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Hombre 1 von Peter Wiechmann

Reihe: Hombre Bd. 1

Rezension von Björn Backes

 

Story:

Baltimore O’Hara steht wegen drei unterschiedlichen Vergehen am Pranger und wird vom Sheriff in New Orleans beschuldigt, sich in schwerster Art und Weise gegen das Gesetz gerichtet zu haben. Doch der verwegene Revolverheld möchte die ihm angedrohte Strafe nicht akzeptieren und nutzt die erstbeste Chance, seine Heimat zu verlassen. Pinkerton-Agent Ronegall Dawson wird auf den Hombre angesetzt, um ihm das Handwerk zu legen und ihn dingfest zu machen. Doch O’Hara lässt sich nicht einschüchtern und treibt sein Spiel mit dem erfolglosen Häscher – bis beide ihre wichtigsten Gemeinsamkeiten erkennen: Jeder von ihnen ist ein Kämpfer; Hombre buhlt um seine Freiheit, Dawson streitet für die Durchsetzung von Recht und Ordnung. Auf dem legendären Wolfs-Trail begegnen sie sich erneut und steuern unbewusst auf das gleiche Ziel zu…

 

 

Rezension:

Mit der Wiederveröffentlichung der „Hombre“-Strips ist dem Team des deutschen Cross Cult-Verlags ein kleiner Paukenschlag gelungen, Die illustrierten Kurzgeschichten, die bereits Ende der Siebziger als Teil des legendären „Yps“-Magazins publiziert wurden, sind seither in den Mottenkisten des Archivs verschwunden und trotz ihres Kultstatus’ nicht mehr hieraus befreit worden. Knappe drei Dekaden später – besagtes Magazin gehört mittlerweile schon fast ein Jahrzehnt nicht mehr zum Comic-Business – wird die Gesamtausgabe der Wildwest-Geschichten um ihre wagemutigen Helden neu aufgelegt. Und siehe da: Die Ausstrahlung und Wirkung von „Hombre“ hat seither kein bisschen eingebüßt…

 

Im ersten Band hat man insgesamt fünf Geschichten der von Peter Wiechmann entworfenen und von Rafael Mendéz gezeichneten Hauptfigur festgehalten, die in halbwegs chronologischer Reihenfolge von den Abenteuern des flüchtigen Hauptdarstellers berichten. Die Distanz der Erzählungen ist dabei unterschiedlich, was auch einen Einfluss auf die tatsächliche Tiefe der Handlungsstränge hat. Generell stimmt die Faustformel, dass die Geschichten desto besser sind, je länger und komplexer sie dargestellt werden. Dementsprechend ist auch gleich der Einstieg ein echtes Western-Vergnügen im klassischen Comic-Stil. Dawson und Hombre treffen zum ersten Mal aufeinander und beschnuppern ich langsam. Beide legen ihre Motive beim Beschreiten des Wolfs-Trails nieder, leisten sich kurze Kämpfchen, müssen ihre Meinungen über den jeweils anderen aber schnell wieder relativieren. Speziell der Pinkerton-Agent Dawson, der anfangs noch fest entschlossen ist, den vermeintlichen Straftäter O’Hara hinter Schloss und Riegel zu bringen, kann sich schon sehr bald nicht mehr vorstellen, dass der Kerl gegen das Gesetz verstoßen haben soll. Von diesem ungleichen, von etlichen Spannungen gezeichneten Verhältnis zehrt die Gesamtstory in den einzelnen Kapiteln permanent. Zwar werden zwischenzeitlich auch die ständigen Duelle mit den einzelnen Indianerstämmen in den Fokus gerückt, jedoch füllen sie lediglich das Verlangen nach Action und packenden Schusswechseln, die einen solchen Comic ebenfalls kennzeichnen sollten. Der Leser verlangt stattdessen immer wieder nach dem Aufeinandertreffen der beiden Protagonisten, freut sich über einige humorvolle, wenn auch nicht ganz klischeefreie Dialoge und hofft zwischendurch auch inständig, mehr über die Vergangenheit des Titelhelden zu erfahren, der vorerst noch einige Geheimnisse bei sich trägt, die nach einer späteren Auflösung schreien. Bis diese jedoch erfolgt, und hier stützt man sich auf dem bereits im November erscheinenden zweiten Band, darf man sich über mehr als 100 Seiten richtig starke Western-Unterhaltung mit einem typischen, schließlich aber doch irgendwie andersartigen Hauptcharakter freuen.

Ein Wort noch zur Präsentation: Zwischen den einzelnen Kapiteln hat man noch einige Background-Infos zu bestimmten Gegebenheiten und Eigenheiten des Wilden Westens eingefügt. Fans werden das vielleicht nicht dringend brauchen, aber immerhin sorgt das Ganze für eine sehr stimmige Atmosphäre, die sich prima mit der s/w-Optik der Handlung arrangiert.

 

 

Fazit:

Sieht man mal vom vergleichsweise hohen Preis der Hardcover-Ausgabe ab, ist der erste Band der „Hombre“-Gesamtausgabe definitiv ein lohnenswertes Arrangement, welches noch einmal klar aufzeigt, wie viel Potenzial der Western auch im illustrierten Bereich noch hat. Wer auf Action, Witz und schlichtweg gute Wildwest-Geschichten steht, macht mit einer Investition sicher nichts falsch!

 

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Eure Meinung:

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MEDIUM:

Hombre 1

Autor: Peter Wiechmann

Zeichner: Rafael Mendéz

Gebundene Ausgabe: 100 Seiten

Verlag: Cross Cult; Auflage: 1 (Juni 2009)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3941248286

ISBN-13: 978-3941248281

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 09.10.2009, zuletzt aktualisiert: 18.02.2021 18:53