Gefährten des Lichts (Autor: Pierre Grimbert; Die Magier, Bd. 1)
 
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Gefährten des Lichts von Pierre Grimbert

Reihe: Die Magier Bd.1

Rezension von Christel Scheja

 

Während amerikanische Fantasy in aller Munde ist, und sich auch deutsche Autoren mittlerweile einen ansehnlichen Marktanteil erkämpft haben hört man etwas weniger von Romanen aus anderen Sprachräumen. Zum Beispiel werden nur selten Einzelbände und Zyklen aus Frankreich auch hier veröffentlicht. Zumeist haben sie dann Preise gewonnen, so wie die vorliegende Saga um „Die Magier von Pierre Grimbert.

 

Vor wenig mehr als einhundert Jahren lockte ein Fremder Abgesandte als allen bekannten Ländern auf die einsame Insel Ji. Was sie dort erlebten, erfuhr jedoch niemand, denn Monate später tauchten nur einige der Männer und Frauen wieder auf und schwiegen über die Zeit ihrer Abwesenheit. Sie alle hatten sich sehr verändert und schienen bis aufs Mark erschüttert. Einige waren sogar schwer verletzt, andere kehrten gar nicht zurück. Einige der Gesandten fielen bei ihren Herrschern in Ungnade, andere wieder zogen sich freiwillig aus ihren Ämtern und Würden zurück.

Aber ihnen war eines gemein: Sie gründeten Familien, zeugten Nachwuchs und verloren niemals den Kontakt zueinander. Auch ihre Nachkommen beschlossen, den Brauch nicht aufzugeben.

Nun, wo der Vorfall fast vergessen ist, werden die Nachkommen der Gesandten plötzlich durch eine Mordserie erschüttert. Meuchelmörder töten ohne Grund Männer und Frauen, tragen sogar regelrechte Listen mit sich herum. Was hat das zu bedeuten, und wer hat ihnen den Auftrag dazu erteilt? Alarmiert versucht man sich zu treffen, aber nur sechs der Nachfahren erreichen ihr Ziel.

Sie wissen auch nicht, wer warum plötzlich Jagd auf sie macht und können nur vermuten, dass es mit der Reise ihrer Vorfahren zusammen hängt. Deshalb beschließen sie auf den Spuren der einstigen Gesandten zu wandeln und sich ebenfalls nach Ji zu begeben. Vielleicht gibt es da Antworten auf ihre Fragen. Doch der nun folgende Weg ist mit vielen Gefahren gepflastert.

 

Durch die edle Klappbroschur und die farbigen Karten wirkt das Buch ungewöhnlich aufwendig und edel und zieht den Blick des Betrachters auf sich. Gerade diese Neugier ist auch von Nöten, denn französische Romane sind nicht gerade das, was der von amerikanischen Autoren verwöhnte Durchschnittsleser mag.

Zwar bekommt man auch hier eine spannende Geschichte mit vielen Gefahren und einem klug aufgebauten Geheimnis präsentiert, der Erzählstil ist aber ein wenig verschrobener und tiefgründiger als der angloamerikanische. Pierre Grimbert nimmt sich Zeit, die Helden einzuführen und charakterisieren, daher passiert inhaltlich noch nicht ganz so viel. Seine eher ruhige und figurbetonte Erzählweise tut das Übrige dazu, um den Roman etwas schwerfällig wirken zu lassen. Man merkt, das viel mehr hinter den Kulissen vor sich geht, als man ahnt, und auch die handelnden Personen nicht leicht zu durchschauen sind. Die oberflächliche Leichtigkeit, aber auch die Klischees der englischsprachigen Fantasy fehlen ganz.

Mit den ausgestreuten Hinweisen macht Pierre Grimbert aber trotzdem neugierig auf die kommenden Bände und weiß die Spannung zu halten. Es ist im Prinzip wie bei den francobelgischen Comics, die auch erst nach und nach das ganze Ausmaß der Geschichte enthüllen und oft als Gesamtkunstwerk zu betrachten sind.

 

„Gefährten des Lichts“ ist unterhaltsame, wenn auch nicht ganz so einfach zu genießende Fantasy. Wie auch bei den Comics aus Frankreich spielt sich neben dem Offensichtlichen noch weit mehr hinter den Kulissen ab, und die wahre Geschichte entfaltet sich erst nach Kenntnis des Gesamtwerks.

 

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Gefährten des Lichts

Reihe: Die Magier, Bd. 1

Autor: Pierre Grimbert

Le Secret de Ji: Six héritiers, 1999

Klappbroschur 368 Seiten

Heyne, erschienen April 2008

ISBN 978-3-453-52419-4

Übersetzung aus dem Französischen von Sonja Finck

Titelbild von Paolo Barbieri, Karte von Andreas Hancock

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 23.04.2008, zuletzt aktualisiert: 07.08.2022 14:43