Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Home – Die Geschichte einer Reise

Rezension von Christel Scheja

 

Yann Arthus-Bertrand dürfte den meisten Zuschauern durch seine Dokumentationsreihen „Home“ und „Die Erde von oben“ bekannt sein. Im Heißluftballon oder Helikopter hat er dabei viele Aufnahmen gemacht, die die Erde in einem ganz anderen und vor allem prachtvollen Licht erscheinen lässt.

„Home – Die Geschichte einer Reise“ nutzt er nun als persönliches Statement und verwendet neben bekannten Szenen natürlich auch viele unveröffentlichte Aufnahmen, garniert mit den entsprechenden Kommentaren.

 

Von Oben wirkt die Erde oft faszinierend und wunderschön, selbst an Orten, die ökologisch bereits vom Menschen zerstört wurden. Ob nun über den weitläufigen Industriegebieten und Kohlekraftwerken Chinas, den Tulpenfeldern der Niederlande oder den weiten Monokulturen die nur aus weltwirtschaftlichen Gründen angebaut wurden – die Distanz schafft gleichzeitig auch wieder Nähe durch den entsprechenden Kommentar.

Natürlich gibt es auch Aufnahmen von der scheinbar unberührten Natur – seien es die schneefreien Trockentäler der Antarktis, an denen es so gut wie kein Leben gibt, die schmelzenden Gletscher und Hochplateaus des Himalaya, Sehenswürdigkeiten wie die große chinesische Mauer oder die weiten Savannen Afrikas mit ihrer Tierwelt. Es gibt viel zu sehen und entdecken, nicht nur in den Ländern, aus denen oft genug Schreckensbotschaften kommen.

Dazu gibt es sehr persönliche Kommentare des Filmemachers, die manchmal von den Schwierigkeiten bei Dreh erzählen, dann von den Bildern, die er eben nicht zeigen durfte, weil sie von en entsprechenden Obrigkeiten konfisziert wurden. Und natürlich auch von seinen Erfahrungen vor Ort, wenn er sich am Boden genauer umgesehen hat.

 

Yann Arthus-Bertrand präsentiert eine wirklich sehr bunte Mischung von Landschaften. Nicht nur die Natur steht bei ihm im Mittelpunkt, auch die Orte an denen Menschen leben, und die sie teilweise mit Maschinenkraft, doch auch oft immer noch mit der Hand bewirtschaften, sei es nun im tiefen Fachland, sondern auf den Höhen des Himalaya.

Er nimmt sich die Zeit, die wunderschönen Landschaften zu präsentieren und dann durch seine Kommentare und genauere Aufnahmen auf die ökologischen Probleme und die dahinter versteckten Probleme umzuschwenken, mit denen etwa die Bewohner Indiens und Afrikas zu kämpfen haben, weil ihr Grundwasserspiegel gesunken ist.

Die Schilderungen sind sehr persönlich. So verschweigt er nicht, dass die Regierungen Chinas und Nordkoreas siebzig Prozent seiner Aufnahmen konfisziert haben und er auch in anderen Ländern argwöhnisch beobachtet wurde. Dann wieder bietet er auch Aufnahmen von Regionen in Mittel- und Südamerika, die man nur selten sieht, von extremen Orten wie der Antarktis oder gerade erst entstehenden Vulkaninseln.

Die Mischung rüttelt tatsächlich auf – einerseits genießt man die wunderschönen Bilder, die einen tief in den Bann schlagen, andererseits wird man von den Kommentaren gefesselt, die einen auf den Boden der Tatsachen zurückhalten. Am Ende bleiben die eindringlichsten Bilder und Sätze tatsächlich im Kopf.

 

 

Fazit:

 

Aus diesem Grund ist „Home – Die Geschichte einer Reise“ mehr als nur eine der üblichen Naturdokumentationen – es ist auch der eindringliche Appell, mehr auf unsere Erde zu achten und über vieles nachzudenken, was bisher einfach hingenommen wurde, weil es weit, weit weg von hier geschieht.

Nach oben

Platzhalter

DVD:

Home – Die Geschichte einer Reise

Regisseur(e): Yann Arthus-Bertrand

Komponist: Armand Amar

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 22. Februar 2013

Produktionsjahr: 2009

Spieldauer: 107 Minuten

ASIN: B009P8LF0C

Erhältlich bei: Amazon

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202302051814160d1f15c1
Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 08.03.2013, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01