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Frühling der Vergeltung von Daniel Abraham

Reihe: Die magischen Städte, Bd. 4

Rezension von Christel Scheja

 

Mit „Frühling der Vergeltung“ schließt Daniel Abraham seine ambitionierte Tetralogie „Die magischen Städte“ ab, die er mit „Sommer des Verrats begann, über „Winter des Verrats“ und „Herbst der Kriege“ weiter führte. In ihr erzählt er von einem zerbrechlichen Städtebund deren Herrscher sich viel zu lange zerfleischt und auf die Macht der „Dichter“ vertraut haben, die als Einzige in der Lage waren, machtvolle Dämonen zu binden und durch diese Magie zu wirken.

 

Otah Machi hat eine Menge erlebt. Der Sohn eines Khai, eines der Stadtherrscher, hat daraus seine Konsequenzen gezogen. Mit Hilfe der Dichter hat er die Fürsten unter seine Herrschaft gezwungen, damit endlich Frieden ist und die einfache Bevölkerung aufatmen kann. Er versucht dem Volk ein guter und gerechter Kaiser zu sein, was ihm nur mit der Hilfe seiner geliebten Frau gelingt.

Dann aber droht den Städten neuen Gefahr, denn das Volk der Galten fällt in das Land ein und beginnt gezielt die Siedlungen zu erobern und alle umzubringen, die in der Lage sind einen Dämonen, einen Adlaten, aufzuhalten. Otah und die überlebenden Dichter können die Invasion aufhalten, doch zu einem hohen Preis.

Sie müssen die Adlaten frei geben und erleiden einen grausamen Fluch: Von nun an sind alle Männer der Galten und alle Frauen der Stadtbewohner unfruchtbar. Nachwuchs können die Völker nur noch durch Vermischung zeugen.

Fünfzehn Jahre später macht sich der Fluch immer noch grausam bemerkbar. Schon lange sind keine Kinder mehr geboren worden und viele hadern mit ihrem Schicksal. Da beschließt Otah mit gutem Beispiel voran zu gehen und den anderen Mut zu machen. Er wirbt für seinen Sohn Danat um eine junge Frau aus einer edlen galtischen Familie. Doch das Mädchen ist sehr selbstbewusst und lässt sich nicht so einfach verschachern, so dass eine größere List notwendig wird.

Fern von seinem Herrscher versucht der verbliebene Dichter Maati immer noch die Adlaten zurück zu rufen, doch diesmal nicht mehr durch Männer, sondern durch junge Frauen. Ausgerechnet Otah Machis Tochter, eine begabte Heilerin unterstützt ihn dabei. Doch wie soll ein Dämon reagieren, wenn die Frau, die ihn als Dichterin lenkt, selbst unter einem schweren Trauma aufgewachsen ist und die Narben des Krieges noch immer an Körper und Seele trägt?

 

Im Gegensatz zum letzten Band erweist sich „Frühling der Vergeltung“ als etwas hoffnungsvoller. Es mag an der Jahreszeit liegen, aber auch in den Städten erwacht langsam wieder das Leben. Fünfzehn Jahre hat es gedauert, um einen Neuanfang zu wagen, und auch jetzt sind viele noch nicht glücklich über den Fluch. Gerade die Frauen hadern oft genug noch mit ihrem Schicksal, obwohl sie durch die Entlastung keine Kinder aufziehen müssen, mehr Freiheiten haben.

Während der Handlungsstrang um Otah Machi eher konventionell verläuft und zeigt, wie der alternde Herrscher sein Bestes tut, um die Narben des Krieges entgültig verschwinden zu lassen, erweisen sich die Ereignisse um Maati als weitaus spannender, zeigen sie doch, das jemand, der so sehr in der Vergangenheit verharrt wie der ehemalige Dichter letztendlich doch nur etwas Neues schaffen kann – und ob dieses gut ist, wird sich noch erweisen. Der Roman ist wie auch die anderen auf Einzelschicksale konzentriert und arbeitet diese sehr genau aus, so dass man die Motive und Handlungen, Ängste und Sorgen der Figuren sehr gut verstehen kann, seien es nun die von Otah Machi, der seinen Bemühungen als Reformator treu bleibt, seines Sohnes, der sich nur langsam aus dem Schatten seines Vaters wagt oder seiner selbstbewussten Tochter, die zwar sehr kritisch gegenüber ihren Vater ist, aber doch gesunden Menschenverstand besitzt.

Gewalt spielt in dem Roman nur eine geringe Rolle, auch wenn ihre Auswirkungen auf die Menschen allgegenwärtig ist.

Alles in allem wird das sehr ausführlich beschrieben, was den Spannungsbogen natürlich flach hält, aber der Roman hat überraschenderweise keine Längen. Man merkt, dass der Autor wieder dazu gelernt hat und nun besser weiß, wie er die Informationen verteilen muss.

 

Alles in allem ist „Frühling der Vergeltung“ ein gelungener Abschluss der Saga, der nicht nur inhaltlich, sondern auch stilistisch eine weitere Steigerung zeigt und die Saga zu einem abgerundeten und versöhnlichen Ende führt, das vor allem Leser faszinieren dürfte, die magische Geschichten lieben, in der es in erster Linie auf vielschichtige und lebendige Charaktere ankommt.

 

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Frühling der Vergeltung

Reihe: Die magischen Städte, Bd. 4

Autor: Daniel Abraham

broschiert, 475 Seiten

Blanvalet, erschienen Mai 2010

Übersetzung von Andreas Heckmann

Titelbild von Stephane Martiniere und Eigenarchiv Hildendesign

ISBN-10: 3442244498

ISBN-13: 978-3442244492

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 28.07.2010, zuletzt aktualisiert: 11.09.2019 19:57