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Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4

Rezension von Ingo Gatzer


 

Rezension:

Bei „Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4“ handelt es sich zwar bereits um den vierten Teil der Graphic-Novel-Adaption von George R. R. Martins Erfolgsserie. Dennoch ist es inhaltlich erst der Abschluss des ersten Originalbuchs. Wie es die Kenner der Serie gewohnt sind, bietet auch das Comic zahlreiche Erzählstränge. Tyrion Lennister, der im letzten Teil knapp dem Tod entrann, ist mit einer Horde von wilden Stammeskriegern in die Flusslande unterwegs. Währenddessen bn glaubt sein Vater, den Kampf gegen die Starks so gut wie gewonnen zu haben. Doch der junge Robb Stark ist mit seiner Mutter Cat und einem Heer in den Süden unterwegs, um seinen inhaftierten Vater zu befreien. Khalessi Dany muss erfahren, wie rücksichtslos die Reiter der Steppe einem Sieg mit den Besiegten umspringen und Jon Schnee erhält ein ganz besonderes Geschenk.

 

Verantwortlich für die inhaltliche Adaption der Romanvorlage ist wiederum Daniel Abraham. Der US-Autor ist mit George R. R. Martin befreundet und könnte eingefleischten Science-Fiction-Fans durch seinen Zyklus „Die magischen Städte“ bekannt sein. Die Vorlage seines Freundes überträgt er getreu in das Comic-Medium und lässt sich glücklicherweise – angesichts der beträchtlichen Länge der Vorlage - auch kaum zu unschönen Raffungen hinreißen. Abraham gelingt es perfekt, den Kern des Originals zu erfassen und in das andere Medium zu transformieren. Ähnlich wie im Buch wechselt er zwischen den Erzählsträngen im moderaten Tempo, sodass Leser die Chance erhalten, sich in jede Person und deren Erlebnisse einzufinden. Für eine Differenzierung sorgen auch die unterschiedlichen Hintergrundfarben der Kästchen, in denen der Erzähler einige Worte zur Situation verliert. Auch zahlreiche Dinge, die den Reiz der Vorlage ausmachen – etwa der ironische-sarkastische Habitus von Tyrion – haben es glücklicherweise in die Graphic-Novel geschafft.

 

Die visuelle Gestaltung obliegt – wie in den vorherigen Bänden - wiederum Tommy Patterson, der zuvor bereits Serien wie „Farscape“ oder „Grimm Fairy Tales“gezeichnet hat. Der US-Amerikaner gestaltet das Äußere seine Figuren nicht nach der TV-Serie, sondern vielmehr nach dem Buch. Damit sich Leser sofort zurechtfinden werden die wichtigsten Charaktere nicht nur mit Namen, sondern auch mit Porträts am Anfang dargestellt – eine wirklich gute Idee. Sein Figurendesign kann bis hin zu den Nebenfiguren fast zu 100 Prozent überzeugen. So ist der alte, knorrige Lord Walder mit seinen Altersflecken im Gesicht herrlich gestaltet. Lediglich Robb Stark wirkt mit seinem dichten Vollbart – er ist zu diesem Zeitpunkt etwa fünfzehn Jahre jung - etwas zu erwachsen. Patterson bietet dem Leser zahlreiche Details, die immer wieder auch der Stimmung zugute kommen – etwa wenn er im einen Teil des Panels eine Leiche baumeln lässt, der sich gerade ein hungriger Rabe nähert. Tommy Patterson beweist auch immer wieder kreative Ideen, etwa wenn er die Hälften der Gesichter von Tywin und Tyrion Lennister nebeneinander kombiniert – der Vater lächelnd, der Sohn unglücklich guckend. Sehr schön ist auch die XL-Darstellung des Schwerts Langklaue gelungen, das gleichzeitig als Panelbegrenzer fungiert. Wenn man etwas an Pattersons Zeichnungen kritisieren möchte, dann, dass die Perspektive nicht immer ganz stimmig ist – der Soldat, der nach der Schlacht zwischen Lennisters und Starks vor Tywin kniet, wirkt wie ein Kund – und dass die Schatten teilweise etwas grobschlächtig wirken. Auch an der Kolorierung von Sandra Molina und Ivan Nunes gibt es wenig auszusetzen, allerdings müsste die Kette eines Maesters streng genommen aus lauter verschiedenfarbigen Gliedern bestehen. Das sind aber wirklich nur Details, die einen starken Gesamteindruck kaum trüben.

 

 

Fazit:

„Game of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer 4“ kann qualitativ nicht nur mit der hervorragenden Vorlage, sondern auch mit der starken TV-Adaption mithalten und bietet sowohl inhaltlich als auch visuell – im doppelten Wortsinne – fantastische und fast perfekte Unterhaltung.

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Eure Meinung:

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Comic

Ravine Bd. 1

Autor: Daniel Abraham

Romanvorlage. Geroge R. R. Martin

Zeichner: Tommy Patterson

Erscheinungsdatum: Juni 2015

Panini - 192 Seiten - Softcover

ISBN-10: 3957982448

ISBN-13: 978-3957982445

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 12.07.2015, zuletzt aktualisiert: 23.06.2019 12:39