Faunblut (Autorin: Nina Blazon) (Hörbuch)
 
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Faunblut von Nina Blazon

Hörbuch

Rezension von Christel Scheja

 

Die 1969 geborene Autorin Nina Blazon startete ihre Karriere mit dem Gewinn des Wolfgang Hohlbein Preises im Jahr 2003. Anders als viele andere Autoren, die nach diesem einen Erfolg wieder verschwanden, ist sie bis heute unermüdlich als Jugendbuch-Schriftstellerin tätig. Vor allem ihre Fantasy-Romane zeichnen sich dadurch aus, dass sie zwar viele vertraute Elemente benutzen, dann aber auch oft genug auf unbekanntere Motive und Themen zurückgreifen, die vor allem im osteuropäischen Raum entstanden sind.

So wirken ihre Geschichten auf seltsame Art und Weise vertraut, dann aber doch wieder exotisch. Das ist auch bei ihrem neusten Buch „Faunblut“ der Fall, das nun auch als Hörbuch vorliegt? Vorgetragen wird die Lesung von der bekannten Schauspielerin Nina Petri, die bereits in „Allein unter Frauen“ oder „Lola rennt“ zu sehen war.

 

Das Mädchen Jade lebt in einer uralten, aber dem Zerfall preisgegebenen Stadt. Über den Ort regiert seit mehr als zwanzig Jahren die maskierte Lady Mar, die von sich behauptet, diesen von der Macht und Anwesenheit der sogenannten „Echos“ befreit zu haben, einer fremdartigen und hochgradig magiekundigen Rasse. Diese haben die Menschen angeblich über lange Zeit versklavt.

Trotzdem ist das Leben für die Menschen nicht einfacher geworden, denn Frau, die niemals ohne ihre Eisenmaske zu sehen ist, übt zusammen mit ihren zwölf Handlangern, den sogenannten „Lords“ eine regelrechte Willkürherrschaft aus. Die Herrscher nehmen sich einfach das, was sie wollen und ersticken jeden Widerstand im Keim.

Im Gegensatz zu vielen anderen geht es Jade noch recht gut, da sie im Hotel Larimar wohnt und arbeitet, das von ihrem Vater Jakub zusammen mit der Köchin Lilinn betrieben wird. Da das Haus wie all die anderen zerfällt und immer wieder Reparaturen vorgenommen werden müssen, für die die Geldmittel nicht ausreichen, ist Jade viel auf dem Schwarzmarkt unterwegs.

So hat sie auch Gelegenheit, endlich die Rebellen kennen zu lernen, mit denen sie heimlich sympathisiert und bekommt zudem mit, dass die Ureinwohner der Stadt vielleicht augenscheinlich vertrieben wurden – aber immer noch irgendwie anwesend sind.

Zwei neue Gäste der Lady nehmen im „Larimar“ Logis. Einer von ihnen ist der einerseits arrogant und dann doch wieder rätselhafte Faun, den Jade faszinierend findet und daher genauer beobachtet.

Dann erschüttern grausame Morde die Stadt. Die Lady und ihre Lords verschärfen ihre Gewaltherrschaft und sperren jeden ein, bei dem nur der leiseste Verdacht besteht, zu den Aufständischen zu gehören. Doch Jade hat das Gefühl, dass Faun mehr mit all dem zu tun hat als Lilinn, die schließlich ergriffen und in den Kerker. Zudem spürt sie, dass auch sie mehr mit den Echos verbindet als alle anderen Menschen in der Stadt.

 

„Faunblut“ entführt in eine fremdartige und düstere Welt mit postapokalyptischen Zügen, die wie all ihre anderen Hintergründe Vertrautes aufweist, dann aber auch wieder exotische Elemente. So sind die Echos fremdartige magische Zwitterwesen, die zum Teil der wirklichen Welt verhaftet sind und sich nur in die Fluten des die Stadt durchströmenden Flusses Wila zurückgezogen haben und von einer spiegelnden Fläche zur anderen wechseln können.

Nach und nach erfährt der Leser zusammen mit Jade mehr über deren faszinierende Kultur und Lebensart, in der sich auch ihre ambivalente Natur widerspiegelt.

Dieses Motiv zieht sich durch den ganzen Roman. Viele der wichtigeren Figuren haben zwei Gesichter und hüten Geheimnisse, die sich erst nach und nach enthüllen. Das trifft selbst auf Faun und Jade zu, die erst nach und nach erkennen oder enthüllen, dass auch in ihnen eine zweite Natur steckt.

Das alles bettet Nina Blazon in eine komplexe Geschichte, die sie immer wieder durch alltägliche Szenen, das Zusammenspiel der unterschiedlichsten Charaktere und ein wenig Abenteuer auflockert. Dabei bleibt sie glücklicherweise allen heute gängigen und beliebten Klischees fern und überrascht immer wieder durch unerwartete Wendungen.

Durch die Straffungen im Hörbuch fallen die kleinen Längen im Mittelteil gar nicht mehr auf. Allerdings merkt man auch hier, dass es am Ende fast schon zu schnell geht und dabei nicht einmal alle Fragen beantwortet werden. Das fordert dazu auf, etwas genauer und aufmerksamer hinzuhören, um die kleinen Hinweise nicht zu überhören.

Nina Petri liest die Geschichte sehr ernst und ohne Übertreibungen oder Stimmenverstellungen vor, was dem Inhalt sehr zu gute kommt. Ihre etwas dunklere Stimme passt sehr gut zu dem Thema und Ambiente von „Faunblut“ und macht das Zuhören zu einem Genuss.

 

Auch im Hörbuch ist „Faunblut“ ein Fantasy-Roman der such durch seine komplexe Struktur deutlich an ältere Jugendliche und Erwachsene richtet, die spannende und vielschichtige Geschichten vor einem so komplexen wie ungewöhnlichen Hintergrund suchen.

 

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202406150017488ce631c0
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Hörbuch:

Faunblut

gekürzte Lesung

Autorin: Nina Blazon

Sprecher: Nina Petri

Umfang: 5 CDs

Laufzeit ca. 396 Minuten

Hörbuch Hamburg, April 2008

Ab 14 Jahre

 

ISBN-10: 3867426619

ISBN-13: 978-3867426619

 

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 03.06.2009, zuletzt aktualisiert: 09.01.2024 15:42, 8842