Hexenkrieger (Autorin: Marie Brennan)
 
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Hexenkrieger von Marie Brennan

Rezension von Christel Scheja

 

Mit ihrem neuen Roman „Hexenkrieger“ kehrt die junge Autorin auf die Welt zurück, in der schon ihr Debüt „Doppelgänger“ spielte. Sie entführt den Leser dabei in eine Welt, in der mächtige Hexen die Macht haben.

Mit ihren Kräften nehmen sie Schlüsselpositionen in der Gesellschaft ein, wenn sie erst einmal ihre Ausbildung hinter sich gebracht haben. Die Prüfung beinhaltet nicht nur einen Test, welchem magischen Pfad mit welcher Ausrichtung sie angehören werden, sondern auch die Aufgabe, ihre Doppelgängerin zu finden und zu töten.

 

Damit die Töchter von Hexen ihre Jugend überleben, wird ihr Ich in zwei Hälften gespalten, um die Magie zu kanalisieren. Das zweite Kind wächst dann anderenorts heran. Unbewusst blockiert es später allerdings die erstarkenden Kräfte der jungen Zauberin.

Dies ergeht auch der jungen Miryo so, die ein viel versprechendes Potential besitzt. Sie zieht aus, um ihre andere Hälfte Mirage zu finden und vernichten. Doch diese ist inzwischen eine erfahrene Kopfgeldjägerin und nicht mehr so leicht zu töten. So kommt es zu einem unfassbaren Vorfall. Anstatt, das eine von ihnen stirbt, vereinen sich die beiden Seelen zu einer. Aus ihnen entsteht Mirei. Diese besitzt nun die Kenntnisse beider Hälften – ist sowohl Hexe als auch Kriegerin.

Die anderen Zauberinnen betrachten dies teils mit Erstaunen, teils mit Entsetzen. Während die einen dazu bereit sind, Mirei eine Chance zu geben und damit anderen Hexenschülerinnen und ihren Doppelgängerinnen zu ermöglichen, weiter zu leben, möchten die anderen diese Missgeburt aus der Welt schaffen und andere verhindern, bevor sie entstehen können.

Es kommt zu einem internen Zwist. Auch wenn die Hexen nur wenig nach außen dringen und die restliche Bevölkerung in Sicherheit wiegen wollen, so ist der Keil, der sich zwischen sie getrieben hat doch unübersehbar.

Mirei hat ihren Anteil an dem Zwist, denn sie versucht verzweifelt zu verhindern, dass die Absolventinnen einer Kriegerschule, die zum großen Teil Doppelgängerinnen sind, gefangen oder getötet werden, bevor sie ihre anderen Seelenhälften kennen lernen und in Freundschaft mit diesen aufwachsen können.

In einem Wettlauf mit der Zeit versucht sie eine Tragödie wie die, die sie schon an einem zweijährigen Mädchen erlebt hat, zu verhindern.

 

Ähnlich wie in „Doppelgänger“ so bleibt auch in „Hexenkrieger“ vieles schwammig. Das trifft nicht nur auf den Hintergrund zu, der weiterhin keine klaren Konturen besitzt, sondern auch auf die Figuren und den Verlauf der Geschichte. Zwar bekommt man so ungefähr mit, was passiert, aber viele Beweggründe der Heldin und ihrer Gegenspieler sind nur angerissen, aber nicht wirklich begründet.

So will keine rechte Spannung aufkommen, da die Autorin immer wieder von einer Handlungsebene zur anderen springt und durch die fast unüberschaubare Zahl von Figuren noch mehr durcheinander bringt. Der Hintergrund bleibt zwar weiterhin sehr interessant, ist aber nicht wirklich ansprechend aufbereitet.

 

So ist auch „Hexenkrieger“ ein Roman mit guten Ansätzen, interessanten Ideen, aber leider nicht mehr Die Handlung plätschert zu sehr dahin und holt viel zu weit aus, um wirklich packend und intensiv zu sein. Darunter leidet auch die Spannung und der Unterhaltungswert der Geschichte um starke und magische Frauen, wie man sie sonst eher selten findet.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230605162700ef717531
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Hexenkrieger

Autorin: Marie Brennan

Broschiert, 492 Seiten

Bastei-Lübbe, erschienen Juli 2008

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Axel Plantico

Titelbild von Frank Fiedler

ISBN-10: 3404205944

ISBN-13: 978-3404-205943

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 16.08.2008, zuletzt aktualisiert: 16.11.2022 17:36