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Finsterwitz von Christian von Aster

Rezension von Ralf Steinberg

 

Die Finsterwitz CD beinhaltet eine kleine Sammlung schwarzhumoriger Stücke aus der Feder Christian von Asters. Bis jetzt sind sie überwiegend auf den Kleinkunstbühnen Deutschlands und der Schweiz zu hören gewesen, erfreuten sich aber im Zuge der Veröffentlichung einer in kleiner Auflage gebrannten Promo-CD und einem von Aster Feature in Deutschlandfunk solcher Beliebtheit, dass der Autor sie mit ein paar neueren Stücken zu dieser garstigen kleinen Sammlung zusammenstellte.

 

 

Willst Du des Nachts noch fröhlich zittern,

von Angst und auch voll Graus?

Dann höre hier von bösen Rittern,

vom Tumult im Totenhaus,

von Glocken, die verstummen,

mag man mit Leichen sie vermummen,

und lasst den Tod nicht warten,

der da buddelt noch im Garten!

Von Aster will Euch Kunde bringen,

von diesen und noch schlimmeren Dingen!

 

 

So könnte man mit allem Dilettantismus zu einem Abend einladen, der mit „Finsterwitz“ verschönert werden soll. Die bei Christian von aster & midas publishing produzierte CD enthält 13, natürlich 13, Gedichte, die vom Autor selbst vorgetragen werden. Dabei wird seine pointierte und sinnfeine Vortragsweise durch eine stets passende und düster untermalende Klangkulisse unterlegt, die sich nie in den Vordergrund drängt. Das Krächzen von Krähen, Läuten der Glocken, Zerschellen von Giftphiolen ertönt auf einem zwar rein elektronischen Klangteppich, der aber der Dynamik oder sanften Stille von Asters Stimme ein treuer Weggefährte ist.

 

Die in bester Tradition von Busch, Tucholsky oder Kästner aufgesetzten Verse überzeugen im Vortrage um so mehr, als der Autor natürlich den Rhythmus der Verse selbst bestimmt. Die Texte liegen der CD nicht bei, so muss man schon das morbide Vergnügen öfters wiederholen um einen kleinen Einblick in die Technik von Asters zu erhalten.

 

So sind die kleinen Geschichten meist Berichte, wendet sich die verdorbene Seele des Mörders direkt an den Hörer. Trotz des häufig verwendeten ABAB Schemas und der einheitlichen Endreime, kommt der Künstler nicht ins Stocken, erzählt er die morbiden Nettigkeiten locker und leicht.

 

Ein pechbehafteter Soldat, ein Uhrmacher mit großen Ambitionen, die zufriedene Kundin, ein erfolgreicher Gärtner, der Spezialitätensammler, ein ehrlicher Vergifter, ein verrotteter Dreier, ein fehlender Dritter, ein Kreuzritter der Neuzeit , weise Galgengestalten ,der besagte Leichhallenblues, ein Folterfreund und zum Schluss ein Fest am Dreizehnten gehalten - ein jeder Text ist amüsant. Fürwahr ein Hörgenuss. Die nette Nase des Coverskeletts deutet ja von Anfang an drauf hin: In Berlin ist es totlustig.

 

 

„Hätt’ all dies eine Moral,

ich schriebe sie in dunklem Rot,

und sie lautet ganz banal:

Fresst und sauft, bald seid ihr tot!“

 

(aus Text Nummer13 - Abendmahl im Finsterstein)

 

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Hörbuch:

Finsterwitz

Autor / Sprecher: Christian von Aster

Musik / Geräusche: Giftstachel

Titelillustration: Thomas Ott

Layout: Christian von Aster

Produktion: midas publishing

Erhältlich bei: Emmuty

Laufzeit ca. 55 Minuten

Empfohlener VK: € 12,95 (ohne Gewähr)

ISBN-Nummer: 3933683165 (1 CD)

VÖ: 15.07.2003

Emmuty Records CD VE012

Erhältlich bei: Emmuty

 

 

Weitere Infos:

Biographie, Bibliographie, Rezensionen und mehr zu Christian von Aster


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Erstellt: 13.03.2007, zuletzt aktualisiert: 18.02.2016 10:25