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Götter und Kulte

D&D Vergessene Reiche Quellenband

Rezension von Sebastian Hogrebe

 

„Kleriker und Gemeine, Magier und Krieger – nahezu jeder Einwohner Faerûns betet zu mindestens einer Gottheit. Manche dieser Götter flößen ihren Anhängern großen Respekt ein, während andere große Furcht auslösen. Hier finden Sie gute und böse Götter vereint. Sie erhalten einen vollständigen Überblick über alle Gottheiten des Kampagnen-Sets: Vergessene Reiche mit allen Informationen über die wichtigsten Götter, ihre besonderen Mächte und die Fähigkeiten ihrer treuen Anhänger sowie die Beschreibungen weniger bekannter oder verbreiteter Götter.

Götter und Kulte enthält: *weit über hundert Gottheiten *zwanzig spezielle Prestigeklassen für Kleriker *Karten von vier Tempeln.“

(Herstellerinformation)

 

Götter und Kulte ist ein gebundenes Buch mit 272 farbig bedruckten Seiten inklusiver einer Seite mit Werbung. Entwurf: Eric L. Boyd und Erik Mona, Entwicklung: Sean K. Reynolds, Deutsch von: Stefan Kreksch, Lektorat: Holger Raab, Kunst Direktor und Umschlaggestaltung: Oliver Graute, Umschlagillustration: Brom. Um das Buch benutzen zu können sind das Spieler-Handbuch, das Spielleiter-Handbuch, das Monster-Handbuch und das Kampagnen-Set: Vergessene Reiche nötig. Unter anderem folgende Quellen wurden verwendet: Glauben und Ehre, Kampagnen-Set: Vergessene Reiche, Magie Faerûns, Meister der Wildnis, Lied und Stille und Zauberbuch und Drachenblut.

 

Der Inhalt: ist in eine Einleitung, 4 Kapitel und einen Anhang aufgeteilt, dazu gibt es Seitenbalken, Neue besondere Eigenschaften von Waffen und Rüstungen, Neue magische Gegenstände, (ein) Neue(s) Monster, Neue Schablonen und Neue Zauber.

Die „Einleitung“ befasst sich auf 12 Seiten erst einmal mit allgemeinen Aussagen und Regeln zu den Göttern. Es geht um die verschiedenen Pantheons, tote Götter, neue Götter und um Stufen der Macht. Nach einer kurzen Aufzählung von grundsätzlichen Fähigkeiten der Götter folgt eine Erklärung für die einzelnen Einträge in „Kapitel 1: Die wichtigsten Gottheiten Faerûns“.

Auf 103 Seiten werden die bekanntesten und mächtigsten Gottheiten des größten Pantheons, das der Menschen, von Faerûn vorgestellt. 30 Gottheiten, deren Einträge denen aus dem Kampagnen-Set: Vergessene Reiche entsprechen, allerdings viel ausführlich sind und auch über 2 Seiten reichen können. Ein Schwerpunkt liegt hier auf der Beschreibung von Klerus und Tempel, kann sich aber auch in den Abschnitt Geschichte und Beziehung verschieben, insbesondere bei jüngeren Gottheiten. Neben dieser Ausarbeitung bereits bekannter Informationen gibt es zu jedem Gott einen Abschnitt in dem seine Macht in Werten und Fähigkeiten angegeben wird. Dazu kommt noch ein Abschnitt über den Avatar der jeweiligen Gottheit. In diesem Kapitel finden sich auch die Drow-Götter Eilistraee und Lolth.

„Kapitel 2: Andere faerûnische Gottheiten“ umfasst 72 Seiten und die weniger wichtigen Götter, sowie die Pantheons der Drow, Elfen, Gnome, Halblinge, Mulhorandi, Orks und Zwerge. Auf diesen Seiten findet man die aus dem Kampagnen-Set: Vergessene Reiche schon bekannte Art von Einträgen für Götter. Damit sind die Einträge wesentlich kürzer als in Kapitel 1 und es fehlen Werte, Fähigkeiten und Avatarbeschreibungen für die Götter.

Das „Kapitel 3: Heilige Stätten“ stellt auf 34 Seiten 3 Orte vor, die von kirchlichen Kulten oder Organisationen aufgebaut, besetzt oder heimgesucht werden. Neben den Karten und Ortsbeschreibungen findet sich die Geschichte des jeweiligen Ortes und die wichtigsten NSC in Beschreibung und Werten.

Mit 38 Seiten folgen in „Kapitel 4: Verfechter des Glaubens“ die Prestigeklassen und die beiden Schablonen dieses Buches. Die Prestigeklassen sind spezifisch und auf einzelne Götter, Kirche, Kulte oder Organisationen ausgerichtet. Die beiden Schablonen sind eine neue Art Untoter und der Auserwählte von Tyrannos.

Im „Anhang“, 12 Seiten stark, gibt es Talente, die Sonderfähigkeiten der Götter, die Domäne der Ruhe, 2 neue Zauber und die tabellarische Übersicht über alle faerûnische Götter, auch die der Monster.

Die letzten Kategorien des Inhaltsverzeichnis fassen Material zusammen das über das ganze Buch verteilt ist, wie Seitenbalken und -kästen.

 

Bei der Kritik an diesem Buch könnte man sich natürlich auf die Grundsatzdiskussion einlassen, ob Götter eigentlich Werte benötigen. Aber hier geht es um das Buch und das präsentiert sich mit der gewohnt hohen Qualität: Tolle Aufmachung, die Illustrationen durchschnittlich bis stimmungsvoll, hochwertiges Papier, die gewohnt übersichtliche Struktur und neben den Bergen an Werten auch viele Beschreibungen und Geschichten interessant und auf den Punkt gestaltet.

So spannend und unterhaltsam teilweise der Hintergrund der Götter ist, so nützlich sind die Informationen über die Beziehungen der hohen Mächte untereinander und die Struktur der jeweiligen Kirchen. Hier schreit dieses Buch im Grunde lediglich nach: mehr davon. Mehr Informationen zu den Göttern der „kleinen“ Pantheons und überhaupt Einträge für die Götter der Monster. Die einseitige Übersicht über diese Götter ist einfach viel zu wenig um Kleriker der Monster auch einmal interessanter darzustellen oder diese Götter in ein Spiel einzubinden.

Die Seitenbalken oder -kästen, im ganzen Buch verteilt, widmen sich Spielmechanik oder Geschichten, gleichermaßen interessant und/oder nützlich. Es ist allerdings ein wenig umständlich, dass die neuen Eigenschaften für Waffen und Rüstungen so wie die neuen magischen Gegenständen „wild“ im Buch verteilt sind. Sicherlich ist es nett sie einem Gott zuzuordnen, aber es entsteht dadurch eine rechte Blätterei. Ansonsten sind die neuen Eigenschaften, Talente, Zauber und (das) Monster wenig umwerfend (auch wenn sie durchaus effektiv sein mögen). Einige der Prestigeklassen wirken dagegen wirklich interessant, weil sie ihre Idee konsequent verfolgen und ein „Hüter des Waldes“ oder „Elementarer Archon“ mehr sind als lediglich neue Fähigkeiten und Kräfte (aber natürlich fehlen diese nicht).

Die „Karten von vier Tempeln“ entpuppen sich als lediglich drei Orte, die allerdings ordentlich beschrieben und mit interessanten NSC bestückt sind. Man könnte sicherlich spannende Szenarien aus ihnen basteln, wesentlich leichter allerdings wird es sein sie lediglich in eine laufende Kampagne einzubinden.

Die Prestigeklassen bieten sehr viel Flair aber auch sehr viel Spezialisierung. Sie sind stark auf einen Gott oder eine Organisation geeicht. Hier hätte man sich nicht allein auf die zaubernden bzw. klerikalen Klassen konzentrieren und es auch anderen Klassen ermöglichen sollen in den besonderen Dienst einer Gottheit zu treten. So sind diese Prestigeklassen für Kämpfer oder Schurken eher uninteressant bis unmöglich, was völlig unnötig großes Potential brach liegen lässt.

Das Korrektorat hat bei diesem Buch ein paar ziemlich offensichtliche Dinge übersehen. So wird man schon im Inhaltsverzeichnis bei den Kapitelüberschriften fündig, wo Seitenzahlen oder sogar das ganze Kapitel 4 falsch ausgezeichnet sind. Ein weiterer Fehler lauert zum Beispiel in der Beschreibung des Magiewächters, dessen Fähigkeit „Eins mit der Magie“ ein Problem mit dem Talent „Schnell zaubern“ aufweist. Dies sind allerdings kosmetische Faktoren die den Gebrauch des Buches nicht verhindern.

Was leider auch durch dieses Buch nicht ganz klar wird ist die Antwort auf solche Fragen: Warum tragen die Götter, als (pure) Verkörperung ihrer jeweiligen Gesinnungen und Einflusssphären nicht einen Krieg in ihren Ebenen aus, wie er unter den Scheusalen ein paar Stockwerke tiefer tobt? Und wie können die ganzen Bösewichter in Faerûn ihre Pläne in aller Ruhe vorbereiten und durchführen, wenn die guten Götter sie theoretisch entdecken und ihre sterblichen Jünger darüber informieren können? Zumal die Götter ja durch Ao erst vor kurzem darauf eingeschworen wurden sich mehr um ihre Gefolgschaft zu kümmern.

 

Fazit

Das Fazit des Buches fällt eindeutig positiv aus, mit ein paar Abstrichen. Wer sich an Werten für Götter nicht stört, die Kirchen stärker ins Spiel bringen oder auch mal einen Abstecher in himmlische Gefilde zu einem Gott organisieren will, der wird mit diesem Buch gut bedient. Und für die kleineren Pantheons ist es praktisch unerlässlich. Insgesamt ist es fast seinen vollen Euro wert.

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Götter und Kulte

System: D&D

Vergessene Reiche Quellenband

Autoren: Eric L. Boyd, Erik Mona

Gebundene Ausgabe

272 Seiten

Verlag: Feder&Schwert

Erschienen: Februar 2007

ISBN-10: 3867620008

ISBN-13: 978-3867620000

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 19.04.2007, zuletzt aktualisiert: 22.02.2015 04:26