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Horror Mysteries

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Immer wieder beschäftigen sich Dokumentationen in Film und Buch mit übersinnlichen Phänomenen, gehen den Ursprüngen von Aberglauben oder Jenseitsvorstellungen nach und versuchen wissenschaftlich zu erklären, wie das Bild von Monstern und Dämonen durch die Vorstellungen früherer Generationen geprägt wurden.

 

Da macht auch die fünfteilige Serie „Horror Mysteries“ oder „H - Wie Horror“ keine Ausnahme. Anthony Head, den viele noch als den Lehrer und Wächter Giles aus der Serie „Buffy the Vampire-Slayer“ kennen geht mit einem Team des Discovery-Channel den Hintergründen um verschiedene Kreaturen nach, die vom Volksglauben Einzug in die Horror-Literatur hielten. Dabei werden die literarischen Umsetzungen zwar hin und wieder erwähnt, sie spielen aber eine weit geringere Rolle als die tatsächlichen Vorkommnisse, die die Leute bewegten, eine bestimmte Sache zu glauben..

 

Zunächst beschäftigt man sich mit den allseits beliebten Vampiren. Da auch im ausgehenden 20. Jahrhundert immer noch Fälle aus Ländern wie Rumänien bekannt werden, in denen sich Dorfgemeinschaften an Gräbern vergreifen und die vermeintlichen Untoten pfählen, nutzt die Dokumentation diesen Ansatz, um aufzurollen, wie Menschen überhaupt auf die Idee kommen konnten, das Menschen sich nach ihrem Tod noch einmal von ihrer letzten Ruhestätte erheben würden.

In Pestzeiten suchte man oft eine Erklärung für das Übel, das Leute aus heiterem Himmel zu überfallen schien und gab sich erst zufrieden, wenn man einen Sündenbock hatte - warum nicht einen gerade erst Verstorbenen, der nach der Exhumierung gar nicht so tot aussah, wie man ihn zuletzt gesehen hatte. Die Medizin kennt für dieses Phänomen überraschend einleuchtende Erklärungen

Dämonen sind in den seltensten Fällen körperlich anwesend, sondern eher körperlose Wesen aus dem Reich des Bösen. Sie besetzen Menschen und zwingen sie zu gotteslästerlichen Taten. Anhand historischer und aber auch gegenwärtiger Beispiele zeigt Anthony Head, dass auch Besessenheit, Exorzismus und Exorzisten für die katholische Kirche immer ein Thema waren und auch heute noch sind. Doch sind es wirklich die Geister von Unholden und Verstorbenen, oder spielt noch etwas anderes eine Rolle? Auch Psychologen mit ihren ganz eigenen Erfahrungen werden zu Rate gezogen und erzählen von ihren Begegnungen mit dem Übersinnlichen

Ähnlich wie der Vampirglauben hat sich auch der Werwolfglauben durch Beobachtung von Außenseitern und für die damaligen Menschen unerklärlichen Phänomene entwickelt. Wieder sind es einige wenige historische Beispiele, die das moderne Bild des Werwolfs geprägt haben, weil die Schriftsteller der klassischen Schauerromane auf diese Vorstellungen zurückgreifen konnten.

Über Hexen und ihre Verfolgung gibt inzwischen sehr viele Dokumentationen, deshalb beschränkt sich die Dokumentation nur auf die Entwicklung der Hexenverfolgung in Schottland und England. Entscheidend geprägt hat das Bild tatsächlich Shakespeare, indem er sein Drama „Macbeth“ mit all dem schmückte, was König Jakob I. besonders gut gefielen, und dazu gehörten eben auch die drei alten und bösartigen Weiber, die des Nachts über ihrem brodelden Kessel Zaubersprüche murmelten. Aber auch die modernen Hexen Englands und Amerikas mit all ihren modischen Vorstellungen und Verkleidungen erhalten ihren Anteil an der Sendung.

Geradezu bedrohlich wird es auf Haiti, denn als Anthony Head und sein Team auf Haiti den Zombies nachspüren, machen sie nicht nur Bekanntschaft mit den unterschiedlichsten Priestern und Anhängern des Voodoo, lernen ein zum Zombie gemachtes Mädchen kennen, folgen unheimlichen Spuren, sondern geraten auch mitten in einen Bürgerkrieg.

 

„Horror Mysteries“ widmet sich vor allem an die Zuschauer, die sich bisher nur wenig mit dem Übersinnlichen beschäftigt haben und einen Einstieg in die Welt des Paranormalen suchen. Wer sich mit dem ein oder anderen Bereich schon länger beschäftigt hat, kennt die genannten Beispiele und Erklärungen aus dem Volksglauben und der Überlieferung bereits und erhält keine neuen Informationen, vor allem wird er viele Behauptungen als zu plakativ empfinden.

Auch wenn die fünfteilige Dokumentation nicht ganz so reißerisch aufgemacht ist wie andere Sendungen des Discovery-Channels so merkt man doch auch immer wieder, das vor allem die Sensationslust der Zuschauer befriedigt werden soll. Daher scheut man sich auch nicht, hin und wieder ein paar unangenehmere Bilder zu zeigen und künstlich Angst zu verbreiten - gerade in der Episode über die Zombies merkt man das ganz deutlich.

Alles in allem moderiert Anthony Head die Sendungen sehr souverän und vor allem wesentlich ruhiger als einige seiner Kollegen, die nervös vor der Kamera herum tänzeln. Er stellt interessante Fragen und hört eher zu, als dass er den Experten dazwischen redet. Trotzdem ist die Sendung nicht langweilig. Spielszenen und Interviews wechseln einander gut gewichtet ab, die Erklärungen kommen nicht geballt.

Bildqualität und Ton sind für eine Fernsehproduktion der letzten Jahre in Ordnung, wenn auch nicht aufsehenerregend, die DVD’s enthalten jedoch keinerlei Extras.

 

 

Fazit:

 

Auch wenn man nicht allen Informationen trauen sollte, die in „Horror Mysteries“ vermittelt werden, so hat die Reihe doch eines - Unterhaltungswert. Wenn man sich auf ein bestimmtes Thema einstimmen will, bietet sie jedenfalls genug Informationen, die man gerne im Internet oder in Büchern weiter verfolgt.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202302051757053ed60480
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DVD:

Horror Mysteries

Regie: Rupert Miles, Renny Bartlett, Jeremy Turner und Nigel Levy

Darsteller: Anthony Head

True Horror with Anthony Head/ H wie Horror, USA, 2007/2008

Bildformat: 4:3

Synchro: deutsch & engl. (2.0)

Spieldauer: 235 min (5 x 47 Min.), Extras: keine, 2 DVD

FSK: 16

Polyband & Toppic Video/WVG, erschienen 22. Februar 2008

ASIN: B0011EQ55S

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 07.03.2008, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01