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Ihr Auftritt, Al Mundy! – Staffel 1.2

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Der Hitchcock-Klassiker „Über den Dächern von Nizza“ mit Cary Grand und Grace Kelly ist das direkte Vorbild für die 1969 aus der Taufe gehobene Fernsehserie „It takes a Thief“, bei uns besser bekannt als: „Ihr Auftritt, Al Mundy!“ mit Robert Wagner in der Hauptrolle.

 

Alexander Mundy ist eigentlich ein ehemaliger Meisterdieb und Einbrecher, der zur Zeit eine mehrjährige Haftstrafe im Gefängnis absitzt. Da holt ihn allerdings Noah Bain aus dem Gefängnis und macht ihm ein verlockendes Angebot. Von nun an soll er im Auftrag des S.I.A. stehlen und einbrechen, um Geheimnisse wieder zu beschaffen, die in die falschen Hände geraten sind, oder aber heikle Daten durch falsche Informationen zu ersetzen oder diese einfach nur zu kopieren, ohne dass es einer merkt.

Al nimmt an, denn das Leben in Freiheit – wenn auch unter Bewachung ist angenehmer als noch ein paar Jahre hinter Gittern zu verbringen. Da er gerne seinen Charme spielen lässt, machen die weiblichen Agentinnen in seinem Umfeld keine Schwierigkeiten – nur mit seinem Chef gerät er immer wieder aneinander.

Dennoch weiß Al, was auf dem Spiel steht und erfüllt seine Aufträge nach besten Wissen und Gewissen, auch wenn er sich dadurch in den Ostblick oder kleine Operettenstaaten mit launischen Dikatoren oder Herrschern an der Spitze begeben darf – oder in deren Botschaften.

Hin und wieder wird er durch andere Diebe an seine Vergangenheit erinnert. Gerade im Zusammenspiel mit George Palmer, der den vermeintlichen Rivalen immer wieder übers Ohr zu hauen versucht, ist das zu merken. Dabei will Al eigentlich nur einen Mirkofilm kopieren und ist an der daran hängenden Kette eigentlich nicht interessiert.

Ein anderes Mal muss er in einer fremden Botschaft an einen gefangen gehaltenen Spion heran kommen, um Daten, die in einem hohlen Zahn versteckt sind, zu holen, merkt aber schnell, das der Plan nicht so einfach zu lösen ist, wie gedacht.

Fast schon Ehrensache ist es für ihn ein kleines Mädchen zu retten, dessen Eltern in den Westen überlaufen wollen, nun aber mit der Kleinen erpresst werden, zurück zu kommen. Und einmal muss sich Noah Bain auch selbst an die Front wagen, weil sich Al den Knöchel gebrochen hat...

 

Robert Wagner begründete mit dieser Serie seinen Ruf als smarter Playboy, den er auch in späteren Serien wie „Hart aber herzlich“ (Hart to Hart) nicht mehr los wurde.

Der Eindruck wird gerade in Deutschland noch durch die Synchronisation verschärft, die wie zum Beispiel die von „Die Zwei“ mit Tony Curtis und Roger Moore weitaus humorvoller gestaltet wurde als das Original.

Wer englisch beherrscht, kann den direkten Vergleich wagen. Auch wenn die ein oder andere Zeile durchaus mit Humor gespickt wird, so ist sie doch nicht so von Gags und machohaften Partylöwen-Sprüchen durchsetzt wie die deutsche Fassung. Die Serie lebt und atmet dadurch die frühen 1970er Jahre, in denen alles ein wenig lockerer gesehen wurde und auch in den Filmen eine gewisse Lockerheit gegenüber heiklen Themen zu erkennen war. So fallen die Flirts Al Mundys mit seinen Partnerinnen und Begleiterinnen vermutlich viel derber aus als im Original.

Ansonsten gibt es diesmal auch wieder sehr abwechslungsreiche Fälle. Gerade „Es tritt auf: Noah Bain“ vertauscht einmal die Rollen und der Chef wird zum Befehlsempfänger seines Untergebenen – zumindest was den Kontakt zum weiblichen Geschlecht angeht – was dem Meisterdieb sichtlich Spaß macht. Der Fall selbst ist eher Nebensache.

Besonders berührend ist auch die Rettung des kleinen Mädchens aus den Händen eines skrupellosen Geheimdienstes und einer verräterischen Agentin. Hier darf Al Mundy zeigen, dass er vielleicht ein Dieb ist, aber auch großes Ehrgefühl hat. Mit solch einem leidenschaftlichen Ernst sieht man ihn nämlich sonst nie arbeiten.

Alles in allem können die Geschichten überzeugen, auch wenn mancher Plot etwas altbacken und antiquiert wirkt, da heute nicht einmal mehr die kleinsten Kinder viel mit Operettenstaaten oder kleinen südamerikanischen Ländern anfangen können, die von Diktatoren regiert werden, auch der Kalte Krieg ist schon eine Weile vorbei.

Aber wenn man dies und gewisse Frauenklischees ein wenig ignoriert kann man sich durch die gelungene Mischung aus Action, Abenteuer und Humor doch noch ganz gut unterhalten lassen.

Die Aufmachung selbst ist solide, wenn auch nicht überragend. Zwar hätte man sich wünschen können, das Bild und Ton etwas aufbereitet worden wären, die Qualität entspricht aber der anderer Serien aus dieser Zeit und besonders angenehm ist, dass die Folgen diesmal ungekürzt präsentiert werden.

Als einziges Extra findet wieder ein sehr ausführliches Booklet, mit vielen Informationen zur Serie, den Schauspielern und Machern hinter den Kulissen.

 

 

Fazit:

 

Im Mittelpunkt stehen in „Al Mundy“ zwar nicht technische Gimmicks oder Action, sondern eher ein charmanter Titelheld der mit vielen Tricks arbeitet und auch sein Geschick mit im Umgang mit Menschen klug einzusetzen weiß. Wer jedenfalls freche Gauner- und Agentenserien oder –filme wie „Hustle“ oder „Über den Dächern von Nizza“ mag, wird auch die zweite Box der ersten Staffel von „Al Mundy“ nicht stehen lassen können.

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DVD:

Ihr Auftritt, Al Mundy! – Staffel 1.

It Takes a Thief, USA 1968-1972

Folge 9-16 von !6 der ersten Staffel

Regisseur(e): Leslie Stevens Don Weis, Jack Arnold und andere

Idee und Drehbücher: Roland Kibbee, Leslie Stevens

Musik: Dave Grusin

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 4:3

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 30. Juli 2010

Spieldauer: 390 Minuten (8 Episoden)

Extras: ausführliches Booklet

 

ASIN: B003JXVT7I

 

Erhältlich bei: Amazon

 

 

 

Darsteller:

 

  • Robert Wagner
  • Malachi Throne
  • Katherine Crawford
  • Bill Bixby
  • Mark Lenard

 

 

 


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Erstellt: 29.08.2010, zuletzt aktualisiert: 02.08.2020 16:26