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Grablicht, Band 1: Liebeslied an den Tod

Rezension von Christel Scheja

 

Schon seit Jahren ist bekannt, dass die deutsche Manga-Szene ebenso rege ist wie die in anderen Ländern. Nicht nur die einheimischen Groß-Verlage wie Egmont oder Fanseiten wie Animexx haben sich dieser angenommen, auch kleinere Verlage und professioneller gestaltete Seiten geben den jungen Talenten aus unseren Landen eine Chance. Dazu gehört www.comicstars.de. Dort kann man nicht nur Comics lesen, sondern auch veröffentlichen. Und die vielversprechendsten davon erscheinen nun in gedruckter Form bei Knaur. Den Anfang macht unter anderem der erste Band von „Grablicht“, einer Serie von Daniela Winkler.

 

Eines Nachts kommt ein junges Mädchen verwirrt auf einer Parkbank in den städtischen Grünanlagen zu sich und hat Schwierigkeiten sich überhaupt an irgend etwas zu erinnern, geschweige denn, wie sie an diesen Ort gekommen ist..

Sie stellt nur eines an sich fest – sie ist voll von einer klebrigen Substanz, die wie Ketchup aussieht. Deshalb fragt sie nach Hilfe.

Doch der junge Mann, der gerade in ihrer Nähe in ein Handy spricht und dieses Gespräch erst einmal beendet, klärt sie schnell darüber auf, was ihr geschehen ist und sie nun erwartet: Sie sei sechzehn Jahre alt und hieße Emily. Das was an ihr klebt ist nicht Ketchup sondern Blut, für das er verantwortlich sei, weil er sie kurzerhand in einen Vampir verwandelt habe, eine Kreatur wie er, David, eine sei. Immerhin habe sie schon im Sterben gelegen. Er will ihr nun zeigen, wie sie in ihrem neuen Zustand überleben kann.

Das Mädchen will das nicht glauben und hält ihn für einen Spinner, wird aber schon bald eines besseren belehrt, als ein blonder Junge namens Jorel mit einem Kreuz in der Hand auftaucht und David töten will. Der scheint zu glauben, dass ihr Begleiter die Wahrheit sagt und verwickelt den Vampir nun in einen Kampf.

Emily ist hin und her gerissen und weiß nicht, was sie tun soll, doch dann wird ihr die Entscheidung aus der Hand genommen, denn es kommt alles ganz anders als alle Beteiligten vermuten.

 

Anders als in Amerika oder anderen westlichen Ländern halten sich deutsche Mangaka gerne an ihre japanischen Vorbilder. Das zeigt sich schon an der typischen Leserichtung und setzt sich in der Gestaltung der Geschichte fort. So werden überschwängliche Gefühle sehr gerne dadurch dargestellt, dass die Figuren karikaturenhaft verzerrt werden. Man merkt, dass sich die Geschichte in erster Linie an Kinder und Jugendliche wendet, denn die Gags sind typisch für diese Zielgruppe und damit ein wenig alberner als man als Erwachsener gewohnt ist. Zudem wird die Gewalt durch humorvolle Einlagen aufgelockert, so dass gar nicht erst Grauen und Angst aufkommen können.

Letztendlich ahnt man schon, worauf es trotz der Kampfeinlagen heraus kommen wird – Emily und Daniel entwickeln schon in diesem ersten Band leichte romantische Gefühle füreinander und Jorel der Vampirjäger scheint das Zünglein an der Waage zu werden.

Die Handlung selbst bleibt auf einem harmlosen Niveau und dient in erster Linie dazu, die Figuren und das Setting einzuführen, ebenso anzudeuten, dass da vermutlich noch mehr geschehen wird.

Daniela Winklers Zeichenstil weiß zu gefallen, er ist niedlich und eigenwillig aber auch klar und verliert sich nur dann in Details wenn sie für den Fortlauf der Geschichte wichtig werden. Acht Seiten sind zudem farbig gehalten, so dass man gleich in die richtige Stimmung kommt.

 

Alles in allem ist „Grablicht 1: Liebeslied an den Tod“ eine Geschichte, die vor allem jugendlichen Vampirfans gefallen dürfte, da sie genau die richtige Mischung aus Humor, Romantik und Abenteuer für diese Zielgruppe bietet.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Grablicht, Band 1: Liebeslied an den Tod

Autorin & Künstlerin: Daniela Winkler

Großformatiges Manga-Taschenbuch, 178 Seiten

Knaur/New Ground Publishing/Comicstars, 05/2010

ISBN-10: 3426530007

ISBN-13: 978-3426530009

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 10.05.2010, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40