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Galism - Crazy in Love Bd.1

Rezension von Christel Scheja

 

In Japan gibt es schon lange Mangas, die vor allem auf ein weibliches Publikum ausgerichtet sind. Sie unterscheiden sich von denen, die auf ein mehr männliches oder gemischtes Publikum ausgerichtet sind, vor allem durch die Inhalte, den Erzähl- und den Zeichenstil. Die sogenannten „Shojo“-Mangas legen großen Wert auf Beziehungen und Liebe. Dementsprechend dialoglastig und ruhig sind die Geschichten erzählt. Die Illustrationen fallen nicht durch ihre Dynamik sondern durch Detailverliebtheit und feine Federführung auf.

Die jungen Heldinnen wollen auf dem Weg zum Erwachsenwerden Spaß haben und vor allem irgendwann die große Liebe finden. Davon handelt auch Galism.

 

Das Ehepaar Ugajiin hält seine drei Töchter Yuri, Nobara und Ran für alt genug, um auch einmal ohne sie auszukommen, auch wenn die drei noch zur High School gehen. So erfüllen sie sich ohne viel Nachzudenken einen lange gehegten Wunsch. Sie gehen auf Weltreise und lassen ihren Nachwuchs zurück, um das Haus zu hüten.

Die drei Teenie-Mädchen haben nichts dagegen. Sie genießen die sturmfreie Bude, bis sie merken, dass ihre Eltern ihnen auch eine Menge Schulden hinterlassen haben, die sie nun abarbeiten müssen. Denn der, der es ihnen geliehen hat bittet die Mädchen nun nachdrücklich, sich für Frieden und Ordnung an der Manten High-School einzusetzen. Zusammen mit seinem Enkel Keno sollen sie verhindern, dass dort weiter Handel mit Hehlerwaren oder Drogen getrieben wird, dass junge Mädchen der unteren Klassen von den Älteren zu ungehörigen Dingen verführt werden und so fort...

Yuri und Nobara stürzen sich mit Begeisterung auf den Job, während Ran etwas verhaltener agiert, denn sie lernt den frechen Yudai kennen, der ebenfalls auf der Abschlussliste steht. Da er sie einmal vor anderen Jungs gerettet hat, glaubt sie, dass er doch besser als sein Ruf ist.

Die drei haben erste Erfolge zu verzeichnen. Doch dann erweist sich, dass hinter der Bitte doch eine Intrige größeren Ausmaßes steckt, als sie zunächst annahmen.

 

Es ist zwar eher unwahrscheinlich, dass unmündige junge Mädchen allein in einem Haus bleiben können, während ihre Eltern eine Weltreise machen – aber eine realistische Geschichte will „Galism“ auch nicht erzählen. Die überdrehte High-School-Comedy präsentiert drei quirlige und schräge Heldinnen, die weniger die Schule und ihren Lernerfolg, als Spaß und Abenteuer im Kopf haben.

Sie beißen sich immer irgendwie durch – und der jüngsten und vernünftigsten von allen winkt das Liebesglück, auch wenn genau diese Beziehung noch zu so manchen Irrungen und Wirrungen finden wird.

Vor allem für ältere Schüler dürfte der witzige Manga unterhaltsam sein, da er – wenn auch ein wenig überdreht – das Lebensgefühl dieser Generation zeigt, und manch einen kleinen Wunsch der Jugendlichen zwischen fünfzehn und achtzehn wiederspiegelt, der sich in der Realität nie erfüllen dürfte.

Eure Meinung:


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Comic:

Galism - Crazy in Love Bd.1

Text/Zeichungen: Mayumi Yokohama

Taschenbuch, s/w

Panini/Planet Shojo, 2006

Übersetzung aus dem Japanischen von Cäcilia Winkler

ca. 180 Seiten, Preis: 6,50 EUR

ISBN 3-86607-142-6

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 06.07.2006, zuletzt aktualisiert: 30.10.2019 14:43