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Harry Potter und der Orden des Phoenix (Wii)

Rezension von Björn Backes

 

 

Es ist schon – im wahrsten Sinne des Wortes – verhext mit diesem Harry Potter. Mal ganz davon abgesehen, dass der Siebenteiler in sämtlichen Medienbereichen die Bestsellerlisten und Charts anführt, ist der berüchtigte Zauberlehrling dennoch immer wieder für eine Überraschung gut. So zum Beispiel in seiner virtuellen Adaption, die von Beginn an dem Anspruch gerecht wird, mehr zu sein als nur ein Lizenzprodukt. Das liegt zum einen daran, dass die Geschehnisse um Hogwarts auch eine Menge Stoff für eine solide Umsetzung liefern, andererseits aber auch daran, dass sich die Entwickler bei Electronic Arts vermehrt an die Buch- und nicht an die Filmvorlage halten. Mit „Harry Potter und der Orden des Phoenix“ wurde just zum Release des siebten und letzten Buches daher kräftig nachgelegt. Mehr als ein Jahr später folgt nun die Neuveröffentlichung, und wieder ist der Zeitpunkt gut gewählt. Der sechste Kinostreifen ist nämlich gerade erst für die heimische Mediathek erhältlich…

 

 

Inhalt:

Die spielerische Umsetzung gleicht mal wieder einem richtig starken Adventure, das zwar mit Action-Anteilen geizt, dafür aber gerade Rätselfreunden eine Menge vergnügen bereiten sollte. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang erst einmal, dass man den Protagonisten durch ganz Hogwarts steuern darf. Und es sei noch mal betont: Durch die gesamte Zauberschule! Dies bedeutet, dass man auch die Räumlichkeiten erkunden darf, die in den Büchern immer verschleiert und geheimnisumwittert beschrieben werden und man letzten Endes alle Freiheiten genießt, die der junge Zauberschüler sich wünschen kann.

Selbstredend ist die Wuselei durch das Zauberreich kein zielloses Unterfangen. Langfristig verfolgt Harry das gleiche Ziel wie sein Namensvetter in Rowlings Büchern, nämlich Dumbledoors Armee zu rekrutieren und mit ihr das Böse zu vertreiben. Bis hierhin ist es jedoch ein weiter und (Nomen est Omen) steiniger Weg, der unseren Helden immer wieder durch die Gemäuer von Hogwarts führt, wo eine Vielzahl von Rätseln und vertrackten Aufgaben auf ihn warten. In erster Linie geht es darum, Gegenstände und Personen ausfindig zu machen und sie von A nach B zu transferieren. Das hört sich in der Draufsicht noch unspektakulär an, wird aber sogleich interessant, sobald man mit den Zaubersprüchen von Potter Junior vertraut ist und sie auch einzusetzen weiß. Im vorangeschobenen Tutorial erfährt man bereits eine Menge über die optionalen Magien, die im Spiel jedoch in mehreren Bonus-Abschnitten noch verbessert und verfeinert werden können. Doch zunächst einmal begibt man sich gemeinsam mit den stets behilflichen Hermine und Ron auf große Erkundungstour über das große Anwesen, verschafft sich einen Überblick über Räumlichkeiten und Distanzen und findet mit der Zeit auch die ersten Abkürzungen und Verstecke.

Mit der Zeit lernt man dann auch die bekannten Persönlichkeiten aus den Büchern in ihrer virtuellen Form neu kennen, bessert seine Zauberkräfte aus und löst auch die ersten kniffligeren Problemstellungen. Währenddessen bekommt man auch einiges an Hausaufgaben auf, wobei es sich hierbei meist um weitere Such- und Laufgeschichten handelt. Lokalisiere dies, finde jenes, mach dies und das ausfindig – bevor man sich versieht, hat Harry Potter in „Der Orden des Phoenix“ einen halben Marathon absolviert, ohne dabei sein Ziel, die Armee zu rekrutieren, im Ansatz erreicht zu haben. Und das dürfte nun die ersten Skeptiker auf den Plan rufen…

 

…zu Unrecht, wie sich aber alsbald herausstellt. Denn auch wenn manche Aufgabenstellung nicht sonderlich anspruchsvoll ist und man sich hier und dort fragt, warum man so große Laufstrecken absolvieren soll, lässt man sich ganz schnell wieder von der herrlichen Atmosphäre auf Hogwarts verzaubern. Hier haben die Designer auch Großartiges geleistet, sowohl im grafischen Bereich, als auch bei der Darstellung der vielen essentiellen Details. Die Phantasie wird erneut lebendig, wenn man als Harry Potter durch die Gemächer schleicht, kleine Zauberleistungen hinter sich bringt oder einfach nur die malerische Kulisse genießt – gerade für Wii-Standards ist das hier Gebotene großartig und entschädigt für manche Lücke im ansonsten aber auch ganz ordentlichen Gameplay. Außerdem wird die Story auch sehr schön und fortlaufend weitererzählt, wenn auch mit kurzen geschickten Überbrückungen, aber letzten Endes fließend und verständlich. Dabei ist es vor allem gelungen, die etwas härteren Szenen, für die der fünfte Film vor allem an den Pranger gestellt wurde, herauszunehmen und die Sachen jugendfreundlich zu halten. Zwar muss Harry auch einige Angriffszauber auspacken, doch bei der Darstellung bleibt alles im sympathischen Bereich – und das überzeugt auch den letzten Zweifler!

 

 

Technik/Grafik:

Wie bereits kurz angeschnitten: Die Grafik ist im Hinblick auf die Möglichkeiten der Wii-Hardware wirklich vorzüglich, manchmal sogar echt filmreif. Viele Details werden einbezogen, so dass eine sehr stimmige Atmosphäre entsteht, die lediglich dadurch beeinträchtigt wird, dass in der Programmierung keine wechselnden Tageszeiten eingeplant wurden. Ansonsten darf man hier überhaupt nicht klagen!

Technisch ist die Wii-Fassung ihren Konkurrenten sogar ein Stückchen voraus, gerade was die Steuerung des Zauberstabs betrifft. Was anfangs noch wie haltloses Gefuchtel anmutet, entwickelt sich schnell zur Feinstarbeit, die auf Dauer auch sehr authentisch wirkt und den etwas simpleren Analog-Daddeleien klar das Wasser reicht. Man muss zwar schlucken, dass mancher Spruch ein bisschen zeit verschlingt, da die Bewegungen ausgewogen ausgeführt werden müssen, aber insgesamt macht es einfach viel mehr Spaß, die Wiimote zu bewegen als beispielsweise an der PS3 mit dem Stick zu hantieren. Und authentischer wirkt es zudem auch noch!

 

 

Spielspaß:

Berechtigterwesie sind erst einmal Zweifel angebracht, wenn man list, dass es in „Harry Potter und der Orden des Phoenix“ weitestgehend darum geht, Wegstrecken zurückzulegen und zu erkunden. Doch das Gameplay alleine ist nicht der ausschlaggebende Punkt, bietet aber über diese Marathondistanzen hinaus auch noch eine Menge mehr, wie zum Beispiel die vielen Rätsel und Miniaufgaben. Es ist vor allem die wunderbare Atmosphäre, in der die Geschichte neu auflebt, und in der man auch erneut die Begeisterung spürt, die schon von Buch und Film ausgegangen sind. Vielleicht ist der Anspruch manchmal zu gering, denn es gibt kaum eine Aufgabe, bei der man überhaupt scheitern könnte. Hier muss man dann auch einige Abstriche machen. Aber im Großen und Ganzen hat dies nur marginalen Einfluss auf den Spaß an der ganzen Sache, den man sich trotz der genannten Umstände nie nehmen lässt. Und gerade Potter-Fans werden sich um Letztgenannte wenig kümmern, da ihre Welt hier ein neues, richtig schönes Forum bekommt, in das man sich gerne wieder fallen lässt.

 

 

Fazit:

Einmal mehr ist der Beweis angetreten, dass die Konsolenvariante der Hogwart’schen Zauberei weitaus mehr ist als nur ein pflichtbewusster Lizenztitel. Die Atmosphäre und vor allem der Detailreichtum sorgen einmal mehr dafür, dass auch der virtuelle Potter ungeteilte Aufmerksamkeit verdient – insbesondere auf der Wii!

 

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MEDIUM:

Harry Potter und der Orden des Phoenix

System: Nintendo Wii

Entwickler: Electronic Arts

Publisher: ak tronic / Software Pyramide

USK-Einstufung: Freigegeben ab 12 Jahren gem. 14. JuSchG

ASIN: B002G5U1D8

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 18.10.2009, zuletzt aktualisiert: 13.02.2015 08:54