Gildenbrief 54
 
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Gildenbrief 54

Rezension von Lars Perner

 

Der Gildenbrief – das Midgard-Magazin in seiner 54. Ausgabe macht seinem guten Ruf mal wieder alle Ehre. Ein schönes farbiges Hochglanz-Cover, auch die Schwarz/Weiß-Zeichnungen im Text sind sehr gut gelungen. Obendrein gibt es in der Mitte dieser Ausgabe eine A3-Farbkarte Myrkgards zum Heraustrennen. Der optische Gesamteindruck ist also äußerst professionell.

Und auch sonst kann dieser Gildenbrief (bis auf einen Druckfehler im Abenteuer) überzeugen. Interessante Artikel, schöne Dungeonabenteuer und jede Menge Zusatzinformationen zu -und damit eine Bereicherung für- Midgard.

Das Inhaltsverzeichnis wurde etwas überarbeitet. Zu jedem Artikel findet sich nun ein Hinweis für welche Region dieser geschrieben wurde. So kann man auf den ersten Blick erkennen, ob die eigene Lieblingsregion behandelt wird. Ich gehe jedoch besser der Reihe nach vor.

Wer sich noch nicht entschließen kann, ob er den Quellenband „Unter dem Schirm des Jadekaisers“ kaufen soll, bekommt ein kleines Häppchen, das darauf Appetit machen soll. Auf nur einer Seite wird ein äußerst merkwürdiger Flugapparat vorgestellt, der sicher für Erheiterung oder starke Blessuren sorgen wird. Etwas weniger ausgefallen, weil eindeutiger an reale fernöstliche Quellen angelehnt, ist das Thema des nächsten Artikels „Die Schule der Drei Unwürdigen zu Ehren WeTos“. Die sieben Seiten sind prall gefüllt mit Informationen zur gleichnamigen Waffenschule im TsaiChen-Tal. Die Geschichte der Schule ist als Stimmungstext angelegt. Die Aufnahmebedingungen und Ausbildung sind auch noch stimmungsvoll beschrieben leiten aber bereits zum eher regellastigen Teil über. Bei der Beschreibung der drei gelehrten Waffentechniken haben dann die Regeln endgültig die Oberhand. FukeNaiSchen, FukeNaiSasori, FukeNaiZi (Der unwürdige Affe, Skorpion, Ratte) werden mit allen benötigten Werten beschrieben. Insgesamt ein stimmungsvoller und informativer Artikel.

Anschließend kommt der Leser in den Genuss einer poetischen Kurzballade aus Alba.

Nach diesem kurzen dichterischen Ausflug geht es mit einem anderen Hintergrundartikel weiter. Auf sechs Seiten werden die Advocati Rettores (die Reitenden Rechtsgelehrten) vorgestellt. Was Indiana Jones für die Archäologen sind die Advocati Rettores für den Jurastudenten: gebildet, gelehrt aber doch mit Sinn fürs Abenteuer. Sie verstehen sich auf den Umgang mit Waffen genauso gut wie in der Anwendung der Gesetzestexte. Dieser Beruf wird im Artikel anschaulich beschrieben. Es wird ein lebendiges Bild gezeichnet - keine seitenfüllenden, trockenen Regeln. Dem Einsatz als Spielfigur steht nichts im Wege.

Den größten Teil des Gildenbriefes nehmen die beiden Abenteuer ein. Allein 14 Seiten für die Fortsetzung des in der vorigen Ausgabe begonnenen Waeland-Abenteuers „Durch Eis und Schnee“. In diesem zweiten Teil „Wyrdfridas Grab“ dreht sich alles genau um dasselbe. Es ist ein typisches Dungeonabenteuer. Jede Menge Räume gilt es zu erkunden, Fallen zu entdecken und zu entschärfen oder doch eher hinein zu tappen und Rätsel zu lösen. Der übliche Standard eben – jedoch recht gut präsentiert. Leider hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen. Wichtige Teile einiger Raumbeschreibungen fehlen. Diese sind allerdings auf der Homepage www.midgard-forum.de unter Downloads verfügbar. Auch wenig sinnvoll ist der nochmalige Abdruck des Regel-Kastens „Überleben im winterlichen Waeland“ aus Teil 1 des Abenteuers. Wenn überhaupt noch notwendig hätte eine gekürzte und vor allem angepasste Version ausgereicht. Insbesondere die Verweise auf Textpassagen des ersten Teils sind hier unverständlich und verwirrend.

Wer von Dungeons nicht genug bekommen kann, wird mit dem vierseitigen Szenario „Eine staubige Entdeckung“ bedient. Auch dieses ein typisches Dungeonsetting: Rätsel, Fallen, gefährliche Monster und zur Belohnung magische Schätze.

„Brettspiele in Escher“ behandelt die irdischen Vertreter dieser Art Spiele bzw. deren Anpassung an den Hintergrund Midgards. Die Fertigkeitsbeschreibung „Brettspiel“ aus „Die Pyramiden von Eschar“ wird überarbeitet. Aber auch Stimmungstexte wurden eingebaut und geben gute Anregungen fürs Rollenspiel. Ob allerdings die vorgestellten Brettspielregeln wirklich das Rollenspiel bereichern werden, wage ich zu bezweifeln. Hier hätte weniger mehr bedeutet. Das Thema ist einfach zu trocken. Die hier vorgestellten Regeln sind an Schach, Gammon und einige andere Spiele angelehnt und daher nicht unbedingt selbst erklärend. Das Ausspielen einer Schachpartie (und sei es auch eine Variante für mehrere Teilnehmer) im Rollenspiel wird sicher nicht von allen Beteiligten als spannend empfunden.

Im nächsten Artikel werden einige Hunderassen vorgestellt, die es nicht ins Bestiarium geschafft haben. Es überwiegen dabei die Regeln. Leider sind nicht von jeder Rasse Zeichnungen vorhanden. Ein Bild beschreibt eben immer noch besser als tausend Worte. Sonst das Übliche: Informationen und Werte für des Menschen besten Freund.

„Die Gescherwan“ – die wilden Bergstämme Urrutis werden im gleichnamigen Artikel beleuchtet. Dabei spielt der Stammesaufbau ebenso eine Rolle wie Sitten und Gebräuche. Schließlich werden einzelne Stämme ausführlicher vorgestellt. Insgesamt ein guter Einblick mit vielen Anregungen fürs Rollenspiel mit oder eher gegen diese Stämme.

Die Antwort auf der Midgard-Homepage gestellten Frage „Was ist der Anarch“ nimmt über sechs Seiten in Anspruch. Es werden Quellen zitiert und kommentiert. Leider setzt sich scheinbar der Trend fort, auch jedes noch so dunkle Mysterium der Spielwelten real erforschen zu müssen. Nur etwas für absolute Midgard-Fans.

Mit „Rang und Namen“ werden diesmal zwei Helfer der Dunklen Meister vorgestellt. Hier werden wichtige Hintergrundinformationen geboten, die das Spiel rund um den „Zyklus der Dunklen Meister“ bereichern. Natürlich findet man die Werte der beiden Helfer genauso wie ausführliche Informationen zu Motivation und Handlungsweisen. In folgenden Gildenbriefen soll diese Serie mit weiteren Helfern fortgesetzt werden. Man darf also gespannt sein.

 

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240225133437f67e592f
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Gildenbrief 54

Herausgeber: Elsa Franke, Verlag für F&SF-Spiele

Euro: 3,95

Softcover

Erhältlich bei: Verlag für F&SF-Spiele, Stelzenberg

Erhältlich bei: Pegasus

 


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Erstellt: 25.11.2005, zuletzt aktualisiert: 27.01.2015 17:05, 1587