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Ghosthunter von Derek Meister

Reihe:Das Licht, das tötet Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

Der 1973 geborene Derek Meister verfasste bereits als Jugendlicher Drehbücher und studierte deshalb auch in Potsdam-Babelsberg Film- und Fernsehdramaturgie. Inzwischen arbeitet er als freier Autor für verschiedene Produktionen und lebt mit seiner Familie in Niedersachsen. Trotzdem hat er jetzt offensichtlich noch die Zeit gefunden, weitere Romane neben seiner „Drachenhof Feuerfels“-Serie für Kinder zu verfassen. „Ghosthunter“ ist nicht nur sein Debüt im Jugendbuchsektor, sondern auch der Auftakt zu seiner dreibändigen SF- und Mystery-Trilogie „Das Licht, das tötet“.

 

Die alte und verlassene Basis der Royal-Air-Force übt schon eine ganze Weile eine seltsame Faszination auf Ian und seinen Freund Bpm aus, doch eine innere Stimme warnt den Jungen, das heruntergekommene aber noch immer abgesperrte Areal zu betreten. Denn immer wieder gellt ein Satz in seinen Ohren „Dieser Ort führt in eine andere Welt“.

Nachdem er zu einer Mutprobe provoziert wird, wagt er sich mit seiner Clique doch auf das Areal. Die Jugendlichen sehen sich eine Weile um – bis zu dem Moment in dem sie seltsame Geräusche wahr nehmen und ein grelles Licht, den Raum, in dem sie sich aufhalten, in Brand setzt. Diese seltsamen Geistererscheinungen versetzt Ian einen schweren Schock und lässt ihn nicht mehr los, auch als die Schwierigkeiten mit der Polizei längst ausgestanden sind.

Da sein Vater dort einst gedient hat, beschließt er mehr über dessen angeblichen Selbstmord heraus zu finden. Zusammen mit seinem Freund setzt er sich nach London ab und macht überraschende wie unheilvolle Entdeckungen. Denn auch sein Großvater ist nicht eines natürlichen Todes gestorben sondern auf mysteriöse Art verschwunden.

Ian fragt sich, ob nicht vielleicht mehr dahinter steckt, denn nun scheint er auch in das Visier geheimnisvoller Leute geraten zu sein. Mehr als einmal hat er das Gefühl, das jemand hinter ihm und Bpm her ist und ihn mundtot machen will.

Die junge Japanierin Chiyo kämpft auf der anderen Seite der Welt derweil mit ganz anderen Problemen. Sie verbringt die Tage ziellos und lässt sich von ihren Launen treiben, was ihr durch einen Kaufhausdiebstahl einiges an Ärger einbringt, dem sie sich aber durch Flucht entziehen kann. Die einzige Ablenkung, die ihr Spaß macht, ist an Robotern herum zu basteln, die sie selbst entwickelt hat, auch wenn das in dem spießigen Viertel, in dem sie mit ihrer Großmutter lebt, nicht immer einfach ist. Doch dann wird alles anders, als sie auf dem Dachboden der Scheune, in dem sie nach Ersatzteilen sucht, einen seltsamen Helm findet, der zwar Alterserscheinungen zeigt, aber ansonsten ganz in Ordnung ist. Die Bitten ihrer Großmutter ihn sofort wieder weg zu packen, machen sie noch neugieriger. Und deshalb nimmt sie das geheimnisvolle Artefakt nur einige Tage später wieder zur Hand, nicht ahnend, dass sie damit unheilvolle Geister und „Das Licht, das tötet“ auf sich aufmerksam macht…

 

Man merkt, das Derek Meister vom Filmfach ist, denn sein Roman ist tatsächlich wie eine Fernsehfolge oder ein Film aufgebaut. Szenen werden oft in dem Moment abgebrochen, in dem es spannend wird, um auf einen anderen Schauplatz umzuschwenken, damit der Leser ja bei der Stange bleibt, die Geschichte ist sehr dynamisch erzählt und mit vielen Actionszenen angereichert.

Zudem wirft er wesentlich mehr Fragen auf, als er beantwortet, denn keine der mehr als vier Handlungsebenen ist wirklich in irgend einer Form abgeschlossen. Man erfährt nur, dass der Selbstmord von Ians Vater Gründe hatte, die mit der alten Basis zusammen hängen und das vielleicht Ausserirdische ihre Finger mit ihm Spiel haben – Antworten darf man leider nicht erwarten. Das macht die Lektüre etwas enttäuschend, da man etwas zu sehr in der Luft hängen gelassen und auf die Fortsetzung vertröstet wird.

Ansonsten schreibt Derek Meister sehr flüssig und beweist ein Händchen für die richtige Mischung an Hintergrund und Action. Die Hauptfiguren sind ansprechend ausgearbeitet, so dass man sich genügend in sie hinein versetzen kann und auch eine gewisse Entwicklung merkt.

Zudem ist es erfreulich, dass er für seine unterschiedlichen Schauplätze sehr sauber recherchiert hat, da die Beschreibungen von Orten wie London, Tokio oder den Forschungsstationen in der Antarktis vorstellbar und lebendig wirken. Weil er zudem auch noch die ein oder andere historische Begebenheit eingebaut hat und sie mit interessanten physikalischen Phänomen verknüpft, entsteht ein komplexer Unterbau, der den Roman deshalb auch für Erwachsene interessant macht. Allerdings bleibt abzuwarten, ob er die nun gesponnenen Fäden auch passend zusammen fügen kann.

 

Wer Science Fiction und Mystery mag, und nicht unbedingt bereits im ersten Band erschöpfende Antworten vom erwartet, wird mit „Ghosthunter“ recht zufrieden sein. Durch die sehr filmische Erzählweise ist das Buch zudem recht unterhaltsam geschrieben, so dass keine Langeweile aufkommt.

 

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Buch:

Ghosthunter

Reihe: Das Licht, das tötet, Bd. 1

Autor: Derek Meister

gebunden, 439 Seiten

Loewe, Januar 2009

Titelbild: Dirk Steinhöfel

 

ISBN-10: 3785562624

ISBN-13: 978-3785562628

 

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 06.04.2009, zuletzt aktualisiert: 27.03.2020 13:31