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Göttin des Meeres von P.C. Cast

Reihe: Mythica, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Durch den Erfolg der “House of Night”-Serie, die P.C. Cast zusammen mit ihrer Tochter Kristin verfasst, bekommen nun auch die Einzelromane der Autorin mehr Aufmerksamkeit und werden ins Deutsche übersetzt, auch wenn sie schon fast zehn Jahre alt sind. Das ist vor allem bei der „Mythica“-Reihe der Fall, in der Cast klassische Sagen- und Märchenmotive aufgreift, mit einem gehörigen Schuss Liebe vermischt und in die Gegenwart versetzt.

Erschienen ist nun der zweite Band „Göttin des Meeres“, in dem sich alles um das Schicksal von Undine der Meerjungfrau dreht.

 

Christine arbeitet bei der Air-Force und ist eigentlich mit ihrem Leben zufrieden, auch wenn nicht immer alles so läuft, wie sie es sich wünschen würde. Denn gerade an ihrem fünfundzwanzigsten Geburtstag lassen sie auch ihre Eltern mit liebgewonnenen Traditionen im Stich. In ihrer Verzweiflung bittet die frustrierte junge Frau um ein Wunder – nicht ahnend, dass sie tatsächlich jemand hört.

Tage später absolviert sie einen Trainingsflug, der jedoch fatal endet. Bei dem Absturz droht sie zu ertrinken, doch es geschieht ein Wunder – sie findet sich in den Tiefen des Meeres mit einem Fischschwanz wieder.

Ehe sie so recht begreift, was mit ihr geschieht, taucht ein kräftiger Meermann auf, nennt sie Undine und macht klar, dass sie ihm gehört und gefälligst zu gehorchen habe. Christine ist verzweifelt – ist sie vom Regen in die Traufe geraten. Oder hat sich tatsächlich eine Göttin eingemischt und fordert für die Rettung nun einen Preis?

Im Folgenden ist es an ihr, das Schicksal von Undine zu wenden. Gaea, die Mutter Erde selbst, bittet sie, zu verhindern, dass ihre Tochter mit Poseidon Triton in die Hände fällt. Doch auch die Flucht aufs Land reicht nicht aus, denn Tritons Arm reicht weit, und nicht nur der Abt eines Klosters, auch der junge Ritter, der sie aus den Fluten rettet, stehen unter dem Einfluss des Schurken.

Und nicht zuletzt hat Christine bereits ihr Herz an den stattlichen Meermann Dylan verloren, ohne dass sie es weiß. So muss sie sich selbst über ihre Gefühle klar werden, und ganz Frau werden, um die richtige Entscheidung zu treffen.

 

Wieder nutzt die Autorin eine mythische Gestalt um eine Liebesgeschichte darum zu spinnen. Allerdings bleibt die Handlung nicht allein den Sterblichen überlassen, hier greifen tatsächlich immer wieder göttliche Mächte ein, um die Handlung wieder auf Kurz zu bringen.

Zwar ist „Göttin des Meeres“ flott erzählt, aber die phantastischen Elemente sind nur Staffage, die dazu dienen, die Frauen noch schöner zu machen und Schwierigkeiten mit einer Handbewegung aus dem Weg zu gehen.

Die Heldin mag zwar modern und selbstbewusst wirken, erfüllt aber gänzlich die Klischees, die man von ihr erwartet – ist immer dann weiblich und schwach, wenn ihr Auserwählter seine große Stunde haben soll. Wirkliche Misstöne gibt es in der Geschichte nicht, denn die Schurken sind nicht wirklich bedrohlich und handeln auch viel zu inkonsequent um wirklich gefährlich zu werden. Zartbesaiteten Gemütern mag ein Schauer über den Rücken rinnen, wenn sie Frauen grob behandeln, aber die Gewalt wird bewusst ausgeklammert oder einfach nur beschönigt..

Man merkt P.C. Cast an, dass sie sich um die Jahrtausendwende an den „Entdecke die Göttin in Dir“-Trend angehängt hat, der nur dazu dient, die weiblichen Kräfte auf das Eine – den Mann fürs Leben zu finden – zu konzentrieren. Ein Happy End ist dann natürlich vorprogrammiert.

Letztendlich ist der Roman auf weiten Strecken vorhersehbar, arbeitet mit konventionellen Figuren und Handlungsmustern und vergisst, das Fantasy eigentlich ganz andere Inhalte hat, als die Helden zusammen ins Bett zu bringen.

 

Alles in allem spricht „Göttin des Meeres“ in erster Linie wohl nur noch die Leserinnen an, die von magisch angehauchten Liebesgeschichten mit nur vordergründig exotisch-göttlichen Wesen und Taten, aber auch den gängigen Wohlfühl-Klischees nicht genug bekommen können.

Der durchschnittliche Fantasy-Fan wird sich von der seichten, zudem noch überdreht wirkenden Romanze eher mit Grausen abwenden, denn er wird außer einer Menge Liebesgesäusel und ein bisschen Hausfrauen-Esoterik nicht viel Anderes vorfinden.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Göttin des Meeres

Autorin: P. C. Cast

Reihe: Mythica Band 2

Taschenbuch, 446 Seiten

Fischer, Mai 2012

Übersetzer Anna Julia und Christine Strüh

 

ISBN-10: 3596193834

ISBN-13: 978-3596193837

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B007P3QPX6

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

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Erstellt: 12.06.2012, zuletzt aktualisiert: 18.04.2019 11:14