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Flammenwüste von Akram El-Bahay

Rezension von Christel Scheja

 

Akram El-Bahay ist der Sohn eines ägyptischen Vaters und einer deutschen Mutter und wuchs so mit den Einflüssen zweiter Kulturkreise auf, der seine Leidenschaft zum Beruf machte. Heute arbeitet er als Journalist und Autor. „Flammenwüste“ ist sein erster Roman und vermutlich auch der Auftakt zu einer ganzen Serie.

 

Es heißt, ein Drache soll Karawansereien und Dörfer niederbrennen. Zumindest berichten das Reisende und Flüchtlinge. So werden die Bewohner des Wüstenreiches Nabija langsam aber sicher unruhig, auch wenn keiner so recht an die Wesen glauben will, die ihren Platz heute nur noch in den Märchen und Legenden der Geschichtenerzähler finden, aber nicht mehr in der Realität.

Selbst Anur, der sich damit wie schon sein Großvater seinen Lebensunterhalt verdient, glaubt nicht an die Wahrheit hinter den Erzählungen, auch wenn er gerade jetzt die Aufmerksamkeit eines großen Publikums findet.

Er ist sogar so übermütig, sich anstatt seines Großvaters in den Palast des Sultans einzuschleichen, der dem einfachen Volk normalerweise verschlossen ist. Das kommt zwar heraus, aber man verzeiht ihm diesen Frevel, hat er doch einen wichtigen Rat gegeben, den der Herrscher über Nabija nun in die Tat umsetzen will. Allerdings schickt er auch Anur mit auf die Drachenjagd, die sein eigener Sohn Prinz Masul anführen soll.

Das ist eine neue Erfahrung für den jungen Mann, der die schützenden Mauern der Stadt bisher noch nicht verlassen hat und weder Kämpfer noch Magier ist. Aber es scheint, als bestimme das Schicksal selbst seinen Lebensweg und erlaube nicht, dass er sich ihm verweigert.

 

Die Tradition der morgenländischen Geschichtenerzähler schimmert in „Flammenwüste“ immer wieder durch. Gerade die Legenden aus der Vergangenheit sind das Geflecht, dass den Hintergrund erst lebendig macht und die Abenteuer bestimmt. Man merkt zudem, dass der Autor sehr wohl weiß, wovon er redet, denn die Farbenpracht der orientalischen Märchen wirkt weder aufgesetzt noch übertrieben, ist genau im richtigen Maß in die Geschichte eingebettet, um sie lebendig zu machen und voran zu treiben.

Der Held ist von Anfang an sympathisch – kein übermächtiger Krieger oder erfahrener Zauberer, eher ein junger Bursche, der noch mit viel Naivität und Neugier in die Welt schaut und bereit ist, allem erst einmal eine Chance zu geben. Ihn konfrontiert er mit Wesen, die er eigentlich nur aus den Märchen kennt, aber auch mit Mythen der Vergangenheit, die nun ihren Schatten in die Gegenwart werfen.

Er findet genau die richtige Mischung aus Beschreibungen und Dialog, lässt den Leser vielen kleinen Hinweisen und Geheimnissen folgen und sorgt gelegentlich für unerwartete Wendungen. Da er Klischees gerne immer wieder durchbricht, bietet der Roman auch für erfahrene Leser so manche angenehme Überraschung, die die Spannung zu erhöhen weiß.

Die Charakterisierung der Figuren bleibt zwar auf einem oberflächlichen Niveau, Helden und Schurken sind aber angenehm klar gezeichnet und bleiben so auch gut im Gedächtnis.

 

Alles in allem erweist sich „Flammenwüste“ als unterhaltsamer Fantasy-Roman mit einem farbenprächtigen und komplexen Hintergrund, der nicht nur wie ein aufgesetztes orientalisches Szenario wirkt, sondern fest in die Handlung eingebunden ist, und vielen kleinen aber feinen Überraschungen, die die Spannung auf einem hohen Niveau halten. Es lohnt sich einen Blick zu riskieren, wenn man abwechslungsreiche Abenteuer mit einer so intensiven wie stimmigen Atmosphäre mag.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Flammenwüste

Autor: Akram El-Bahay

Titelbild: Natalia Ponce Gutierez

BasteiVerlag, erschienen August 2014

broschiert, 528 Seiten

ISBN-10: 3404207564

ISBN-13: 978-3404207565

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 23.01.2015, zuletzt aktualisiert: 06.03.2020 08:34