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Feuermagie von Shana Abé

Reihe: Der träumende Diamant Bd. 1

Rezension von Christel Scheja

 

Ob nun Vampire oder Gestaltwandler - seit einiger Zeit bevölkern magische Geschöpfe die Epochen menschlicher Geschichte und verbinden ihr Schicksal immer wieder mit dem sterblicher Frauen oder Gefährtinnen vom gleichen Schlag. Oftmals wird eine spannende Abenteuergeschichte mit dem nur all zu vorhersehbaren Liebesdrama verknüpft. Das ist auch in „Feuermagie“ so, dem ersten Band des Zyklus „Der träumende Diamant“ von Shana Abé.

 

Einst lebten die Drachen in Menschengestalt auf einer Burg, verborgen in den undurchdringlichen Wäldern der Karpaten und auf den höchsten Zinnen der Berge und sammelten dort ihre Schätze, bis sich ein Teil von ihnen dazu entschied, fort zu gehen und an einem anderen Ort ihr Glück zu machen. Warum, das verschwiegen sie denen, die zurück blieben und nun die Aufmerksamkeit der Sterblichen auf sich zogen.

Vielleicht hatten sie kommen sehen, das Habgier und Furcht ihnen den Untergang brachten, als sie Menschen in die Burg einließen und einer es wagte, nicht nur den mächtigsten magischen Diamanten, sondern auch eine Prinzessin des Volkes zu stehlen. Mit dieser Tat begann der Fall der Drákon und ihr Vermächtnis starb mit der Prinzessin, die schließlich ihren Entführer tötete und sich selbst in die tiefsten Abgründe stürzte. Sie konnte nicht ahnen, dass in einem fernen Land die Geschichte der Nachkommen des anderen Zweiges der Familie erst beginnen sollte.

Denn dort hatte der Stamm Zuflucht unter den Menschen gefunden. Mit Ländereien und Adelstitel bewahrten sie sich relative Unabhängigkeit und konnten so schalten und walten wie sie wollten. Seit Generationen verlassen die Angehörigen der Drákon die Ländereien nicht und fügen sich den Befehlen der Ältesten. Allerdings können diese nicht verhindern, dass es auch zu Mischehen kommt.

Mitte des 18. Jahrhunderts übernimmt der junge Graf Christopher die Herrschaft über das Land und auch den Stamm. Er ist seit langem der mächtigste unter den Drákon, doch noch fehlt ihm eine Gefährtin, um die Blutlinie fortzusetzen. Junge Frauen aus dem Stamm bewerben sich um seine Gunst, aber er kann sich noch nicht entscheiden. Denn seit vielen Generationen schon haben viele verlernt ihre wahre Gestalt anzunehmen, und er hat die unbestimmte Hoffnung, dass er eine Gefährtin findet, die ebenso fähig ist die Verwandlung durchzuführen wie er.

Dieser Traum scheint sich zu erfüllen, als er in London Jagd auf einen höchst ungewöhnlichen Juwelendieb macht, der auch einen Schatz des Stammes an sich bringt. Es ist keine andere als die schöne Clarissa Rue, die gleich mehrfach gegen die Gesetze des Stammes verstoßen hat. Dein einige Menschen wissen um ihre Gabe und sie hat das Gebiet des Stammes verlassen, um in der Ferne ihr Glück zu machen, Für beides verdient sie eigentlich den Tod, aber Christopher ist nicht gewillt, die Frau zu verurteilen, die ihm in Macht und Klugheit ebenbürtig ist. Zumal sie der Schlüssel zum eigentlichen Dieb des Schatzes ist.

 

„Feuermagie“ ist ein seltsamer Zwitter, der sich nicht wirklich entscheiden kann, was er eigentlich sein will - Fantasy-Roman oder historisches Liebesdrama.

Auf der einen Seite erzählt Shana Abé eine spannende und abenteuerliche Geschichte mit vielen Verwicklungen, die auch zum Ende des Buches noch kein wirkliches Ende gefunden haben und Geheimnisse andeuten, die erst noch zu lösen sind. Auf der anderen erinnert der Roman sehr stark an einen historischen Liebesroman, in der ein vornehmer englischer Adliger die Gunst einer schönen aber wilden und stolzen Frau durch Freundlichkeit aber auch Härte zu gewinnen versucht.

Über weite Strecken des Buches geht es durchaus nur um die Beziehung zwischen Christopher und Rue, die wie zu erwarten in der Widerspenstigen Zähmung endet, dann wieder erleben die beiden waghalsige Abenteuer als Gefährten miteinander und entdecken ein Geheimnis aus der Vergangenheit ihrer Familie, das vermutlich auch noch in weiteren Büchern ein Thema sein wird.

Das ist zwar wesentlich interessanter als die Liebesgeschichte, kommt aber leider ein wenig zu kurz. Ebenso wie die Charaktere, die zwar sympathisch geschildert werden aber doch eher an der Oberfläche bleiben.

Deshalb muss man schon ein gewisses Faible für leidenschaftliche Romanzen haben, um auch die Fantasy-Anteile des Buches genießen zu können.

 

„Feuermagie“ wendet sich deshalb vor allem an weibliche Leser, die vor erotisch angehauchten Liebesgeschichten nicht zurückschrecken und zudem einen gehörigen Schuss Abenteuer mögen.

 

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Feuermagie

Reihe: Der träumende Diamant, Bd. 1

Autorin: Shana Abé

broschiert, 384 Seiten

Blanvalet, erschienen Februar 2008

ISBN 978-3-442-24495-9

Aus dem Englischen von Marianne Schmidt

Titelbild von Anne-Claire Payet und Eigenarchiv Hildendesign

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 21.03.2008, zuletzt aktualisiert: 06.03.2020 08:34