Götter (Autorin: Trudi Canavan; Das Zeitalter der Fünf, Bd. 3)
 
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Götter von Trudi Canavan

Reihe: Das Zeitalter der Fünf, Bd. 3

Rezension von Christel Scheja

 

Trudi Canavan, die mit ihren Romanen um die „Gilde der Schwarzen Magier“ in Deutschland aufgenommen wurde, schließt mit „Götter“ nun auch ihre zweite Trilogie um „Das Zeitalter der Fünf“ ab, die mit „Priester“ begann und in „Magier“ fortgeführt wurde.

Inzwischen ist Auraya nicht länger eine der „Weißen“. Diese sind die Auserwählten der fünf Götter und dienen als Mittler zwischen den unsterblichen Beschützern der Welt und den Sterblichen. Mit besonderen Kräften ausgestattet sorgen sie für den Erhalt und die Verteidigung des Glaubens.

 

Zwar erringt die junge Priesterin, die nicht einmal Hohepriesterin ist, im Kampf gegen die abtrünnigen Pentadrianer viele Erfolge und machte sich um den Glauben verdient, aber eines sehen weder die Götter noch die anderen Weißen gerne: Ihren Umgang mit den Traumwebern. Denn die Männer und Frauen, die ihre Gaben nicht in den Dienst der Unsterblichen stellen, sondern nur in den der Menschen sind ihnen schon lange ein Dorn im Auge, haben sie doch Fähigkeiten entwickelt, die den Göttern gefährlich werden könnten. Vor allem Mirar, der Älteste von ihnen, den sie eigentlich vor hundert Jahren besiegt geglaubt haben.

Auraya hingegen scheint die Traumweber hoch zu schätzen und gut mit ihnen auszukommen. vor allem einer von ihnen hat es ihnen angetan: Leiard, ihr alter Lehrmeister. Deshalb kann sie auch den Befehl der Götter nicht ausführen, als offenbar wird, das der alte Mann nicht der ist, der er zu sein scheint. Die Weißen entdecken schließlich sein Geheimnis: Hinter Leiard steckt kein anderer als Mirar.

Und als Die Götter als Beweis ihres Glaubens fordern, dass Auraya den Mann tötet, der so mit ihren Gefühlen gespielt hat, verweigert sie den Gehorsam. Zu viele Ungereimtheiten im Verhalten der Wesen, an die sie glaubte, und der Weißen haben sie nachdenklich gemacht. Deshalb zieht sie sich zu den Siyee zurück, um das stark geschwächte Volk auch weiter zu beschützen. Sie läuft nicht mit fliegenden Fahnen zu Mirar über - aber sie lauscht nun auch seinen Lehren bewusster, um sich selbst klar zu werden, was sie eigentlich will.

Denn nach und nach brechen die Lügengebilde um sie herum zusammen und enthüllen die Wahrheit, die vor allem die Götter so lange vor den Menschen zu verbergen versuchten.

 

Auch im dritten Band bleibt Trudi Canavan sich selbst treu. Sie führt die Entwicklungen weiter, die sie im zweiten Band eingeleitet hat und stellt dabei einige Dinge auf den Kopf, die in den ersten Bänden noch als Wahrheit gegolten haben. Je mehr sie dabei von der Vergangenheit der Welt enthüllt, desto deutlicher wird, dass die „Götter“ nicht unbedingt die zu sein scheinen, die sie behaupten zu sein.

Das Buch ergründet die Geheimnisse der unsterblichen Wesen auf zwei Ebenen. Zum einen enthüllt der Blick in die Vergangenheit unangenehme Wahrheiten, zum anderen beginnt Auraya immer mehr zu zweifeln. Sie erkennt Zusammenhänge zwischen dem, was früher widersprüchlich war und erkennt nun, wer ehrlich zu ist, und wer sie belügt. Und auch Mirar, für den die Fronten eben so klar waren wie für Auraya muss einige Ansichten revidieren und mit neuen Erkenntnissen verbinden.

Die Grenzen sind nun völlig verwischt. Gut und Böse gibt es eigentlich nicht, nur menschliche Schwächen und Eigenschaften - und ein ende, mit dem man so nicht gerechnet hat.

Das alles ist ein wenig durch Beschreibungen der Veränderungen im Lande und zwischenmenschliche Szenen aufgelockert. Wie immer schildert Trudi Canavan lebendige und glaubwürdige Charaktere, die mit der Geschichte wachsen und sich durch die Erfahrungen wandeln. Das trifft nicht nur auf Auraya und Mirar, sondern auch einige andere der wichtigen Nebenfiguren zu.

Zudem bietet sie einen interessante Interpretation magischer Vorgänge und Geheimnisse, die vom üblichen Schema abweicht. Auch die Längen halten sich in Grenzen. Auf den ersten hundert Seiten entwickelt sich die Handlung zwar etwa schleppend, aber danach kann man nicht mehr aufhören zu lesen, da sie die Fäden geschickt und spannend zusammenführt.

 

„Götter ist der gelungene Abschluss von „Das Zeitalter der Fünf“. Wieder einmal bietet Trudi Canavan kurzweilige Unterhaltung mit der ihr eigenen Neigung zu Überraschungen und einem diesmal sogar augenzwinkernden Ende..

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Buch:

Götter

Reihe: Das Zeitalter der Fünf Band 3

Autorin: Trudi Canavan

Taschenbuch, 796 Seiten

Blanvalet, März 2008

Übersetzerin: Michaela Link

Titelbild: Steve Stone

 

ISBN 978-3-442-244784-3

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 24.03.2008, zuletzt aktualisiert: 07.08.2022 14:43