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Gerechter Zorn von Markus Heitz

Reihe: Die Legenden der Albae, Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

Noch nicht lange ist es her, da verabschiedete sich Markus Heitz erst einmal von seinen Zwergen und dem „Geborenen Land“. Nun aber ist er mit einem neuen Zyklus dorthin zurück gekehrt und zieht die ganze Geschichte unter einen neuen Gesichtspunkt noch einmal auf – nämlich von der anderen Seite. Im Mittelpunkt stehen diesmal die Albae, die finsteren Gegenstücke der Elben, die bereits in den „Zwergen“’-Romanen ihre unerbittliche Grausamkeit bewiesen haben.

Doch steckt nicht viel mehr hinter ihnen und ihrer Kultur? Dieser Frage geht der Autor in seiner zunächst auf zwei Bände geplanten Reihe „Die Legenden der Albae“ ein. „Gerechter Zorn“ ist der erste Band.

 

Beherrscht von Nagsar und Nagsor Ináste, den „Unauslöschlichen“, die nicht einmal von ihren eigenen Untertanen angeblickt werden dürfen, weil sie so schön sind, dass sie andere in den Wahnsinn treiben, leben die Albae schon seit vielen Jahrhunderten mehr oder weniger Friedlich in ihrem Reich Dsôn Faïmon und geben sich ihren familiären Verpflichtungen und allerlei Vergnügungen hin. Bis auf die Elfen betrachten sie keines der anderen Völker als besonders gefährlichen Feind. Denn die Menschen sind leicht unter Kontrolle zu bekommende und im Körper wie Geist schwache Wesen, wie die Sklaven in ihrer Stadt zu Hunderten beweisen.

Der kunstsinnige Sinthoras gibt sich der Malerei hin und genießt das Leben als Künstler, doch er kann auch ein Krieger sein und besitzt einen unstillbaren Ehrgeiz. Im Gegensatz zu ihm ist Caphalor ein pragmatischer Jäger und Familienmensch, für den in erster Linie der Schutz seiner nächsten Angehörigen und des Reiches im Vordergrund steht.

Beide Alben werden nun von den „Unauslöschlichen“ ausgewählt, um eine wichtige Mission zu erfüllen. Die Herrscher haben sehr genau beobachtet, dass in der Welt außerhalb ihres Reiches etwas vor sich geht. Nicht nur, dass die Elfen wieder etwas im Schilde zu führen scheinen, auch die Menschen rotten sich unter einem charismatischen Führer zusammen, der doch mehr Ärger bereiten könnte, als gedacht.

Sinthoras und Caphalor sollen einen mächtigen Dämonen finden und auf die Seite der Alben ziehen, um die Macht des zahlenmäßig unterlegenen Alben-Heeres in den kommenden Schlachten zu stärken.

Ohne es zu ahnen – oder vielleicht doch mit Absicht - haben sie jedoch zwei Krieger ausgewählt, die einander bereits von ihren unangenehmen Seiten her kennen gelernt haben und zwischen denen eine sterbliche Sklavin – die gerade in Bezug auf die Menschen eine Schlüsselrolle spielen könnte – steht.

Nun ist es an Sinthoras und Caphalor zu beweisen, dass sie ihre persönlichen Gefühle dem großen Ziel unterordnen und sich all den Gefahren gemeinsam stellen, die sie in dem unwirtlichen Land erwarten, um ihre Aufgabe zu erfüllen.

 

Man muss Markus Heitz eines zugestehen – er weiß durchaus, wie er seine Leser bei der Stange hält und neue dazu gewinnt. Denn einerseits gibt es für die Fans der „Zwerge“-Bücher ein Wiedersehen mit der Welt und ihren Geschöpfen, auf der anderen Seite ist das Buch auch so gehalten, dass auch Neueinsteiger keine Probleme haben sich mit den Gegebenheiten zurecht zu finden.

Er konzentriert sich fast ausschließlich auf die Kultur und Heimat der Albae. Der Auftrag einen Dämonen zum Verbündeten zu gewinnen, dient in erster Linie dazu, die Lebens- und Denkungsart eines Volkes vorzustellen, das nach bisherigen moralischen Vorstellungen böse ist. Ihm gelingt der Spagat, Helden zu schaffen, mit denen man mitfiebert, ohne dass er dabei deren grausame Natur leugnet. Die Figuren und ihr Hintergrund erinnern dabei durchaus an Michael Moorcocks Melniboneer aus seinem weltberühmten „Elric“-Zyklus.

Hier wie dort hat ein langlebiges bzw. unsterbliches Volk den Zenith seiner Kultur längst überschritten und betrachtet alle jüngeren Völker der Welt als minderwertig. Grausamkeit gegenüber diesen ist für die Angehörigen der Rasse deshalb auch ganz normal, da sie es in ihren Augen ja nur mit „Tieren“ zu tun haben. Und auch untereinander springen sie nicht gerade sanft miteinander um.

Damit die Geschichte nicht langweilig wird, spinnt sich um die Helden schon bald ein Netz von Intrigen und Feinde tauchen immer dann auf, wenn man sie am wenigsten brauchen kann oder man sie am wenigsten erwartet. Mehr als einmal werden die beiden Alben in heftige Kämpfe verstrickt oder geraten in Lebensgefahr, so dass Spannung gewährleistet ist.

 

Alles in allem bietet Markus Heitz einen gewohnt soliden Fantasy-Abenteuerroman, der mit viel Action und einer exotisch geschilderten Kultur aufzuwarten weiß. Erfahrene Leser werden zwar sehr leicht entsprechende Vorbilder erkennen und manchmal ein wenig am logischen Aufbau der Handlung zweifeln, aber letztendlich erfüllt „Gerechter Zorn“ aus den „Legenden der Albae“ seinen Zweck.

Wer sich von düsterer und actionreicher Fantasy einfach nur kurzweilig unterhalten lassen möchte, kann ohne Gewissensbisse zugreifen und wird es auch nicht bereuen.

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Gerechter Zorn

Reihe: Die Legenden der Albae

Autor: Markus Heitz

Broschiert, Paperback, 584 Seiten

Piper, erschienen April 2008

Titelillustration von Maximilian Meinzold

ISBN-10: 349270154X

ISBN-13: 978-3492701549

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 28.04.2009, zuletzt aktualisiert: 13.08.2019 17:04