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Im Bann des Feuers von Janine Cross

Reihe: Die Drachentempel-Saga, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

„Die Drachentempel-Saga“ von Janine Cross ist anders, als der Verlag den Leser glauben machen will kein Roman im Stil von Anne Bishop und Co, keine dunkle Romantik, sondern waschechte Fantasy. Die Auspeitschungen oder Demütigungen mögen nur im ersten Moment eine erotische Note besitzen, sehr schnell wird aber deutlich, dass sie eine ganz andere Stellung in den Romanen der Serie einnehmen.

Schon in „Auf dunklen Schwingen“, dem ersten Band der Saga war es zu merken, dass sie eher einen rituellen und magischen Zweck erfüllen, ähnlich sieht es in der Fortsetzung „Im Bann des Feuers auf.

 

Obwohl Zarq in einer strengen Welt aufwächst, die vor allem Frauen einen Platz am unteren Ende der sozialem Leider aufweist und viele Regeln auferlegt, hat die Tochter von Leibeigenen und Töpfern schon früh einen Traum. Sie will eines Tages eine Drachenmeisterin werden und nicht wie alle anderen Frauen als Lustsklavin, niedrige Dienerin oder Gebärmaschine enden.

Nach einer bewegten Jugend, während der ihre Familie auseinander gerissen wird und sie noch weiter in ihrem Rang herabsinkt und sogar zu einer ausgestoßenen Sklavin wird, die man beschneidet, scheint sie ihrem Ziel um einen großen Schritt näher gekommen zu sein, denn der Drachenmeister von Brut Re nimmt sie in den Kreis der Novizen auf.

Auch wenn er ihr ermöglicht zu lernen, was sie wissen muss, so überlässt er es der jungen Frau doch selbst, sich gegen die Übergriffe der anderen Schüler und Novizen zu verteidigen, die ein Mädchen in ihrer Mitte nicht dulden wollen.

Ausgerechnet Dono, der ihr schon in der Kindheit das Leben schwer gemacht hat und immer eine Art Rivale war, ist der Anführer der jungen Männer, die sie brechen wollen. Zarq aber lässt sich nicht unterkriegen, obwohl sie zeitgleich auch noch vom Geist ihrer toten Mutter gepiesackt wird, die die Einforderung einer anderen Pflicht verlangt. So gewinnt sie nach und nach Respekt, wenn auch nicht die Anerkennung der Männer und wird in Ruhe gelassen, auch wenn sie schließlich erkennt, dass ihr der Drachenmeister nicht ohne Eigennutz eine Chance gegeben hat.

Dann taucht eines Tages überraschend ein Inquisitor mit seinen Schergen auf. Er lässt Zarq verhaften und an einen Ort bringen, an dem sie ihrer gerechten Strafe zugeführt werden soll, denn sie hat einen Frevel begangen, den er so nicht dulden kann.

 

Auch in „Jenseits des Feuers“ spielt die Liebe gar keine Rolle, Lust und Leidenschaft sind nicht unbedingt mit Vergnügen, sondern Qualen verbunden, denen sich Zarq aussetzt oder sogar ausgesetzt, damit andere durch ihre Visionen vollkommene Kontrolle über die Drachen gewinnen können, die sich bisher immer noch eine gewisse Wildheit bewahrt haben.

Janine Cross spinnt die Beschreibung und Ausgestaltung ungewöhnlichen Kultur weiter, die nun noch komplizierter wird als sie schon war. Daher ist es notwendig, auch den ersten Band zu kennen, um überhaupt zu begreifen, was im Roman geschieht. Langsam entwickelt sich aus den bisher unzusammenhängend erscheinenden Ereignissen eine zusammenhängende Geschichte, und Details, die im ersten Band noch unverständlich erschienen, ergeben jetzt einen Sinn.

Litt der erste band noch unter Startschwierigkeiten so lässt sich „Im Bann des Feuers“ wesentlich flüssiger lesen. Die Handlung ist in sich schlüssig und lässt einen roten Faden erkennen, der wahrscheinlich im dritten Band der Reihe seinen Abschluss findet. Nur ob man die Figuren nun mehr mag, bleibt jedem selbst überlassen, denn alle – Helden wie Schurken sind durch ihre Umgebung geprägt und schenken sich nichts.

 

Auch „Im Bann des Feuers“ wendet sich weniger an Fans düsterer Romantik und erotischer Liebesromane als an Leser, die exotische Kulturen mit erdverbundener Magie und einem gehörigen Schuss Grausamkeit und Brutalität mögen.

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Im Bann des Feuers

Reihe: Die Drachentempel-Saga, Bd. 2

Autorin: Janine Cross

Original:

The Dragon Temple Saga 2: Shadowed by Wings, USA/Kanada 2006

broschiert, 480 Seiten

Heyne, erschienen Oktober2008

Übersetzung aus dem Amerikanischen von Wolfgang Thon

Titelbild von Paul Youll

ISBN-10: 3453524616

ISBN-13: 978-3453524613

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 04.11.2008, zuletzt aktualisiert: 08.05.2019 13:25