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Im Schatten des Mondes

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Vierzig Jahre ist es nun her, dass erstmals Menschen ihren Fuß auf einen anderen Himmelskörper setzten und legendäre Worte gesprochen wurden, die bis heute unvergessen sind und einen neuen Abschnitt in der gemeinsamen Geschichte begründeten, denn auch wenn es ein Kraftakt der Vereinigten Staaten gewesen war, so nahm doch ein großer Teil der Welt daran Anteil und die Landung auf dem Mond wurde viele Länder übertragen.

Und auch wenn es inzwischen viele Rückschläge gegeben hat und man sich im Moment noch mehr auf den Orbit der Erde konzentriert, so ist der Traum zu den Sternen zu reisen doch ungebrochen.

 

Die Dokumentation „Im Schatten des Mondes“ von David Sington erzählt die Geschichte der Mondlandungen in einer Mischung aus Originalaufnahmen und Erzählungen der heute noch lebenden Astronauten.

Nicht nur der Sputnik, auch die erste Erdumkreisung eines Menschen in einer Raumkapsel versetzte der westlichen Welt Ende der 1950ger und Anfang der 1960ger Jahre einen ziemlichen Schock, denn sie machten deutlich, dass die Sowjetunion vielleicht technisch rückständiger war, aber das durch Risikobereitschaft und Entschlossenheit ausglich.

Um nicht wieder im Schatten des Feindes im Kalten Krieg zu stehen, war eines klar – die Landung auf dem Mond musste dem Westen als erstes gelingen. Und so prägte der gerade erst neu gewählte Präsident Kennedy die Devise, die den Anstoß für das Projekt Mondlandung gab. Bis zum Ende des Jahrzehnts sollte dieser Traum Wirklichkeit werden und mit dieser Rede wurde ein Programm begonnen, dass genau dieses Ziel erreichen wollte.

Bis dahin folgten Jahre harten Trainings für die dazu ausgewählten Männern, die zu den besten Kampfpiloten zählten, Wissenschaftler entwickelten neue Verfahren und die Raketentechnik weiter und experimentieren mit neuen Materialien. Es gab unzählige Versuche und naturgemäß auch einige Unfälle und Katastrophen, die das Programm leicht zurückwarfen. Ein Team kam sogar bei einem Testlauf am dem Boden ums Leben. Danach wusste man, das die Atemluft in den Kapseln auf keinen Fall aus reinem Sauerstoff bestehen durfte..

Schließlich war es im Juli 1969 so weit. Apollo 11 startete zu seiner Mission und drei Tage später setzten Neil Armstrong und Buzz Aldrin ihre Füße auf den Mondboden. Sie schrieben Geschichte, die zum ersten Mal in der Zeit des kalten Krieges so etwas wie ein Wir-Gefühl unter den Menschen entstehen ließ.

Der ersten gelungenen Mondmission folgten bis zum Jahr 1972 noch fünf andere, von denen die letzte allerdings abgebrochen werden musste, weil die Astronauten sonst ums Leben gekommen wären. Seither hat die bemannte Mondfahrt keinen Versuch mehr gemacht, sich den Mond genauer anzusehen. Von dem, was die Männer an Daten und Proben vom Mond mitbrachten, zehren die Wissenschaftler noch heute.

 

Anders als viele andere Dokumentationen verzichtet der Dokumentarfilm auf einen aus dem Off gesprochenen Kommentar, Spielszenen und eine durchweg chronologische Erzählweise. Zwar wird eine bestimmte Reihenfolge eingehalten, aber es gibt auch thematische Ergänzungen, die den Geschehnissen vorgreifen oder noch einmal in die Vergangenheit zurück reichen. Man sollte lesen können, um die verbindenden Zwischentexte zu verstehen. Schwerpunkt der Dokumentation sind die Erzählungen der noch lebenden Astronauten, der Augenzeugen des Geschehens. Dazu eingeblendet werden die Aufnahmen, die teilweise nie gesendet wurden.

Jim Lovell (Apollo 8 und 13), Dave Scott (Apollo 9 und 15), John Young (Apollo 10 und 16), Gene Cernan (Apollo 10 und 17), Mike Collins (Apollo 11), Buzz Aldrin (Apollo 11), Alan Bean (Apollo 12), Edgar Mitchell (Apollo 14), Charlie Duke (Apollo 16) und Harrison Schmitt (Apollo 17) kommen zu Wort und erzählen sehr persönlich von dem lange Zeit streng geheimen Projekt, den Menschen, mit denen sie zu tun hatten und ihrer großen Stunde. Dabei lassen sie es sich nicht nehmen, die ein oder andere Anekdote zum Besten zu geben, sich zu necken und von ihren ganz menschlichen Bedürfnissen in der Stunde des Triumphs zu erzählen. All dass macht die Dokumentation besonders, erfüllen sie die Bilder doch mit Leben und bringen sie den Zuschauern viel näher als es die sachliche Berichterstattung von Dritten hätte sein können. Das Bildmaterial stammt zum größten Teil aus den Archiven der NASA und ist daher völlig unbekannt. Man darf annehmen, dass es leicht digital aufbereitet wurde, denn die Qualität ist außergewöhnlich gut.

Alles in allem schlägt der Film in den Bann und man merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht. Dass noch viel mehr Material vorlag merkt man an dem fast einstündigen Feature, das nicht verwendetes Bildmaterial zeigt, über das man mehr von der Vorgeschichte der Astronauten und Details aus der Zeit der Vorbereitungen erfährt.

Der stimmungsvolle Soundtrack tut sein übriges dazu um die Zuhörer in den Bann zu schlagen. Auch ihr und ihrem Komponisten ist eine Featurette gewidmet.

 

 

Fazit:

 

Man muss sich nicht wundern, dass „Im Schatten des Mondes“ mehrfach preisgekrönt wurde, fasst die Dokumentation doch auf unaufdringliche aber bewegende Weise ein Ereignis ein, das Weltgeschichte geschrieben hat und mehr als alles andere den Wunsch der Menschen verkörpert, die Begrenzungen des Blauen Planeten zu verlassen. Auf der anderen Seite erinnern die persönlichen Worte der Astronauten, ihr Staunen und ihre Ehrfurcht aber auch daran, dass auch Mutter Erde ein Juwel im All ist, dass nicht nur mit außergewöhnlicher Schönheit, sondern auch Zerbrechlichkeit beeindruckt.

Alles in allem kann man die gut eineinhalb Stunden sehr genießen – die gelungene Mischung aus Bildern, Worten und Musik tut alles, um den Zuschauer zu verzaubern. Sie frischt aber nicht nur die Erinnerungen derer auf, die damals dabei waren, sondern weckt auch neue Sehnsüchte.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230205190546158c2b40
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DVD:

Im Schatten des Mondes

USA 2007

In the Shadow of the Moon

Dokumentation über die erste Mondlandung

Limited Ed. im Steelbook

Regisseur: David Sington

Komponist: Phillipp Sheppard

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bildseitenformat: 16:9

Anzahl Disks: 1

FSK: ohne Altersbeschränkung

Polyband & Toppic Video/WVG, 26. Juni 2009

Spieldauer: 200 Minuten

 

ASIN: B0021T6VLK

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Extras:

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“Behind the Shadow” – Zusätzliches Filmmaterial und Insider-Informationen direkt von den Astronauten

„Scoring Apollo“ – Featurette über die Musik zum Film

Kinotrailer

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Erstellt: 09.08.2009, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01