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Glück ist was für Weicheier

Filmkritik von Cronn

 

Der deutsche Film wird immer wieder mal totgesagt. Aber wie man weiß, leben Totgesagte länger. Einen Beweis hierfür tritt die Regisseurin Anca Miruna Lazarescu mit Glück ist was für Weicheier an.

Der Streifen ist eine Mischung als Melodram und Coming-Of-Age-Geschichte und kann mit sehr guten Schauspielern punkten, allen voran Martin Wuttke und als Newcomerin Ella Frey.

Doch wie gelungen ist der Film. Das soll die nachfolgende Rezension aufzeigen. Aber zunächst ein paar Sätze zum Inhalt.

 

Verlagsinfo:

Stefan Gabriel ist Bademeister, engagierter Vater und darum bemüht, das Leben positiv zu sehen. Während sich der Witwer als Sterbebegleiter versucht, kämpfen seine beiden Töchter, die zwölfjährige Jessica und ihre ältere Schwester Sabrina mit ihren eigenen Problemen: Jessica wird oft für einen Jungen gehalten und muss gegen ihre seltsamen Ticks ankämpfen. Sabrina ist todkrank und ihr Gesundheitszustand verschlechtert sich rapide. Ein Plan muss her und zwar schnell.

 

Kritik:

Nach ihrem ersten Spielfilm Die Reise mit Vater hat sich die Regisseurin Anca Miruna Lazarescu einige ernste Themen ausgesucht und in »Glück ist was für Weicheier« eingebaut. Das Ergebnis ist ein durchaus gelungenes, wenngleich nicht vollauf ausgewogenes Filmexperiment geworden.

Die Themen »Tod eines Kindes« und »psychische Probleme von Kindern« werden ernst genommen und dennoch nicht zu belastend inszeniert. Dabei ergibt sich eine Schwerpunktverlagerung, die nicht jedem gefallen wird. Der Handlungsstrang mit der sterbenden Schwester wird vom Drehbuch zu wenig gravitiert, während der Handlungsstrang der psychisch labilen Jessica etwas zu viel Aufmerksamkeit erhält. Auch die Gefühle des Vaters der beiden Schwestern werden zwar angesprochen, aber zu wenig intensiviert. Dem Film ist anzumerken, dass die Regisseurin und Drehbuchautorin sich bemüht hat, ein allumfassendes Bild der auseinanderbrechenden Familie zu zeigen, dabei allerdings sich zwischen alle Stühle setzt.

 

Auf der positiven Seite sind die Schauspieler zu erwähnen. Martin Wuttke als Vater agiert glaubwürdig zwischen sanftem Sterbebegleiter und verzweifeltem Vater. Seine Tochter Jessica wird von der Newcomerin Ella Frey absolut überzeugend dargestellt. Hier ist ein großes Lob auszusprechen. Auch die anderen Schauspieler agieren auf hohem Niveau.

 

Das Produktionsdesign sowie die weitere technische Umsetzung (Musik, Ton, Kamera) ist ebenfalls sehr gelungen.

 

Fazit:

»Glück ist was für Weicheier« ist ein gelungener Film, der aber nicht in die obersten Wertungsregionen vordringen kann. Dazu fehlt ihm ein Mehr an Tiefe bzw. Ausgewogenheit, wenngleich ihm sein Bemühen um ein differenziertes Bild positiv anzurechnen ist.

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Eure Meinung:

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DVD:

Glück ist was für Weicheier

Regisseur: Anca Miruna Lazarescu

Format: Breitbild

Sprache: Deutsch (DTS 5.1), Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (Dolby Digital 2.0)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 2.39:1

Umfang: 1 DVD

FSK: 12

Concorde Video, 18. Juli 2019

Produktionsjahr: 2017

Spieldauer: 92 Minuten

 

ASIN: B07RD3JG8K

 

Erhältlich bei: Amazon

DarstellerInnen:

  • Tina Ruland
  • Martin Wuttke
  • Emma Bading
  • Christian Friedel
  • Ella Frey

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Erstellt: 26.07.2019, zuletzt aktualisiert: 26.07.2019 09:33