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Feuer im Norden von Robin Gates

Reihe: Runlandsaga Band 2

Rezension von Ingo Gatzer

 

Mit dem Fantasy-Roman "Feuer im Norden" legt Robin Gates nach "Sturm der Serephin" den zweiten Band seiner Runlandsaga vor, die nach der von ihm geschaffenen Welt benannt ist, in welcher bereits seine Trilogie "Der Harfner und der Geschichtenerzähler" spielte. Obwohl es zu dieser einige Verbindungen gibt, ist die Kenntnis dieses ersten Zyklus´ für das Verständnis nicht notwendig. Das Titelbild des Buches ist wie beim ersten Band der Reihe stimmungsvoll gestaltet, allerdings hätte die als Eyecatcher fungierte Illustration größer ausfallen dürfen.

 

Im zweiten Band der Runlandsaga geschieht das, was nach dem Titel bereits im ersten Buch zu erwarten war: Eine Armee der Serephin dringt durch ein Portal nach Runland ein und verwüstet Andostaan. Einer kleinen Gruppe um den Menschen Enris und den Elfen Arcad, welche die Bewohner der kleinen Küstenstadt vergeblich vor der drohenden Gefahr gewarnt hatten, gelingt zwar die Flucht. Doch niemand scheint die mächtigen Invasoren aufhalten zu können, deren Ziel die Zerstörung von ganz Runland ist. Auch der Wolfsfrau Neria, die zur Unterstützung von Enris und Arcad ausgesandt wurde, stellt sich ein mächtiger Feind entgehen.

 

Robert Gates fasst zu Beginn des Buches die Ereignisse, die sich im ersten Band der Runlandsaga ereignet haben, kurz zusammen. Dadurch können alle Leser, die "Sturm der Serephin" nicht kennen oder bei denen die Lektüre bereits etwas länger zurückliegt, der sich anschließenden Handlung besser folgen. Dafür sorgt auch das Personenregister am Ende des Buches, auch wenn es leider nicht vollständig ist. So ist dort etwa der zum erweiterten Kreis der Hauptfiguren gehörende Serephin Alcarasán nicht aufgeführt.

 

"Feuer im Norden" ist deutlich facettenreicher als "Sturm der Serephin" ausgefallen. Das erreicht Gates, indem er sich nicht so stark wie beim ersten Band auf seine Hauptfiguren Enris und Arcad konzentriert. Dafür wird der Wolfsfrau Neria und ihren Erlebnissen mehr Raum gegeben und die Darstellung um die Perspektive der Serephin erweitert.

 

Gerade in der Beschreibung dieser Rasse liegt der besonderere Reiz des Romans. Denn dem Autor gelingt nicht nur eine glaubhafte Darstellung ihrer Kultur und Lebensweise, sondern auch der Motivation ihrer Handlungen. Die Serephin sind nicht - wie viel zu oft in Fantasy-Romanen - aus für den Leser nicht näher erkennbaren Gründen als böse Kreaturen auf Tod und Zerstörung aus. Sie handeln vielmehr nachvollziehbar im Kontext des mythologischen Überbaus der Saga. Leider kommt diese mythologische Dimension, die einer der Stärken von "Sturm der Serephin" war, im zweiten Band der Runlandsaga relativ kurz.

 

Insgesamt gibt es in "Feuer im Norden" weniger Leerlauf als im ersten Roman der Saga. So bleibt eine langatmige Episode, in welcher der Erzähler über einige Seiten beschreibt, wie die verkaterte Kapitänin Suvare auf eine Felllieferung wartet, glücklicherweise die Ausnahme.

 

Wer bereits Robin Gates´ Auftaktroman der Runlandsaga mit Vergnügen gelesen hat, kann auch hier bedenkenlos zugreifen. Neulinge sollten die Reihe anlesen und sich nicht durch die auf dem Buchdeckel angeführten Vergleiche des Autors mit Steven Erikson oder George R. R. Martin täuschen lassen. Auch wenn die Runlandsaga ein intelligentes und gelungenes Fantasy-Epos ist, erreicht es doch nicht die Komplexität und Qualität der Zyklen dieser Genregrößen.

 

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Feuer im Norden

Reihe: Runlandsaga Band 2

Autor: Robin Gates

Verlag: Otherworld Verlag

Erscheinungsdatum: Oktober 2008

Ausgabe: Broschiert - 426 Seiten

ISBN-10: 3902607149

ISBN-13: 978-3902607140

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 11.02.2009, zuletzt aktualisiert: 06.03.2020 08:34