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Halloween 2007 (DVD; Horror; FSK 18)

Rezension von Cronn

 

Im Jahr 1978 schockte ein Film Amerika und die ganze Welt. Die Rede ist von Halloween, gedreht von keinem Geringeren als dem später als Regisseur zu Weltruhm gelangenden John Carpenter.

 

„Halloween“ war als Film revolutionär dank seiner Radikalität und dem bewussten Verzicht auf Erklärungsversuche des Verhaltens des Psychopathen Michael Meyers. Das führte dazu, dass die Kinogänger in Scharen den Film sehen wollten und die Boxoffice-Kassen klingelten. Doch damit nicht genug. Wo sich ein Erfolg einstellt, will Hollywood natürlich weiterhin kassieren. Aber die Nachfolger des Klassikers waren mehr oder weniger gut gemeinte Versuche, das Erfolgsrezept weiter aufzuköcheln. Was dabei nicht beachtet wurde, ist die Tatsache, dass Aufgewärmtes meist nicht mehr so gut schmeckt.

 

Jetzt hat sich Amerikas Rocker Nummer 1, Rob Zombie, aufgemacht, mit dieser Tradition zu brechen. Der ehemalige Frontsänger der Band White Zombie hat nach seinen ersten cineastischen Gehversuchen Haus der 1000 Leichen und The Devil Rejects den Original-Halloween-Streifen zum Vorbild genommen und ein Remake gedreht. Wie er sich dabei als Regisseur entwickelt hat, ist eine interessante Frage.

 

Inhalt:

Michael Myers führt als zehnjähriger Spross einer White-Trash-Familie eine bedauernswerte Existenz als stets gehänselter und verlachter Außenseiter - bis ihm an Halloween der Kragen platzt und er zum Massenmörder wird. 17 Jahre später ist der mittlerweile zum Riesen herangewachsene Junge in der Psychiatrie von Dr. Sam Loomis zum Enigma-Rätsel geworden. Dann erwacht seine Wut an Halloween von neuem, und er macht sich auf den Weg, das letzte verbleibende Familienmitglied, die ahnungslose Laurie Strode, zu töten.

 

Doch dabei fallen ihm mehrere andere Personen zum Opfer, die ihm unvorsichtigerweise in die Quere kommen.

 

Rezension:

Rob Zombie beweist Mut, sich eine Horror-Ikone wie „Halloween“ als Grundlage für ein Remake zu nehmen. Um es vorweg zu nehmen – der Versuch ist geglückt.

Ein Remake sollte nicht die gleichen Wege wie das Original gehen. Das ist in der Musik genauso wie beim Film. Aus diesem Grunde scheiterte beispielsweise das Remake von Psycho, ein Film, der dem Original von „Halloween“ in einigen Aspekten Pate stand. Glücklicherweise nahm sich Rob Zombie diese Tatsache zu Herzen und konzentriert sich in der ersten Hälfte des Films auf die Umstände, die Michael Meyers zum Psychopathen machen. Dabei wird eine grobe Psychostudie gezeigt, in welcher eine sog. „White Trash“-Familie in allen hässlichen Details porträtiert wird. Das mag simplifizierend sein, entbehrt aber zumindest nicht einem kritischen Ansatz. Was mit dem Töten von Tieren bei Michael beginnt, endet mit seinem ersten Mord an einem Mitschüler. Sobald er die Technik erlernt hat, so scheint uns der Film sagen zu wollen, macht Michael bei seiner Familie weiter und schlachtet einen nach dem andern ab – bis auf die kleine Schwester Laurie. Diese wird dann 17 Jahre später zum Zielobjekt des Psychopathen.

Rob Zombie hat mit dem Schauspieler des jungen Michael Meyers eine gute Wahl getroffen. Der Junge spielt die Bestie in Menschengestalt derart überzeugend, dass es einem kalt den Rücken hinab läuft. Die erste halbe Stunde ist hervorragend, sowohl was Timing, Schnitt und auch Aussage betrifft.

Als Michael Meyers 17 Jahre später ausbricht, flacht der Film etwas ab, verfällt mehr in die typischen Strukturen des Slasher-Films. Was ihn aber dennoch vom Versinken in der Mittelklasse abhält, ist die Radikalität, welche auch bereits das Original (in den damaligen Strukturen gesehen) besaß. Doch die Radikalität bei Zombie ist anders als bei Carpenter. Wo Carpenter gnädig ausblendete und dem Zuschauer in seiner Phantasie sich die Folgen ausmalen ließ, da hält Rob Zombie gnadenlos drauf. Dabei wird der Film in der vorliegenden Schnittfassung beileibe kein Splatter-Exzess, aber beinhart ist die Gewalt der in Körper eindringender Messer dennoch.

Die Schockszenen sind spürbar und sitzen, sind allerdings zumeist von der simplen Natur eines „Buh“-Rufs nicht zu unterscheiden. Nur hier und da wird durch längere Passagen mit unheilvoller Musik Spannung und Atmosphäre aufgebaut.

Die Musik ist eines der großen Pluspunkte des Films. Rob Zombie hat gut daran getan, den Original-Score, der von John Carpenter selbst komponiert wurde, zu verwenden. Sofort entstehen im Kopf des Zuschauers Parallelen zum Original-Film von 1978. Auch auf der Leinwand erweist Rob Zombie seinem Regievorgänger seine Referenz, beispielsweise in der Szene, in der Michael Meyers sein Opfer mit einem Messer an die Wand nagelt. Die Kopfbewegungen Meyers im Anschluss daran sind eins zu eins dem Original entlehnt.

 

Fazit:

Rob Zombie hat nach seinen ersten Gehversuchen das Laufen gelernt. „Halloween“ ist ein kompromissloser, harter Horror-Film aus der Subsparte der Slasher-Movies, der unter die Haut geht. Gerade in der ersten Hälfte des Films, in der ein schwer traumatisiertes Kind zum Killer mutiert, macht „Halloween“, und damit Rob Zombie, alles richtig.

Michael Meyers wird dabei aber nicht zu einer Ikone a la „Freddy Krueger“ hochstilisiert, sondern im Gegenteil als das Monster belassen, das er schon im Original war. Ein Zeichen davon ist, dass Michael Meyers seinen langjährigen „Freund“ in der Psychiatrie, einen Wärter, bei seinem Ausbruch gnadenlos umbringt, obwohl der ihn an ihre lange Bekanntschaft erinnert.

„Halloween“ ist das geglückte Meisterstück des Regisseurs Rob Zombie. Es lohnt sich, diesen Mann im Auge zu behalten. Seine weiteren Werke werden darüber entscheiden, ob „Halloween“ lediglich ein Glücksfall war oder der Auftakt zu einer Karriere mit herausragenden Filmwerken.

Eure Meinung:


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Film:

Halloween

Regisseur:

Komponist: Tyler Bates

Format: Dolby, DTS, PAL, Surround Sound

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 2.35:1

FSK: 18

Studio: Ufa/DVD

Senator, April 2008

Spieldauer: 106 Minuten

 

ASIN: B0012OVE3A

 

Erhältlich bei Amazon

 

Darsteller:

Scout Taylor-Compton

Malcolm McDowell

Tyler Mane

 

Regie:

Rob Zombie

Weitere Infos:

Es wurde ein Pressemuster rezensiert. Daher können leider keine Aussagen über das Cover, Bonusmaterial, Bild- und Soundqualität gemacht werden.


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Erstellt: 14.03.2008, zuletzt aktualisiert: 27.03.2020 10:23