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Geschmiedet in Feuer und Magie von Daniel Fox

Rezension von Christel Scheja

 

Hinter dem Pseudonym Daniel Fox versteckt sich ein britischer Autor, der seit langem die Kultur und Schönheit von Taiwan liebt und daher viele Elemente aus der Mythologie und Geschichte dieses Landes in seinen Roman einfließen lässt.

 

Die kleine Insel Taishu vor dem Festland wird zur Zuflucht des jungen Kaisers Chien Hua, der von Rebellen aus seiner Hauptstadt vertrieben wurde. Der junge Mann hofft nun auf dem Eiland, dass von Jadevorkommen nur so strotzt, seine magischen Kräfte stärken zu können, um eines Tages sein Reich zurück erobern zu können. Mit dem entsprechenden Idealismus und vielen Hoffnungen geht er an die Sache, während seine Mutter und der Rest des Hofstaates die Lage eher kritisch sehen, ist es doch nur eine Frage der Zeit, dass die Rebellen kommen und auch die Insel belagern werden.

Die einzige, die treu und offen zu ihm steht ist ein Fischermädchen, dass er sich zur Konkubine erwählt hat. Eine zarte Liebe entspannt sich zwischen beiden.

Noch ahnt der Kaiser nicht, dass das Schicksal zweier anderer Männer mit dem seinen verknüpft ist. Da ist der junge Jadearbeiter Yu Shan, der in einer der Minen einen überaus großen Jadestein findet, der dem Herrscher sehr viel mehr Macht verleihen könnte als alles andere. Er will ihm das Juwel bringen, doch schon auf dem Weg erfasst ihn der Zauber des Steins und beginnt ihn zu verändern, so dass er seine Menschlichkeit verliert.

Und nicht zuletzt ist da der junge Han. Der Gehilfe eines Schriftgelehrten wird erst von Piraten gefangen genommen, misshandelt und verstümmelt, dann nimmt ihn ein Schmied in die Lehre, der den Jungen allerdings nur in Ketten schlägt, um ihm zum Wächter einer Drachin macht, die gefesselt vor der Küste Taishus in den Tiefen des Meeres schlummert.

 

Wer fernöstliche Fantasy im westlichen Erzählstil und mit einem gewissen Niveau mag, wird sicherlich gerne zu „Geschmiedet in Feuer und Magie“ greifen. Der Roman führt gekonnt in die Kultur und Mythologie eines fremden, sehr exotischen Landes ein. Man spürt zwar durchaus den chinesischen Einfluss, merkt aber auch, dass einige Dinge etwas anders laufen als im Reich der Mitte und die Seefahrer eine viel größere Bedeutung haben.

Gerade wenn man bereits ein wenig von der Geschichte und Mythologie Taiwans kennt, wird man das ein oder andere wieder erkennen, denn der Autor hält sich doch ziemlich an die Realität.

Auch wenn man nicht viel Ahnung hat, macht der Autor den Einstieg leicht, denn er nimmt sich sehr viel Zeit, die Figuren und ihr Umfeld einzuführen und diese dann weiter zu entwickeln. Das führt zwar dazu, dass die Handlung nicht all zu actionreich wirkt, was aber durch recht drastische Beschreibungen von Brutalität ausgeglichen wird.

Letztendlich unterscheidet sich das Buch gerade dadurch trotz seiner westlichen Erzählweise doch von gängiger Fantasy-Kost und dürfte nichts für die Leser sein, die leichte und unkomplizierte Unterhaltung vorziehen.

 

Alles in allem ist „Geschmiedet in Feuer und Magie“ ein interessanter Roman, der zwar nicht so spannend und abenteuerlich ist, wie er sein könnte, aber dennoch eine dichte Atmosphäre und spannende Einblicke in eine exotische Kultur gibt, die nicht einmal erfunden ist. Wer sich darauf einlassen kann, wird die Geschichte genießen können, andere sollten besser zu den üblichen Völker-Romanen greifen.

Eure Meinung:


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Geschmiedet in Feuer und Magie

Autor: Daniel Fox

broschiert, 608 Seiten

Blanvalet, erschienen April 2010

Übersetzung aus dem Englischen von Maike Claußnitzer

Titelbild von John Lock

ISBN-10: 3442266750

ISBN-13: 978-3442266753

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 10.07.2010, zuletzt aktualisiert: 13.08.2019 17:04