterlegt, auf den Einsatz von Musik wird ganz verzichtet. Die Stimme des Sprechers ist klar und eindringlich, man hört ihm gerne zu.

 

Insgesamt weiß „Elfenwinter“ durch seine Umsetzung und die saubere Straffung voll und ganz zu überzeugen, Man erhält ein gelungenes Hörbuch, das für Kenner des Romans vielleicht weniger interessant sein könnte, dessen Anschaffung sich aber für alle Fans der spitzohrigen Wesen und epischer Fantasy-Abenteuer im Allgemeinen lohnt.

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230930140854aa84a74e
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Hörbuch: Elfenwinter

gekürzte Lesung nach dem Roman aus dem Heyne-Verlag

Autor: Bernhard Hennen

Sprecher Hans-Peter Hallwachs

Hörbuch auf 6 CDs, ca. 466 min Laufzeit

Der Hörverlag, erschienen Mai 2007

ISBN 978-3-86717-080-2

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 24.06.2007, zuletzt aktualisiert: 18.09.2023 19:30, 4253