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Far Cry 3 – Blood Dragon (PC)

Rezension von Cronn

 

Ich schlage mich in die dichte Vegetation, knapp unterhalb des Felsenabhangs, worauf die Trafo-Station steht, welche die Garnison mit Energie versorgt.

Das Cyber-Herz halte ich wurfbereit in der Hand, jederzeit bereit, es hinab in die Garnison zu schleudern. Sinn und Zweck der Angelegenheit werde ich gleich erklären, doch vorher muss ich noch den Typen dort oben platt machen, der die Trafo-Station vor unberechtigtem Zugriff schützen soll.

Ich nähere mich ihm von hinten. Er steht am Abgrund, überblickt die Szenerie der Vulkaninsel, auf der das Leben im ständigen Dämmerlicht abläuft. Es ist ein Roboter, ein künstlich geschaffener Krieger mit künstlicher Haut und metallisch-elektrischem Innenleben. Auf eine perverse Weise fühle ich mich sogar ihm verwandt, denn ich bin ein Cyborg. Ein Mischwesen aus Roboter und Mensch. Aber für Gefühle ist keine Zeit!

Ich ziehe meinen blau leuchtenden Bogen und visiere den Kerl an. Ich lege einen Pfeil ein, ziehe die Sehne nach hinten, spanne auf diese Weise den Bogen und schieße den Pfeil ab. Das Geschoss verlässt geräuschlos die Sehne und trifft den Typen genau zwischen die Schulterblätter. Er sackt zusammen, seine Schaltkreise geben den Geist auf.

Ich sprinte hoch zur Trafo-Station und betrete das Gebäude. Mit einem Schlag auf die Energie-Konsole fährt das Gerät herunter und der Weg ist für meinen Plan frei.

Mit Hilfe des Cyber-Herzens, das ich einem der Roboter aus dem künstlichen Körper gerupft habe, werde ich einen Drachen herbeirufen. Wie das geht, wird sich gleich zeigen.

Ich stelle mich an den Abhang, ziele mit dem Cyber-Herz auf die Garnison unter mir, wo zwischen den niedrigen Gebäuden mehrere Roboter patrouillieren. Dann werfe ich in hohem Bogen das Herz hinunter. Es klatscht auf und sofort prüfen die Roboter, um was es sich bei dem Geschoss handelt, das eben mitten unter ihnen aufgeschlagen ist.

Doch da ist schon ein Drache heran. Das flugunfähige Wesen mit den rot glühenden Adern tappst heran und stürzt sich auf die Roboter. Auf diese Weise handle ich mir keinen Stress ein. Genial, oder?

Doch ich werde noch weiteren Stress haben, da ich vorhabe meinen ehemaligen Commander festzunehmen – Sloan – der von Dr. Darling gezwungenerweise Unterstützung erhält. Und wo ich eine schöne Frau retten kann, bin ich natürlich dabei!

Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg …

 

Rezension:

Far Cry 3 – Blood Dragon heißt der neueste Ableger im Far-Cry-Universum. Das von Ubisoft Montreal entwickelte Spiel hat schon im Vorfeld für Aufregung gesorgt, da viele Gamer annahmen, das durchgesickerte Artwork und die Infos seien ein Irrtum. Aber nein – Blood Dragon existiert und es ist sogar genau so geworden, wie man es sich erhofft hatte, nämlich gänzlich anders als Far Cry 3 – und das ist sehr gut so!

Ubisoft veröffentlicht »Far Cry 3 – Blood Dragon« als Download-Artikel und Box-Version, welcher der Soundtrack und ein Poster beiliegt. Das Spiel ist eigenständig und läuft auch ohne das Hauptprogramm »Far Cry 3«.

 

Inhalt:

In einer fiktiven Zukunft des Jahres 2007. Nach einem verheerenden Atomkrieg zwischen dem Westen und dem Osten hat sich ein labiles Gleichgewicht aufgebaut. Die Cybersoldaten mit dem markigen Namen Mark-IV-Cyber-Commando sollen den Frieden schützen. Einer davon ist Rex »Power« Colt.

Auf einer entlegenen Insel entdeckt er eine Omega-Armee aus Cyber-Soldaten. Sie stehen alle unter dem Kommando von seinem Ex-Vorgesetzten Sloan. Doch dieser hat noch weitaus schlimmeres vor als nur Soldaten zu senden. Nicht umsonst stehen auf der Insel auch noch Interkontinental-Raketen herum …

Die Story ist das große Plus von »Far Cry 3 – Blood Dragon«. Das Spiel setzt ganz auf den Retro-Charme und spielt auf Filme der 80er und 90er Jahre an, die teilweise Direct-to-VHS oder DVD vermarktet wurden. Aber auch Kino-Blockbuster, wie Predator oder Terminator werden aufs Korn genommen. Der Satire-Charakter ist sehr hoch. Ständig ist Rex Colt am Kommentieren der Szenerie, gesprochen von Michael »Hicks« Biehn. Die One-Liner machen großen Spaß und reizen sehr, das Game durchzuspielen.

Auf der Storylinie macht »Far Cry 3 – Blood Dragon« alles richtig.

 

Gameplay:

Dass im Herzen von »Far Cry 3 – Blood Dragon« das Spiel »Far Cry 3« und seine Engine werkelt, sieht man ihm erst auf den zweiten Blick an. Die Designer haben sich alle Mühe gegeben, diese Tatsache zu verwischen. Dazu gehört die Grafik, worauf später noch eingegangen wird, aber auch das Gameplay.

Wo »Far Cry 3« auf ein freies Hochleveln mitsamt Auswahl von Perks setzte, benutzt »Far Cry 3 – Blood Dragon« ein vorgegebenes Aufleveln, das an feste Perks gebunden ist. Die Waffen selbst können ebenfalls aufgelevelt werden.

Auch ist die Laufgeschwindigkeit von Rex »Power« Colt wesentlich höher als die von Jason Brody in »Far Cry 3«. Zudem sind die Waffen reine Phantasie-Geschöpfe und entspringen keinem aktuellen Waffendesign. Allerdings haben sie eine klare Definition, wie Nahkampf-Schrotflinte, Fernkampf-Snipergewehr und so weiter. Doch solche Details fallen – wenn überhaupt – erst nach einiger Spielzeit auf.

Doch nicht alles unterscheidet sich von »Far Cry 3«. Hat man sich erstmal an die veränderte Grafik und den schnelleren Lauf des Charakters gewöhnt, sieht man schnell die Gemeinsamkeiten.

Auch in »Far Cry 3 – Blood Dragon« bleibt das Grundgerüst bestehen. Man erledigt Tiere, um zu leveln. Man dringt in Garnisonen ein, um Stützpunkte zu erlangen. Nebenquests gibt es auch, allerdings sind sie etwas vom Typus her eingeengt.

Es ist schön zu sehen, wie stark sich die Designer bemüht haben, kein reines Addon zu »Far Cry 3« zu machen, sondern dem Spiel sehr viel Eigenständigkeit mit auf den Weg zu geben. Das macht sich positiv bemerkbar.

 

Grafik und Sound:

Die Grafiker bei Ubisoft Montreal haben ganze Arbeit geleistet. Die Dunia-2-Engine von »Far Cry 3« ist kaum noch zu erkennen. »Far Cry 3 – Blood Dragon« spielt auf einer Vulkaninsel, die geprägt ist von einem seltsamen Zwielicht und dem übermäßigen Einsatz von Neonlichtern. Was für J.J.Abrams die Lens-Flare-Effekte, war für die Designer von »Far Cry 3 – Blood Dragon« das Neonlicht. Überall erstrahlen blaue, rote und grüne Neonlichter. Das alles fügt sich aber harmonisch zu dem überdrehten Satire-Szenario zusammen und auch die Cyber-Roboter sowie die Cyber-Drachen passen dazu. Die bewusste billige Machart des Designs überzeugt auf ganzer Linie.

Auch beim Sound hat man nicht gekleckert. Die Atmosphäre auf der Insel wurde sehr gut eingefangen, die Roboter haben einen übertrieben-mechanischen Sound in der Stimme und vor allem muss man den Soundtrack loben. Hier wurde tief in die Trickkiste der 80er Jahre gegriffen. Mit Orchester-Shots, Synthesizer-Klängen aus der Zeit von Schulterpolstern und Hörnern im Vangelis Stil (Blade Runner) hat man einen Soundtrack geschaffen, den man auch gerne mal so ins CD-Fach legt. Sehr sauber produziert und kreativ entwickelt. Super!

 

Fazit:

»Far Cry 3 – Blood Dragon« ist ein Addon, wie man es sich als Spieler wünscht: innovativ, abseits des Hauptspiels, aber im Kern schlägt dasselbe Shooter-Herz. Dazu kommt eine wunderbar abgedrehte Satire-Story, die so manchen Seitenhieb auf das Genre und die Kino-Blockbuster übrig hat.

Das macht »Far Cry 3 – Blood Dragon« zu einem sehr gelungenen Gesamtpaket, das zu spielen sich lohnt!

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Eure Meinung:

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PC-Spiel:

Far Cry 3 – Blood Dragon

Ubisoft Montreal, 2. Mai 2013

Plattform: Windows 7 / Vista / XP

USK: 16

 

ASIN B00CDG3SPI

 

Erhältlich bei: Amazon

 

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Erstellt: 26.05.2013, zuletzt aktualisiert: 18.06.2019 11:05