Hustle – Unehrlich währt am längsten, Staffel 1 (DVD)
 
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Hustle – Unehrlich währt am längsten, Staffel 1

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Britische Serien führten lange Zeit eher ein Schattendasein im deutschen Fernsehen, da man bei ihnen immer das Gefühl hatte, es mit minimalistisch ausgestatteten und vor Publikum aufgeführten Studio-Theaterstücken zu tun zu haben. Mittlerweile hat sich das sehr stark geändert. Nicht nur, dass sich die Filmemacher der englische Inseln dem allgemeinen Geschmack angepasst haben, sie sind teilweise sogar Vorlage für amerikanische Serien, die an den erfolg des Originals anzuknüpfen versuchen.

Was die Serien heute auszeichnet ist vor allem der Inhalt. Britische Drehbuchautoren und Produzenten scheuen sich nicht, auch schon einmal heiße Eisen anzufassen und die Figuren unpopuläre Entscheidungen treffen zu lassen. Mehr als in anderen Ländern endet nicht jede Folge mit einem Happy End und schon gar nicht für alle.

 

Zu den Serien, die bisher nur den Zuschauern von bei RTL CRIME im Pay-TV und zdf_neo im Free-TV bekannt gewesen ist, gehört „Hustle“. Die im Jahr 2004 gestartete Serie umfasst mittlerweile sechs Staffeln mit jeweils sechs Folgen. Polyband legt nun die erste Staffel auf, präsentiert sie allerdings in der um ca. 7 min kürzeren deutschen Fernsehfassung und nicht in der Originallänge.

Im Mittelpunkt stehen Mickey Stone und seine Freunde. Die fünf Trickbetrüger haben es sich zur Aufgabe gemacht, wohlhabende aber gierige Menschen auszunehmen. Es geht gegen ihre Betrügerehre Leuten zu schaden, die einfach nur naiv, aber ansonsten herzensgut sind. Dabei verzichten sie so gut es geht auf Gewalt. Sie arbeiten mit Lug und Trug, Verkleidungen und gefälschten Beweisen. Dabei ist ihnen die Polizei immer dich auf der Sput, wirklich zu fassen bekommen sie die Gentleman-Gauner aber nicht.

Das zeigt sich schon in der ersten Folge. Die Polizei hat gehört, dass Mickey Stone einen letzten großen Coup plant, ehe er sich zur ruhe setzen will. Da man ihm bisher nie etwas nachweisen konnte, hofft man jetzt endlich zuschlagen und den Gauner dingfest zu machen.

So lässt man zu, dass Mickey vier andere begabte Trickbetrüger um sich schart, wie etwa der weltgewandte Albert Stroller, der als weltgewandter Gentleman die Opfer aussucht und in die Falle führt, Ashley Morgan, der für die technischen Details zuständig ist oder Stacie Monroe, die vor allem männliche Klienten zu bezirzen weiß.

Nue dazu stößt der junge Betrüger Danny Blue, der zwar nur wenig Erfahrung mit großen Coups hat, aber dennoch ein natürliches Talent hat, anderen falsche Tatsachen vorzuspielen.

Die Polizei wähnt sich sicher, sie ahnen aber nicht, dass Mickey Stone noch ein As im Ärme hat, das er im geeigneten Moment ausspielt.

Nachdem er bewiesen hat, dass man ihm trauen kann, gehört auch Danny Blue zum Team und wird bald zu einem unersetzlichen Teil der Bande. Allerdings lehren ihn die alten Hasen bald auch noch, dass auch Betrüger Ehre im Leib haben und manchmal ein wenig abergläubisch sind. Aus diesem Grund ist es ihnen um so wichtiger, einmal begangenes Unrecht auch wieder auf unkonventionelle Weise gut zu machen.

Zu ihren Opfern gehören notorische Zocker und gierige Geschäftsleute ebenso wie Bankdirektoren und andere Gauner. Doch nicht immer sind die fünf ihren Gegnern überlegen, manchmal müssen sie auch lernen, dass sie sich von eigenen Gefühlen nicht täuschen und umgarnen lassen dürfen. Nicht nur der impulsive und übermütige Danny bekommt dies zu spüren, auch Mickey ist gegenüber einer gerissenen Geschäftsfrau nicht vor Fehlern gefeit. Alles in allem bewahren sie bei ihren Aktionen aber immer neben dem gesunden Menschenverstand auch Herz.

 

Gauner die andere Gauner betrügen gibt es in der film- und Romangeschichte des 20. Jahrhunderts immer wieder. Dabei sind die wenigsten gleich selbstlose Robin Hoods, die den Reichen das Geld abnehmen und an die Armen verteilen, oft genug fließen die Gewinne auch in die eigenen Taschen, damit sie ihren aufwendigen Lebensstil und die Unkosten decken können.

Dennoch wissen die Helden dieser Geschichten meistens sehr genau zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Ihre Opfer treiben es oft noch schlimmer als sie und arbeiten mit unlauteren Methoden, oder sie können in ihrer Gier den Hals nicht voll kriegen. Aus diesem Grund kann man diesen Einzelfiguren oder Banden auch nicht böse sein, obwohl sie Verbrechen begehen.

Diese Prämisse konnte bereits die Kinobesucher in „Ocean’s Eleven“ und seinen beiden Nachfolgern begeistern.

Die erste Staffel der Fernsehserie „Hustle“ kommt zwar ein wenig schlichter daher, ist aber nichtsdestoweniger spannend gemacht.

Denn neben Verkleidungen und Fälschungen gehen die Helden auch schon einmal aufs Ganze, brechen in Geschäfte ein oder nutzen technische Gimmicks, um ihre Opfer zu täuschen. So ist gewährleistet, das jeder Fall aufs neue spannend ist. Die Tricks sind zudem gut durchdacht und wissen zu überraschen, zumindest, wenn man die Folgen das erste Mal schaut.

Denn das ist wohl auch die größte Schwäche von Hustle – kennt man einmal die Tricks sind die Folgen nicht mehr wirklich spannend, auch wenn das Zusammenspiel der Figuren auch weiterhin gelungen bleibt. Die Serie findet genau die richtige Mischung aus Humor und Action. Dabei ist Gewalt die allerletzte Lösung, die Protagonisten arbeiten lieber mit Verstand und List, stellen Täuschung und Irreführung vor alles andere.

Auch die Tatsache, dass der Anführer nicht dem üblichen Klischee entspricht und die Frau mehr als nur bloßes Beiwerk ist, weiß zu gefallen. Die Protagonisten sind zwar als Archetypen zu erkennen, besitzen aber auch sehr persönliche Eigenarten und Verhaltensweisen, die sie menschlich und glaubwürdig machen, gerade wenn sie Fehler begehen.

Warum die Folgen allerdings für die deutsche Ausstrahlung gekürzt wurden, bleibt im Dunklen, allerdings hat man auch nicht wirklich das Gefühl, in den Folgen würden entscheidende Elemente fehlen.

An Extras gibt nur es ein „Making-of“ in dem vor allem die Darsteller zu Wort kommen und das auf zwei DVDs verteilt wurde. Sonst hält sich die Sonderausstattung in Grenzen, Hustle kommt in einem schlichten Amaray-Case daher. Bild und Ton sind insgesamt sehr sauber und klar. Sie entsprechen der üblichen Fernsehqualität.

 

 

Fazit:

 

Alles in allem bietet „Hustle“ zumindest beim ersten oder zweiten Ansehen gute Unterhaltung. Zwar sind manche Tricks der sympathischen Gauner sehr leicht zu durchschauen, aber die gute Mischung aus Humor und Action bietet sehr viel Abwechslung, zumal sich die Serie nicht so ernst nimmt wie manche andere und hin und wieder auch durchaus sperrigere Themen anfasst.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240422133645b679c5a0
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DVD:

Hustle – Unehrlich währt am längsten, Staffel 1

6-teilige Fernsehserie, GB 2004

Regisseur(e): Tony Jourdan

Komponist: Magnus Fiennes

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Englisch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 2

FSK: Freigegeben ab 16 Jahren

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 29. Januar 2010

Produktionsjahr: 2004

Spieldauer: 300 Minuten (6 Folgen a 50 min)

ASIN: B002VUN2ZM

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Extras:

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Making-of

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Darsteller:

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Adrian Lester

Mark Warren

Robert Vaughn

Robert Glenister

Jaime Murray

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Episoden:

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01 Meisterdiebe

02 Der Hollywood-Schwindler

03 Fälscher

04 Räuber und Gendarm

05 Klassefrau

06 Die letzte Wette

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Erstellt: 17.03.2010, zuletzt aktualisiert: 07.02.2024 17:01, 10208