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GT Pro Series (Nintendo Wii)

Rezension von Björn Backes

 

Zum Start der Wii-Konsole vor ungefähr drei Jahren zeigte sich bereits eine Tendenz, die bis zum heutigen Tage nicht abgeflacht ist: Nintendo und ihre zahlreichen Vertriebspartner setzen in erster Linie auf familienfreundliche Casual Games und lassen den Action-Markt zunächst einmal außen vor. Auch die Rennsport-Sektion nagt von Beginn an am Hungertuch, wird zwar weiterhin mit den jeweiligen Ablegern der großen Serien versorgt, hinkt aber grundsätzlich immer ein ganzes Stück hinter der NextGen-Konkurrenz her. Einer der ersten Titel in diesem bereich war seinerzeit „GT Pro Series“, eine Gamecube-Adaption, die im Original sogar mit einem Lenkradaufsatz geliefert wurde. Die Software Pyramide legt das Spiel nun noch einmal neu zum Midprice auf – doch verdient der eigentlich via Ubisoft erschiene Titel diese neuen Ehren überhaupt?

 

Inhalt:

In Sachen Gameplay musste „GT Pro Series“ nämlich schon damals mächtig Prügel einstecken. Der Aufbau war zwar insgesamt noch ganz in Ordnung, doch gerade die ziemlich schwache KI und die gleichförmigen Strecken und Karossen versagten dem passionierten Konsolen-Lenker ziemlich schnell den Spielspaß. In diesem Zusammenhang ist sicher zu beachten, dass „GT Pro Series“ zu jener Zeit noch eine Art Prototyp für die ganz frische Konsole war. Doch auch als solcher verdiente das virtuelle Racing-Game keine Blumen…

 

In Sachen Gameplay ist „GT Pro Series“ jedenfalls aus dem gleichen Holz geschnitzt wie die meisten Spiele aus diesem Sektor. Man kämpft sich mit einem relativ schwachen Wagen durch die untersten Klassen des Karrieremodus’, spielt durch Siege und gute Resultate neue Wagen und Tuning-Teile frei, arbeitet sich langsam hoch und steigt mit verdienten Lizenzen und Prämien in die nächsten Klassen ein. Im Gegensatz zu den weitaus bekannteren Titeln gibt es hier aber einige hemmende Einschränkungen. Zunächst einmal sind bei manchen Rennen auch gleich die Rennmaschinen festgelegt, mit denen man überhaupt erst antreten kann. Dies klingt im Grunde genommen auch reizvoll, da dieser Aspekt suggeriert, man müsste nun eine ganz besondere Challenge meistern. Letzten Endes ist es aber leider so, dass man alle Kisten locker hochtunen kann und somit auch den hinderlichsten Lieferwagen mit dem sportlichsten Flitzer gleichsetzen kann. Weiterhin unterscheidet sich selbst bei den unterschiedlichsten Autos das Feeling nur marginal voneinander. Und dies ist auch der wesentlichste Kritikpunkt im gesamten Gameplay: Man kämpft leidlich und fleißig um neue Karossen, muss aber später erkennen, dass sich durch die vermehrte Auswahl eigentlich nicht besonders viel ändert. Wären die Tuning-Optionen etwas attraktiver, könnte man dort eventuell noch was herausschlagen. Doch dies ist alles nur spekulativ und sieht in der Realität gänzlich anders aus!

Eine Besonderheit, die sicherlich noch nennenswert ist, wäre die Tatsache, dass alle 82 frei zu spielenden Wagen aus dem asiatischen Raum stammen. Zehn Automobilfirmen haben ihren guten Namen für „GT Pro Series“ hergegeben und einen Querschnitt ihres Stalls ins Rennen geschickt. Das ist deswegen spannend, da man hier nicht gleich die üblichen Geschichten auffindet. Doch am Gameplay rüttelt dieser Fakt ebenfalls nicht.

 

Der Übersicht halber sei angeführt, dass man neben dem Karrieremodus auch noch typische Optionen wie Zeitfahren und Multiplayer ansteuern kann. Insgesamt können gleich vier Leute gleichzeitig um den Sieg fahren, was angesichts der wilden Wii-Steuerung aber bekanntlich nicht immer anzuraten ist – obschon: Hier passt’s ganz gut, da das Spieltempo sich für einen Titel aus diesem Genre wirklich in Grenzen hält.

 

 

Technik/Grafik:

Überraschenderweise ist das Handling für einen Starter-Titel richtig gut. Gerade wenn man einen Lenkrad-Aufsatz sein Eigen nennt (so zum Beispiel die „Mario Kart“-Beilage“), geht die Steuerung gut von der Hand und wird auch sensibel umgesetzt. Das Feeling ist aber dennoch nur sub-optimal, weil die Beschleunigung nicht dem entspricht, was das Tacho anzeigt, und die Streckenführung alles andere als spektakulär ist. Hier hätte „GT Pro Series“ auf alle Fälle fordernder sein können – und müssen!

Grafisch bleibt eigentlich nur zu sagen, dass das Design ein klassisches Wii-Debakel ist. Die Optik hätte auch zum Gamecube-Release niemanden mehr aus den Socken gehauen, geschweige denn die beweglichen Animationen, bei denen es gelegentlich sogar noch zu kurzen Rucklern kommt. Das geht definitiv besser; auch auf der Wii…

Soundtechnisch ist „GT Pro Series“ eine solide Geschichte, zwar nicht besonders, aber auch nicht in den unteren Bereich tendierend.

 

 

Spielspaß:

Was man dem Spiel zugute halten muss, ist ganz klar die quantitativen Möglichkeiten, die sich über die ersten Rennsport-Games für die Wii hinwegsetzen. In den vier Klassen werden mehr als 30 Rennen geboten, die erst einmal gewonnen werden wollen. Viel mehr Positives gibt es aber dann auch nicht zu berichten. Es will nämlich einfach keine echte Pistenatmosphäre aufkommen, einerseits wegen des lahmen Spieltempos, andererseits wegen der selten herausfordernden Streckenführungen. Die Tuning-Optionen fungieren derweil als Alibi für das bescheidene Gameplay, sind aber in ihrer Anordnung auch kaum ausgereift. So dümpeln die Modi mehr oder weniger vor sich hin, ohne wirklich Ansprechendes zu bieten, vor allem aber auch ohne anständige Argumente aufzubringen, was „GT Pro Series“ im positiven Sinne von der Konkurrenz unterscheidet. Auf der Wii ist das Spiel mangels ordentlicher Alternativen vielleicht noch eine nette Geschichte; doch wenn man echten virtuellen Rennsport erleben und fühlen möchte, ohne dass man permanent ausgebremst wird, sollte man zu vergleichsweise lohnenswerteren Titeln wie „Need For Speed Pro Street“ greifen. Und einen jüngeren Titel aus dieser Serie zu empfehlen, spricht ja eigentlich schon Bände…

 

 

Fazit:

Die Neuveröffentlichung von „GT Pro Series“ ist grundsätzlich eine Sache, die in dieser Form keiner eingefordert hat. Das Spiel ist mäßig bis schwach, und aufgrund der Tatsache, dass jetzt noch nicht mal mehr der Lenkrad-Aufsatz mitgeliefert wird, gibt es eigentlich nichts, was das Ganze in irgendeiner Form empfehlenswert macht. Rennsport-Spaß gibt es bei Nintendo eben momentan nur in witzig…so wie beispielsweise bei „Mario Kart“!

 

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Wii-Spiel:

GT Pro Series

System: Nintendo Wii

Designer: Ubisoft

Publisher: ak tronic / Software Pyramide

USK-Einstufung: Freigegeben ohne Altersbeschränkung gem. 14. JuSchG

ASIN: B00264U1L6

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 14.07.2009, zuletzt aktualisiert: 25.01.2015 11:00