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Gegen die Zeit von Bernd Perplies

Reihe: Magierdämmerung, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

„Gegen die Zeit“ ist der zweite Band der „Magierdämmerung“-Trilogie, in der Fantasy-Autor Bernd Perplies den Schritt in den Steampunk wagt und sich gar nicht einmal schlecht in diesem Setting schlägt.

 

Jonathan Kentham, Reporter des „Strand-Magazine“ ist auf dem Weg nach Hause, als er auf der Straße einen sterbenden Mann findet. Dieser steckt ihm einen Ring zu und flüstert drei Namen, ehe er stirbt.

Sehr schnell muss der junge Mann erfahren, dass er damit in eine Auseinandersetzung geraten ist, die schon eine ganze Weile hinter den Kulissen tobt. Denn der Verstorbene ist kein anderer als Albert Dunholm, der erste Lordmagier des „Silbernen Kreises“, einer geheimen Organisation, der alle angehören, die über Zauberkräfte verfügen.

Bisher hat Kentham nicht einmal an die Existenz übernatürlicher Dinge geglaubt, nun wird er vollständig in die Intrigen dieser ihm noch sehr fremden Welt hinein gezogen.

Dunholm ist den Intrigen seines Rivalen und Nachfolgers Wellington zum Opfer gefallen. Der ehrgeizige Magier und seine Anhänger haben das Ziel, eine uralte Quelle der Magie zu finden und wieder zugänglich zu machen, um damit die Mächtigen der Welt unter ihre Kontrolle zu bringen und hinter den Kulissen zu herrschen. Diese Kräfte werden im versunkenen Atlantis vermutet und so ist ihm jedes Mittel recht, den Ort zu erreichen.

Dabei hat er keine Skrupel, die Männer und Frauen aus dem Weg zu räumen oder festzusetzen, die ihm im Weg stehen.

So landet Kentham schließlich zusammen mit Jupiter Holmes und Kendra McKellen, die zu den wenigen Menschen gehören, denen er noch vertrauen kann im Kerker des „Silbernen Kreises“.

Doch immerhin sind noch Randolph Brown, Sedgewick und der Russe Grigori frei, die ebenfalls zu den Verschwörern gegen Wellington gehören. Diese setzen alles daran, ihre gefangenen Gefährten zu befreien, nicht ahnend, dass noch jemand anderes Rache an dem schurkischen neuen Lordmagier nehmen will.

Der schickt sich derweil an, mit einem ganz besonderen Schiff nach Atlantis aufzubrechen, nun wo die Koordinaten klar zu sein scheinen.

Und auch in Rom ist man auf das Treiben in England aufmerksam geworden, denn die Heilige Inquisition schickt eine Agentin los, um in London nach dem Rechten zu sehen...

 

Man merkt deutlich, dass „Gegen die Zeit“ der mittlere Band einer Trilogie ist, denn die Geschichte fängt mittendrin an und endet natürlich relativ offen. Doch Bernd Perplies gelingt es relativ gut, einerseits nicht zu viel zu verraten, andererseits aber auch schon die Weichen für den unvermeidlichen Showdown zu stellen.

So beginnt auch Kentham langsam die Kräfte zu begreifen und zu beherrschen, die ihm durch Dunholms ring verliehen wurden, die Gefangenen nutzen die Zeit, in der sie festsitzen, während sich die Gefährten in Freiheit den ein oder anderen fatalen Fehler erlauben. Zudem arbeitet er auch die Absichten des Feindes klarer heraus. Eine besondere Rolle kommt diesmal auch der sehr selbstverständlich agierenden Geisterkatze Watson zu.

Auch das Ambiente stimmt weiterhin. Der Autor nutzt auch weiterhin geschickt die Steampunk-Elemente, die er im ersten Band eingeführt hat, vor allem die Erfindungen, die Leser vielleicht aus Jules Vernes Romanen kennen. Bei den Figuren begnügt er sich überwiegend mit den bereits eingeführten Männern und Frauen, da er die altbekannten Schauplätze nutzt.

Alles in allem braucht aber auch dieses Buch seine Zeit, um in die Gänge zu kommen. So sind die ersten hundert Seiten Geplänkel, das die Handlung nicht wirklich voran treibt, sondern nur für Atmosphäre sorgt. Erst danach kommt die Geschichte in Fahrt und steigert sich - bis zum Cliffhanger am Ende.

Immerhin erfährt man einiges mehr über die Pläne der Gegenspieler, so dass die Spannung auf den letzten Band steigt. Allerdings erspart er es sich auch weiterhin, die Figuren tiefer zu charakterisieren, so dass man nicht wirklich warm mit allen wird, vor allem nicht mit den jungen Helden im Mittelpunkt. Da wachsen einem die kauzigen Nebenfiguren schon mehr ans Herz.

 

„Gegen die Zeit“ ist ähnlich wie „Für die Krone“ interessant gemachte Steam-Fantasy, die zwar sehr viel Ambiente besitzt, aber ebenso lange braucht, um in die Gänge zu kommen. Was auf jeden Fall stimmt, ist das Ambiente, während die Spannung eher auf einem durchschnittlichen Niveau bleibt. Es reicht aber aus, um neugierig auf den dritten und abschließenden Band zu machen.

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Gegen die Zeit

Reihe: Magierdämmerung, Bd. 2

Autor: Bernd Perplies

Paperback, Klappbroschur - 424 Seiten

Lyx, Köln, erschienen Februar 2011

Titelbild von Max Meinzold, Karten von Jan Reiser

ISBN-10: 3802582659

ISBN-13: 978-3802582653

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-Edition

ASIN: B004WJAOQK

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 07.07.2011, zuletzt aktualisiert: 24.11.2019 11:36