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Loxullios Formel

Reihe: Elixier, Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Magie spielt in francobelgischen Comics eine nicht unerhebliche Rolle. Oft ist sie ein lebensnotwendiger Teil des Lebens oder hält sogar die Welt zusammen. So wie im Falle von Amphel, die zwar schöne aber auch flüchtige Landschaften besitzt. Nur durch magische Elixiere kann die Substanz aller Dinge bewahrt werden, damit sie nicht verblasst und schwindet.

Und deshalb gehört der Beruf des Alchimisten zu den angesehensten und bedeutensten der Welt. Denn die Künste von jemandem wie Loxullio sind von immenser Bedeutung und dürfen nicht verloren gehen.

Der ehrwürdige Meister lebt und lehrt auf der schwimmenden Insel Amporch in der magischen Universität. Neben seinen Forschungen kümmert er sich um die Ausbildung vielversprechender Talente.

 

Allerdings gibt es hin und wieder auch Totalausfälle, die alles andere im Kopf haben, nur nicht die hohe Kunst der Alchemie. Zu diesen Sorgenkindern gehört Tolriq. Der muntere Schürzenjäger ist lieber in den Betten anderer Männer zu Hause und setzt ihnen Hörner auf als zu lernen. Deshalb kommt er ständig zu spät und fällt regelmäßig durch die Prüfungen, so dass sich seine Mitschüler schon über ihn amüsieren.

Doch Loxullio hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass auch Tolriq eines Tages seinen Weg finden wird. Nur deshalb vertraut er ihm eine Formel an, die er zum Rat der Meister der Universität bringen soll.

Doch als sich der junge Mann auf den Weg macht, geschieht etwas, mit dem nie jemand gerechnet hat. Gefährliche Monster überfallen die schwimmende Stadt und machen sich vor allem über die magische Universität her.

Tariq bleibt nur die Flucht von der Insel. Zusammen mit Prinzessin Murmillia, seiner eingebildeten neuen Mitschülerin und ihres Zeichens Nichte des Kaisers von Lorunde, und deren Leibwächterin Fauda gelingt es mit letzter Kraft ans Festland zu kommen.

Da Tariq nur wenig Respekt vor dem Rang der jungen Frau gezeigt hat, will man sich trennen, aber die unheimlichen Verfolger haben offensichtlich den Wert der jungen Frau erkannt und so bleibt nichts anderes mehr übrig, als die ungleiche Allianz weiter zu führen, um zu überleben...

 

„Loxullios Formel“, der erste Band von „Elixier“ ist eine typische Fantasy-Geschichte aus der Feder von Christophe Arleston, in der sich wilde Abenteuer, eine exotische Welt und frecher Humor miteinander vermischen.

Wie bereits in „Lanfeust“ weiß auch der Held am Anfang noch nichts von seinem Schicksal und wird unvermittelt ins Zentrum des Geschehens gestoßen, als ein unheimlicher Angriff dies erfordert. Und dann zeigt sich, dass er trotz all seiner Leichtfertigkeit das Herz auf dem rechten Fleck hat.

Anders als Lanfeust hat Tariq weniger Schwierigkeiten mit den Frauen als wegen ihnen, da er seine Finger und auch andere Körperteile nicht bei sich behalten kann. Als Schürzenjäger fängt er sich so manchen Ärger ein und hört doch nicht mit dem Flirten auf, selbst wenn er sich im Fall von Prinzessin Murmillia einen deutlichen Korb einhandelt. Diese ist wie ihre Begleiterin nicht auf den Mund gefallen und schlägt sich selbstbewusst durch, wenngleich auch noch ihre Arroganz vermutlich in den nächsten Bänden etwas abgeschliffen wird.

Eine eher stille Heldin, die sich am Rande über die beiden amüsiert ist Fauda.

Die drei sind nun aneinander gebunden - in einem Abenteuer das gerade erst richtig begonnen hat, denn ganz offensichtlich hat mit dem Angriff auf die Schwimmende Insel nur jemand seine wahren Absichten enthüllt, der nicht länger möchte, dass Elixiere die Welt erhalten. Und gerade die Formel, die Tariq unwissentlich bei sich trägt ist der Schlüssel zum mächtigsten Zauber, den Amphel je gesehen hat. So ist er vermutlich das Ziel der Jagd und nicht unbedingt die Prinzessin wie alle bis jetzt glauben. Das ist zwar nicht gerade ein neues Thema und innovativ zu nennen, wird aber mit dem passenden Humor und einer Vielfalt an Ideen präsentiert.

Wie auch schon in „Jaina“, dem ersten Band der „Legende der Drachenritter“ sind die Zeichnungen von Alberto Varanda sehr detailreich und dynamisch. Mit leichtem Strich erzählt er die irrwitzige Geschichte, die bis in den eisigen Norden führt und dort das Gesicht der Gestalt enthüllt, die den Untergang der Welt will...

 

Auch wenn „Loxullios Formel“ eine halbwegs in sich geschlossene Geschichte präsentiert, so wurden doch gerade erst die Weichen zu einem viel größeren Epos gestellt. Der erste Band von Elixier hat nur die Welt und die wichtigsten Figuren vorgestellt, so dass man über die Saga selbst noch nicht viel sagen kann. Da viele Fragen offen bleiben wirkt die Erzählung sehr unfertig und bleibt in manchen Bereichen noch etwas schwammig.

Wer aber farbenprächtige und actionreiche Fantasy-Abenteuer mag und vielleicht noch nicht zu viel von Christophe Arleston gelesen hat, kann sich zumindest gut unterhalten lassen. Wer allerdings schon „Lanfeust“ und Co gelesen hat wird bestimmte Parallelen und Wiederholungen im Plot erkennen, auch wenn es noch einiges an Unterschieden gibt.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Loxullios Formel

Autor: Christophe Arleston

Zeichner: Alberto Varanda

Elixiers . Le sortilege de Loxullio, 2005

Aus dem Französischen von Marcel LeComte

Carlsen Comics, Hamburg, Mai 2006

Album, 47 Seiten

ISBN 978-3-551-78881-8

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 02.10.2007, zuletzt aktualisiert: 17.11.2019 13:35