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Fleming – Der Mann, der Bond wurde

Rezension von Christel Scheja

 

Es gibt wohl kaum jemanden, der noch nicht von „James Bond“ gehört oder gar einen der Filme gesehen hat. Die Kultfigur steht seit gut 50 Jahren als Synonym für den charmanten und furchtlosen Gentleman-Agenten, der im Kampf und bei den Frauen eine gleichermaßen gute Figur macht. Ian Fleming ist der Schöpfer der zwischen 1952 und 1964 erschienen Buchreihe, doch nur wenige wissen, dass er eine nicht minder schillernde Figur war.

Die vierteilige Miniserie „Fleming – Der Mann, der Bond wurde“ von BBC Amerika erweckt den Autor hinter einem der fiktiven Stars der populären Kultur nun zum Leben und zeigt, woher er Inspiration und Wissen für seine späteren Romane nahm.

 

Ian Fleming ist der jüngere und in den Augen seiner Mutter Evelyn missratene Sohn, der immer im Schatten seines Bruders Peter steht, der sich einen Namen als erfolgreicher Reiseschriftsteller gemacht hat.

Die im ersten Weltkrieg verwitwete Frau lässt immer wieder ihre Beziehung spielen, um auch ihr zweites Kind gut unterzubringen, aber Ian nutzt dies schamlos aus, um sich ein schönes Leben zu machen und in erster Linie als Playboy in Erscheinung zu treten, der das Geld mit vollen Händen ausgibt und viele Affären hat – vor allem mit verheirateten oder nicht standesgemäßen Frauen, wie der geheimnisvollen Anne O'Neill und der unerfahrenen, etwas naiven Muriel.

Bei Kriegsbeginn macht Ian keine Anstalten, es seinem Bruder gleichzutun, der bereits in der Armee dient. Statt dessen bringt er sich als Wertpapierhändler in der Bank immer mehr in Schwierigkeiten.

Evelyn Fleming legt jedoch beim Premierminister ein gutes Wort ein, dass Ian, ehe er noch mehr Unsinn treiben kann, gleich im Rang eines Commanders beim Marine-Nachrichtendienst findet.

Zunächst ist er nur einer der vielen Schreibtischtäter, aber er beginnt schon bald Geschmack an der neuen Arbeit zu finden und mit seinen Ideen die Abteilung aufzumischen.

Sein Vorgesetzter ist zunächst verärgert, erkennt dann aber die Fähigkeiten seines jungen Untergebenen, dessen Erfolge immer wieder für sich sprechen, auch wenn seine Methoden unorthodox scheinen und manchmal auch recht hart an der Grenze der Legalität entlang schrammen.

Schließlich geht Ian Fleming auch in den Einsatz und erlebt dramatische Abenteuer in Frankreich, Deutschland, England und Jamaica. In Kanada trifft er schließlich mit anderen Geheimdienstlern zusammen, die seine Ideen, sich auch die moderne Technik zu Nutze zu machen, nicht ablehnen sondern eher spannend finden.

Nur im persönlichen Bereich wartet so manche Hürde auf ihn, denn seine Liebschaften laufen nicht so, wie er es sich erhofft und sein Glück an der Seite einer Partnerin scheint in weite Ferne gerückt zu sein.

 

Wie genau die Mini-Serie nun das wahre Leben von Ian Fleming widerspiegelt, sei dahin gestellt, spannend aufgemacht ist die auf vier Episoden aufgeteilte Geschichte allemal und ein besonderes Schmankerl für diejenigen, die die Originalromane kennen.

Denn man wird vieles wiedererkennen, seinen es nun Personen wie M und Miss Moneypenny, die offensichtlich sehr reale Vorbilder hatten, die Arbeit als ganz normaler Geheimagent, der eben nicht nur auf Abenteuern durch die Welt jettet, sondern durchaus auch öde Schreibtischarbeit leisten muss oder sich mit bürokratischen Hürden herumzuschlagen hat.

Der Fleming der Serie ist ebenso eigenwillig wie die Kunstfigur, ein Mann, der zwar die Regeln kennt, aber auch bereit ist, sie zu brechen oder sich über Befehle hinweg zu setzen, wenn er einen Sinn und Nutzen darin sieht.

Ähnlich turbulent und holprig ist auch sein Privatleben – während er irgendwann Frieden mit seinem Bruder schließt, der ihm immer als leuchtendes Vorbild unter die Nase gerieben wird, bleibt das zur herrischen Mutter angespannt. Und auch in der Liebe hat er nicht so viel Glück wie er es sich wünscht.

Die Episoden zeigen, wie eng alles miteinander verwoben ist und bieten eine gute Mischung aus Soap und Abenteuer. Die Darsteller tauchen tief in ihre Rollen ein, vor allem Lara Pulver kann als geheimnisvolle und widersprüchliche Anne punkten. Und auch Dominic Cooper nimmt man ab, dass er das Zeug zum Agenten hat und den eigenwilligen Charakter von Ian Fleming lebendig in Szene setzt, ohne dabei zu verleugnen, dass auch er ein Mensch mit Schwächen und Unzulänglichkeiten ist.

Die Ausstattung und die Kostüme sind ebenfalls sehr gelungen und versetzen den Zuschauer atmosphärisch in die Jahres des Krieges zurück. Daher kann man es wohl auch verschmerzen, wenn Extras fehlen.

 

 

Fazit:

 

Allen Fans von „James Bond“ sei „Fleming - der Mann, der Bond wurde empfohlen, denn sie erlaubt einen spannenden und glaubwürdigen Blick auf den den Autor, der selbst eine schillernde Persönlichkeit und ein herausragender Agent war. Die Geschichte wird unterhaltsam und kurzweilig präsentiert – in einem Ambiente, dass stimmungsvoll in die Zeit des zweiten Weltkrieges zurück versetzt.

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Eure Meinung:

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MEDIUM:

Fleming – Der Mann, der Bond wurde

Regisseur(e): Mat Whitecross

Komponist: Ilan Eshkeri, Tim Wheeler

Künstler: Robert Bernstein, Peter Christelis, John Brownlow, Mac Ruth, Ed Wild, Katalin Baranyi, Sarah Curtis, Sophie Becher, Caroline Harris, Gary Davy, Huw Kennair-Jones, Don Macpherson, Stevie Haywood, Michael Parke, Douglas Rae

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Englisch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 1

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: WVG Medien GmbH

Erscheinungstermin: 26. September 2014

Produktionsjahr: 2014

Spieldauer: 180 Minuten

ASIN: B00L1TAG26

 

Erhältlich bei: Amazon

Darsteller:

  • Dominic Cooper
  • Lara Pulver
  • Annabelle Wallis
  • Samuel West
  • Anna Chancellor

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Erstellt: 06.10.2014, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56