Hakonwulf von Thule (Autor: Hanns Kneifel)
 
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Hakonwulf von Thule von Hanns Kneifel

Rezension von Christian Endres

 

Hanns Kneifel hat schon einige historische Romane verfasst und ist dem ein oder anderen Perry-Rhodan- oder Atlan-Leser ebenfalls nicht unbekannt. Beim Fabylon Verlag ist nun vor Kurzem ein weiterer historischer Roman aus seiner Feder erschienen, in dem der Autor sich den Abenteuern Hakonwulfs, des jungen Prinzen von Thule annimmt ...

 

Thule, die halbmythische Insel im eisigen Norden der Welt, ein Ort des Friedens, der heißen Quellen und des allgemeinen Wohlstands, ist die Heimat von Prinz Hakonwulf, dem Thronfolger des Inselreichs, der dort auf einer Burg lebt und sowohl in den Dingen der Gelehrsamkeit, als auch in den ritterlichen Tugenden Tag für Tag auf den Tag vorbereitet wird, da er den Thron besteigen und das Reich regieren wird. Die ganze Ausbildung scheint jedoch ihren Sinn zu verlieren, als Hakonwulf kurz vor dem Winter einer Verschwörung auf die Schliche kommt, die noch weitreichende Folgen haben soll. Trotz der Unterstützung einer Gruppe wackerer Ritter gelingt es dem König und seinen Getreuen nicht, die Verräter und ihre furchtbaren Verbündeten, die Nordmänner, aufzuhalten, und so muss das königliche Geschlecht gemeinsam mit seinen Getreuen Thule verlassen.

 

Man siedelt also nach Britannien über und besiedelt dort ferner eine Insel im ansonsten eher unwirtlichen Sumpf. Ein neues Leben beginnt für Prinz Hakonwulf und seine Freunde, die treuen Ritter und Menschen aus der Heimat. Hakonwulf lebt sich gut in diesem neuen, kleinen Reich ein, hilft den anderen, indem er zum erfolgreichsten Jäger in den Sümpfen wird, und erlebt kleinere und größere Abenteuer im Sumpf und dem daran grenzenden Umland. Dabei verliert er sein großes Ziel – Camelot – jedoch nie ganz aus den Augen, und als er eines Tages Merlin nicht mehr nur im Traum, sondern in leibhaftiger Form trifft, ist er entschlossener denn je, die sagenhafte Feste zu finden und ein Ritter Camelots zu werden ...

 

Jeder, der schon einmal ein Prinz Eisenherz-Comic gelesen hat oder zumindest mit der Story vertraut ist, der wird erkennen: Hanns Kneifels Hakonwulf hat einige ganz und gar auffällige Parallelen zu dem »anderen« Prinzen von Thule. Das ist auf der einen Seite ein Pluspunkt, da man sich recht schnell heimisch fühlt, andererseits bietet die ohnehin sehr steife Handlung dadurch auch fast keine Überraschungen oder allzu spannenden Momente mehr. Dafür punktet Kneifel dann aber mit einer passend-blumigen Sprache und wohlrecherchierten, jedoch unaufdringlich eingeflochtenen Details, womit er zumindest der Akribie eines Hal Foster letztlich in nichts nachsteht.

 

Die Aufmachung wartet mit einem robusten Hardcover, gutem Papier und einem recht hübschem Titelbild auf, und auch wenn sich ein paar Fehler in Sachen Satz (hier vor allem beim Zeilenüberhang) eingeschlichen haben, bleibt ein durchaus positiver Eindruck zurück, der sich nicht hinter anderen gebundenen Neuerscheinungen verstecken muss. Chic!

 

Fazit: Die historische Genauigkeit und Detailbesessenheit eines Hal Fosters und einige Einflüsse, die stark an Poul Andersons großartige Romane über andere nordische Helden- und Sagengestalten erinnern, lassen es schon vermuten: Man muss ein Faible für diese Art von halbhistorisch, halbmystischen Rittergeschichten haben, damit man auch wirklich eine Freude mit ihnen haben kann, und sollte auch einer sehr geradlinigen Handlung ohne große Überraschungen nicht abgeneigt sein.

 

Wer allerdings auf historische Ritterromane dieser Art steht, darüber hinaus mit einer Prise Fantasy und Mystik umgehen kann und dann auch den für diese Geschichten typisch linearen Storyaufbau in Kauf nimmt, der kann bei »Hakonwulf von Thule« nicht viel falsch machen. Vor allem Fans von Prinz Eisenherz & Co. können also durchaus einmal einen Blick riskieren ...

 

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Buch:

Hakonwulf von Thule

Autor: Hanns Kneifel

gebunden, 280 Seiten

Fabylon. Juni 2006

 

ISBN: 3927071161

 

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 27.06.2006, zuletzt aktualisiert: 16.11.2022 17:36