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Im letzten Viertel des Mondes- Kagen no Tsuki - Band 2

Rezension von Christel Scheja

 

Ai Yazawa weiß immer wieder zu überraschen. Spielten „Gokinyo Monogatari“ und „Paradise Kiss“ noch zwischen jungen Designern, ihren Rivalen und Models, tauchte „Nana“ tief in das Musikbusiness ein, so präsentiert sie mit „Kagen no Tsuki - Im letzten Viertel des Mondes“ nun einen romantischen Mystery-Thriller der so gar nichts von der augenzwinkernden und humorvollen Quirligkeit ihrer früheren Geschichten hat.

 

Ein junges Mädchen läuft von zu Hause weg, weil sie mit ihrer Familie nicht zurecht kommt und findet ein kurzes Glück an der Seite eines freundlichen jungen Mannes, der sie zu verstehen scheint. Als es dann zu einem Streit zwischen den beiden kommt endet die in einem folgenschweren Unfall.

Hotaru und ihre Freunde aus der Grundschule machen sich weiter auf die Suche nach der jungen Frau, die sie nach einem Unfall – als das kleine Mädchen selbst zwischen Leben und Tod schwebte - wieder in die Welt der Lebenden zurückschickte.

Die Kinder haben inzwischen die alte Villa gefunden, in der die „Eva“ genannte Seele herum spukt, und Hotaru mit ihrer Lebensretterin Kontakt aufgenommen, doch diese kann sich nur noch an eines erinnern – an „Adam“ mit dem sie eine Weile versteckt in diesem verlassenen Haus gelebt hat.

Aber das, was sie Kinder heraus finden, scheint irgendwie nicht zusammen zu passen. Zwar erkennt Hotaru in der im Koma liegenden Mizuki die Retterin wieder, aber in deren Leben scheint es keinen Adam zu geben. Dessen Beschreibung passt jedoch eher auf einen Musiker, der vor mehr als zwanzig Jahren kurz nach dem Tod seiner japanischen Freundin selbst verstarb und ihr ein letztes Lied als Vermächtnis geschrieben hat...

 

„Im letzten Viertel des Mondes“ strahlt auch im zweiten Band eine unwirkliche und melancholische Stimmung aus. Während die Kinder die einzelnen Informationen zusammen tragen und damit auch den Leser ahnen lassen, dass die Geschichte ganz anders ist als man im ersten Band vermuten konnte, bleibt das Verwirrspiel für Mizuki alias „Eva“ erhalten, denn ihre Seele scheint gar nicht zu begreifen, was mit ihr geschehen ist.

Erneut beweist Ai Yazawa, dass sie die Fäden der komplexen Geschichte weiterhin fest in der Hand hält.

Scheinbare Widersprüche lösen sich auf und werfen doch zum Teil neue Fragen auf. Sie versetzt dem Leser mit jeder neuen Enthüllung einen kalten Schauder über den Rücken, spricht zwar nicht aus, was geschieht, aber macht dem aufmerksamen Leser doch klar, welche Schlüsselrolle sie dem Lied „Im letzten Viertel des Mondes“ in der Geschichte zuweist.

Und das macht den besonderen Reiz der Geschichte aus: Nicht nur das sie bittersüß und traurig ist, sie besitzt auch eine besondere Art von eindringlicher Spannung, die gar keiner Action bedarf um in den Bann zu schlagen.

 

Damit ist „Im letzten Viertel des Mondes“ zwar sehr ruhig erzählt, aber dennoch spannend für alle Leser, die traurig-romantische Liebesgeschichten mit einem Hauch von Jenseits mögen.

Eure Meinung:


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Comic:

Im letzten Viertel des Mondes- Kagen no Tsuki - Band 2

Autorin und Zeichnerin: Ai Yazawa

Aus dem Japanischen von Sabine Hänsgen

Egmont Manga und Anime, München, November 2007

Mangataschenbuch, 182 Seiten

ISBN 978-3-7704-6770-9

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 21.11.2007, zuletzt aktualisiert: 06.04.2019 16:45