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Etrian Odyssey (Nintendo DS)

Rezension von Christoph Weidler

 

Verlagsinfo

Etrian Odyssey lädt sie ein, die Abgründe des sagenumwobenen Labyrinths zu Yggdrasil zu erforschen, verborgene Schätze zu finden und Geheimnisse aufzudecken. Mit der Kombination aus klassischen Dungeon-Elementen, grimmigen Gegnern und Kartenzeichnen im Pen-&-Paper-Stil entführt Etrian Odyssey Rollenspiel-Fans in eine fantastische Welt der Magie und der Suche nach dem Abenteuer. Helden aus aller Welt haben sich in Etria versammelt, einem kleinen Dorf am Rande des Labyrinths zu Yggdrasil. Sie alle verlockt es, in die verwunschene Höhle einzudringen, die dort hausenden Monster zu besiegen und verborgene Reichtümer ans Licht zu bringen. Doch bisher hat es noch keiner geschafft, lebend aus den finsteren Gewölben zurückzukehren. Nun haben es die Nintendo DS-Abenteurer in der Hand, das scheinbar Unmögliche möglich zu machen und eine Schar tapferer Kämpfer in die Tiefe zu führen. Lernen Sie solvente Höhlenforscher kennen! Die komplexen, liebevoll angelegten Dungeons in Etrian Odyssey locken mit unermesslichen Schätzen und schier unbezwingbaren Monstern. Das wiederum ist eine unwiderstehliche Kombination für alle, die Rollenspiele lieben. Etrian Odyssey ist ein Rollenspielabenteuer der alten Schule: Statt aufwändiger und Zeit raubender Zwischensequenzen gibt es Abenteuer hinter jedem Tropfstein und jeder Falltür. Schließlich muss ein riesiges unterirdisches Labyrinth erkundet werden, das sich unter der lauschigen Stadt Etria auftut. Da diese Aufgabe für einen allein viel zu gefährlich ist, nimmt der Spieler Unterstützung mit und stellt sich ein Team von bis zu fünf Recken zusammen, mit denen er gemeinsam unter Tage arbeitet. Klar, dass diese Teams unter strategischen Gesichtspunkten gebildet werden sollten denn nur mit der richtigen Fähigkeit zur rechten Zeit ist das Abenteuer zu meistern. Illustre Spezialisten wie Landsknecht, Alchemist und viele mehr warten auf ein Jobangebot. Schließlich gilt es, Erfahrungspunkte und Schätze zu sammeln die auf dem Markt Bares bringen, das wiederum in neue Waffen investiert werden kann. Aber mit Kämpfen, Schätze bergen und verkaufen ist es nicht getan: Der Abenteurer muss auf dem unteren Bildschirm des Nintendo DS seine Route genau protokollieren. Ansonsten ist er rettungslos verloren. Keine Sorge: Sie gewinnen in jedem Fall. Komplett in Deutsch spielbar.

 

 

Technik / Handlung

Es war einmal ein kleines Städtchen namens „Etria“, da verwandelte sich der Wald in ein düsteres, unheimliches Labyrinth voller Gefahren, aggressiven Tieren und gefährlichen Monster. Doch so groß die Gefahr auch war, lockte dieses unheimliche Labyrinth viele Abenteurer an, denn es gab auch viele Schätze und geheimnisvolle Orte in diesem Labyrinth zu entdecken. Angelockt von der Hoffnung auf Ruhm, Ehre und Reichtum macht sich der Spieler auf in das kleine Städtchen „Etria“ um dort eine Gruppe von wagemutigen Helden um sich zu scharren und hinab in das unheimliche Labyrinth zu steigen...

 

Und so startet das Spiel in der Stadt „Eteria“, wo man als aller erstes eine eigene Heldengilde aufmacht und dort neue Spielcharaktere erstellt. Hierbei hat man die Möglichkeit seine Helden aus den Klassen Landsknecht, Fährtenleser, Paladin, Schattenritter, Medicus, Alchemist und später zusätzlich noch aus den Klassen Samurai und Drude auszuwählen. Insgesamt kann die eigene Heldengruppe aus fünf Charaktere bestehen, welche man gut wählen sollte, denn eine gesunde Mischung aus kampfstarken Frontkämpfern und heilenden und zaubernden Kämpfer der zweiten Reihe ist bei „Etrian Odyssey“ überlebenswichtig. Wobei natürlich die Möglichkeit besteht, mehr Helden zu generieren und diese dann in der Gilde „warten“ zu lassen, um je nach Bedarfsfall seine Gruppe neu zusammenzustellen. Das hat natürlich den Nachteil, dass einzelne Charaktere langsamer in ihren Erfahrungsleveln steigern, daher lieber gleich die für einen optimale Mischung einer Kampftruppe zusammenstellen und dann hinein ins Abenteuer. Nachdem man seine Heldengruppe erstellt und kombiniert hat, geht es erst einmal in die „Hallen zu Radha“ um dort seinen ersten offiziellen Auftrag entgegenzunehmen um sich als Gilde zu profilieren und somit die Erlaubnis zu erhalten als Heldengruppe „arbeiten“ zu dürfen. Ist das geschafft, kann man in der Stadt „Etria“ frei schalten und walten und so später auch z.B. in der Schänke kleinere Aufträge annehmen zu können und somit die Heldenkasse zu füllen, welches ein stetige Notwendigkeit ist, da man schon bald im Spiel treuer Stammkunde der örtlichen Ceft-Apotheke wird, um sich dort heilen zu lassen und sich stetig mit neuen Heil- und Zaubertränke einzudecken. Des weiteren findet man in der Stadt noch den örtlichen Basar, wo man sich mit notwendigen Utensilien, besseren Waffen und Rüstungen eindecken aber auch gefundene Items, Rohstoffe und Schätze verkaufen kann. Außerdem gibt es in „Etria“ noch ein Gasthaus um dort Schlaf und Ruhepausen gegen Bares zu finden.

 

Wie man schon erkennt, das Leben ist teuer, ins besondere in „Etria“ und so heißt es natürlich schnell und immer wieder ab ins Labyrinth um sich auf den Weg zu machen um dort Items und Rohstoffe einzuhamstern und so die im Spiel stetig notwendigen Heiltränke und andere Sachen kaufen zu können und natürlich im Kampf gegen die Monster seine Fähigkeiten zu steigern, was sich oft nicht so einfach erledigen lässt. Also macht man sich auf und erkundet Schritt für Schritt die verschiedenen Level des Wald-Dungeons und hält die Augen nach verborgenen Schätzen, Rohstoffen und Monstern offen. Bei Letzteren hilft eine kleine Lageanzeige unten links im oberen Bildschirm des DS, anhand dessen Farbe man ein wenig die Möglichkeit eines nahenden Feindes ermitteln kann. (Rot = Hohe Kampfwahrscheinlichkeit, Blau = Geringe Kampfwahrscheinlichkeit.)

 

Das Geschehen im Spiel teilt sich entsprechend auf den oberen und unteren Bildschirm des DS auf, so findet das ganze Spielgeschehen wie Bewegen, Erkunden, Kämpfen und Erledigungen in der Stadt im oberen Bildschirm statt, wogegen der untere Bildschirm des DS als Kartenbildschirm fungiert, in dem man das erkundete Dungeon anhand einer selbstgefertigten Karten und einer hierfür sehr komfortablen Handhabung mitzeichnet.

 

Grafisch sind die 3-D Dungeon wunderbar anzusehen, ebenso die Gegner und viele andere Kleinigkeiten, wobei sich die Bewegungen im rundenbasierenden Kampfmodus leider rein in ein „wischen“ über den Feind darstellen und der Gegner, welche ansonsten grafisch sehr schön dargestellt sind, auch ohne jegliche Bewegung bleiben. Schade hierbei auch, dass die härteren Gegner sich optisch wenig von den „normalen“ Monstern abheben. Ebenso ist die grafische Darstellung des Dungeon an sich, hat es doch auf der einen Seite einen positiven und hohen optischen Reiz, so übersieht man auf der anderen Seite in den teilweise dabei einheitlich gestalteten Wald doch immer wieder einmal zu findende Gegenstände, die sich oft nur durch eine kleine textliche Einblendung oben rechts im oberen Spielbildschirm durch z.B. das Wort „Anschauen“ darstellen.

 

Wunderbar hingegen ist das sich nach und nach aufbauende Fertigkeitensystem, welches sich je nach bisher gewählten Fertigkeiten des einzelnen Charakters Levelweise aufbaut. Hier wird eine sehr große Vielfalt geboten, die es dem Spieler möglich macht die einzelnen Helden seiner Gruppe und deren Fertigkeiten absolut individuell zu gestalten.

 

Ein weiterer großer Pluspunkt bei „Etrian Odyssey“ ist der Kartenbildschirm, in dem man sehr komfortabel das erkundete Labyrinth schrittweise begleitend mitzuzeichnen. Hier bleibt kein Wunsch offen, ob Kennzeichnungen von Schätzen, Fallen, Gefahren, Rohstoffen, Treppen, usw. nichts ist unmöglich, alles sehr übersichtlich und dabei leicht zu handhaben.

 

Das Kämpfen an sich geht auch locker von der Hand und mittels eines übersichtlichen Auswahlmenüs kann jeder Held der Gruppe individuell in den rundenbasierenden Kämpfen gesteuert werden.

 

Das ganze Spiel wird dabei stimmungsvoll musikalisch untermalt, welches ein wenig an die gute alte Dungeonspielerzeit erinnert, wo man seine erkundeten Dungeons mittels Karopapier und Bleistift mitgezeichnet hat, und ich denke da sitzt genau der Ansatz von „Etrian Odyssey“, welcher in diesem Sinne, trotz das man in den genannten grafischen Schwächen mehr hätte herausholen können, das Spiel zu einen abenteuerlichen Zeitvertreib macht.

 

Spielspaß

„Etrian Odyssey“ ist wenig mit bekannten DS-Rollenspielen zu vergleichen, liegt der Schwerpunkt des Spieles doch aus meiner Sicht mehr auf den nostalgischen Sektor, zurückblickend auf die gute alte Rollenspielerzeit, wo man mit Karopapier, Bleistift, ne Kanne Kaffee, ausreichend Zigaretten seine Helden hinab in die Höllen der Unterwelt geschickt hatte um so in guter alter Heldenmanier den Monster mal zu zeigen wo der Hammer hängt. Tiefgründige Story, eine Welt voller unentdeckten Weiten, Alltagssorgen eines Helden, Automap für Nachwuchshelden? – nein, damit musste sich ein harter Kämpfer der guten alten Rollenspielzeit nicht rumärgern, da ging es um kämpfen, Schätze finden, Fertigkeiten updaten, Dungeon mitzeichnen und immer wieder die unbändige Sucht zu schauen was wohl hinter der nächsten Ecke des Dungeons auf einen wartet.

Und genau da sitzen die Stärken von „Etrian Odyssey“ denn es konzentriert sich ganz auf das Wesentliche der guten alten Rollenspielerzeit. Dieses gemischt mit der Möglichkeit nun „sein“ Dungeon direkt auf den DS mitzuzeichnen, machen „Etrian Odyssey“ zu den gelungenen Spielspaß für alle RPG-Nostalgiker. Wer mehr aus epische Rollenspiele mit großer Story steht, wird hier weniger sein Spaß haben. Für Anfänger entpuppt sich „Etrian Odyssey“ aber auch als harter Brocken, da die Monster trotz größtenteils eher harmlosen Aussehen so manches mal die Helden regelrecht ausbluten und auf der Strecke liegen lassen. Hier heißt es wirklich die optimale Zusammenstellung und Aufstellung der Gruppe finden und des öfteren auch mal wieder durch bereits erledigte und somit leichtere Dungeonlevel wandern, um auf dem Wege ausreichend Gegenstände, Rohstoffe und Items zu sammeln, welche man dann in der Stadt verkauft um so sich die notwendigen Heilungen, Heiltränke und Ruhepausen und nicht zu vergessen, die stetig notwendigen besseren Waffen und Rüstungen zu kaufen, ansonsten sieht man als Heldengruppe in dieser stetigen und konstanten harten Steigerung der Gegner keine Schnitte mehr.

 

Fazit

„Etrian Odyssey“ ist ein Rollenspiel für alle welche die alten Dungeon-Crawler aus der frühen, guten alten PC-Zeit vermissen, sich lieber auf das Wesentliche konzentrieren möchten und ein RPG für immer wieder mal zwischendurch zu spielen suchen und das am Besten mit einer gelungenen stetig steigenden Herausforderung an möglichen Gegner. Entsprechende Spieler werden mit „Etrian Odyssey“ bestens bedient. Spieler die lieber Rollenspiele mit umfangreicher und tiefer Story suchen, werden mit „Etrian Odyssey“ nicht ganz glücklich sein, aber dafür mit einen Ausflug in die gute alte Dungeon-Crawler-Zeit belohnt werden.

 

Eure Meinung:


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Etrian Odyssey (Nintendo DS)

von Nintendo / Atlus

System: Nintendo DS

USK: ab 6 Jahre

ASIN: B00190MVK2

Erhältlich bei: Amazon

 

 

 

 


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Erstellt: 23.06.2008, zuletzt aktualisiert: 16.02.2017 13:47