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Herrscher des Throns von Jennifer Fallon

Reihe: Die Hythrun-Chroniken

Rezension von Christel Scheja

 

Noch immer stehen Fantasy-Epen um Liebe, Abenteuer und Magie in hohem Kurs. Anders als früher, stammen die Autorinnen, die sich dafür verantwortlich zeichnen nicht mehr aus Europa oder Amerika, sondern von „Down Under“ - aus Australien. Am bekanntesten sind dabei wohl Sara Douglass und Jennifer Fallon, die nun mit dem dritten Band „Herrscher des Throns ihre „Hythrun-Chroniken“ abschließt.

 

Nur wenige Monate nach den Ereignissen um „Ritter des Throns“ vergangen. Marla arbeitet seit über fünfundzwanzig Jahren daran, dass ihr Sohn Damin nicht nur als Kriegsfürst über die Provinz seines früh verstorbenen Vaters herrschen, sondern auch der Nachfolger ihres Bruders Lernen als Großfürst von Hythria werden soll. Denn das Land braucht einen starken Oberherr über die Kriegsherren, da der Herrscher des Nachbarlandes Fahrdonja noch immer danach hungert, sich das reiche Land einzuverleiben.

Doch in den letzten Monaten hat sie ihren treusten und klügsten Gefolgsmann verloren. Der Zwerg und Sklave Elezaar ist in eine heimtückische Falle gegangen und durch Gift umgekommen. Schuld daran ist die machtgierige Großmeisterin der Magier, Alija Aarspeer, die ebenfalls daran arbeitet das Land unter ihre Kontrolle zu bringen und ihren eigenen Sohn zum Großfürst zu machen.

Marla ist nicht bereit das zuzulassen und will Rache für den vertrauten Freund. Doch ihre Anfrage bei der Meuchlergilde hat einen hohen Preis, den sie in ihrer Wut noch nicht abschätzen kann.

Aber auch ihre mittlerweile fast erwachsenen Kinder handeln. Während die Tochter Kalan mit dem aus dem norden wiedergekehrten Wrayan Flinkfinger daran arbeitet, Alija als Großmeisterin abzusägen, kämpfen ihre Söhne Damin und Narvell auf mehreren Fronten, um das Reich vor inneren und äußeren Feinden zu schützen. Dabei begegnen sie auch der tapferen und klugen Tejay, die sich im Kampf gegen die Übergriffe der Fahrdonier mehr als Kriegsherrin erweist als ihre männlichen Verwandten.

Und deshalb gibt es nicht nur eine Änderung der uralten Gesetze zur Erbfolge, an der Marla insgeheim arbeitet. Sie muss nur noch ihren Bruder dazu bringen, die entsprechenden Dokumente zu unterschreiben. Aber das erweist sich als gar nicht so einfach, denn Lernen wird auf seine alten Tage noch einmal mutig und will in den Krieg ziehen.

 

Intrigen, Leidenschaften und Liebe sind auch die Hauptthemen von „Herrscher des Throns“, der den Machtkampf in Hythria und vor allem zwischen den beiden Frauen zu einem Ende bringt. Auch wenn sich diesmal stellenweise die Götter einmischen, so handeln in erster Linie doch noch immer die Menschen und tun nicht immer das, was man ihnen rät.

Tatsächlich scheut sich Jennifer Fallon auch nicht, die düsteren Seiten ihrer Charaktere zu schildern. Um ihre Ziele zu erreichen sind alle Figuren bereits über Leichen zu gehen. Zwar wollen sie nicht unbedingt die eigenen Gefolgsleute treffen, aber sie nehmen es auch hin, wenn es passiert. Überhaupt sind die Personen sehr menschlich. Sie machen Fehler und haben Schwächen, die sie mehr als einmal zurückwerfen.

Insgesamt ist die Handlung spannend und geschickt aufgebaut, auch Ebenen, die zunächst nichts miteinander zu tun haben werden nach und nach miteinander verknüpft und zu einem Ganzen verbunden.

Allerdings gibt es wie im zweiten Band leider auch einige Längen, weil sich die Autorin immer wieder in Kleinigkeiten ergeht, die zwar stimmungsvoll, aber für den Spannungsbogen nicht gerade förderlich sind.

 

„Herrscher des Throns“ ist der würdige Abschluss einer abenteuerlich-epischen Fantasy-Saga, die mit Göttern, Magie und vor allem den daraus resultierenden Klischees recht sparsam umgeht und damit etwas aus der Masse regt.

Man sollte allerdings schon historische Intrigen- und Liebesromane mögen, um das Buch und den Zyklus wirklich genießen zu können.

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Herrscher des Throns

Reihe: Die Hythrun-Chroniken, Bd. 3

Autorin: Jennifer Fallon

798 Seiten, Paperback

Heyne, erschienen Juni 2007

ISBN 978-3-453-53250-2

Übersetzung aus dem australischen Englisch von Michael Siefener

Titelfoto von Simon Marsden, Karte von Andreas Hancock

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 08.06.2007, zuletzt aktualisiert: 14.04.2020 14:08