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I am Thor

Filmkritik von Cronn

 

Wer kennt sie nicht, die Urgesteine des Rock? Kiss, Motley Crue, Alice Cooper, Led Zeppelin und viele weitere mehr.

Alle haben in den frühen Siebzigern und den achtziger Jahren Hard Rock und Heavy Metal definiert und ganze Generationen von Musikbegeisterten in Rage versetzt. Noch heute sind sie bekannt, beliebt und verkaufen Abertausende von Tonträgern.

Halt! Das stimmt nicht ganz!

Nicht alle Urgesteine von damals kennt man noch!

Es gibt einen Mann, der fast im Alleingang seine Vision von Metal durchgezogen hat, der fast ganz oben war, aber dann tief fiel und sich daraus wieder befreit hat. Die Rede ist von Thor.

Der Filmemacher Ryan Wise hat diesem Urgestein, dieser fast vergessenen Legende, ein filmisches Denkmal gesetzt. Die Dokumentation I Am Thor erscheint nun hierzulande beim Studio Hamburg.

 

Verlagsinfo:

In den 70er-/80er-Jahren war Jon Mikl Thor ein Bodybuilder und Rockstar, dessen theatralische Band THOR es nicht so Recht an die Spitze schaffen wollte. Nach 10 Jahren im Ruhestand, unfähig, ein normales Leben zu führen, startet Thor einen Comeback-Versuch mit seiner Band – ein Comeback, das ihn beinahe das Leben kostet …

 

Kritik:

Ryan Wise hat als Regisseur eine durchaus angenehme Aufgabe, die aber eine Möglichkeit für das Scheitern bereithält: Er darf einen Rockstar auf seiner Tour begleiten. Hautnah, ungeschminkt, aufrichtig. Die Gefahr dabei ist, dass man als Regisseur ein zuviel an Nähe zulässt und der Dokumentationscharakter leidet.

Das merkt man »I Am Thor« durchaus an. Ryan Wise scheint sich dieser Problematik bewusst gewesen zu sein, denn immer wieder gibt es Momente, wo er von der Glorifizierung abweicht und John Mikl Thor so zeigt, wie er ganz privat ist. Dabei streift er auch die Grenze zum allzu Intimen, wenn man beispielsweise John sieht, wie er morgens wie ein Tattergreis zur Toilette wackelt. Solche Szenen schaffen den Gegenpart zu den anderen, in denen John als Rockstar gefeiert wird.

Dennoch werden auch die Schattenseiten dieses Business immer wieder aufgezeigt. Es wird bei aller Begeisterung durchaus klar, wie hart das Leben als Rock-Musiker ist.

 

Aber »I Am Thor« ist keine pessimistische Rückschau, sondern in weiten Teilen auch eine Liebeserklärung an die Macht der Musik, den Spaß an der Show. Dies sieht man bei den Show-Aufnahmen sich auf das Publikum übertragen. Und so steigt man am Ende mit einer positiven Stimmung aus der Dokumentation und freut sich darüber, dass es solche Menschen wie John Mikl Thor immer noch gibt. Menschen, die nicht aufgeben und die Begeisterung für Musik und Entertainment weitertragen.

 

Fazit:

»I Am Thor« ist ein begeisterndes Werk geworden, das Optimismus ausstrahlt, auch im Angesicht von dunklen Seiten des Lebens. Somit ist die Dokumentation mehr als nur ein Bericht über einen alternden Rockstar. Sie trägt in sich ein Symbol für eine Lebenseinstellung. Egal, ob man Fan von Heavy Metal ist oder nicht.

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DVD:

I am Thor

USA, 2015

Regisseur: Ryan Wise

Format: Dolby, PAL

Sprache: Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 1 DVD

Studio Hamburg, 5. August 2016

Spieldauer: 83 Minuten

 

ASIN: B01H5F7M0S

 

Erhältlich bei: Amazon

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230205173632fc1bea7a
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Erstellt: 26.09.2016, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01