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Imperium Romanum – Die Größten Schlachten des Römischen Reiches

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Zu den Erfolgsgeschichten aus der Frühzeit der Menschen gehört wohl das Imperium, das von allen die größte Ausdehnung hatte und den längsten Bestand. Für mehrere Jahrhunderte beherrschte das römische Reich die Küsten des Mittelmeeres und sorgte nicht nur für eine Vermischung der Kulturen, sondern auch für prägende Werte, die noch heute in Europa spürbar sind.

 

Doch was sind die Grundpfeiler dieser Erfolgsgeschichte? Nicht zuletzt waren die Römer Meister der Kriegskunst und schon in den Anfängen gut organisiert. Nach den Siegen über Karthago waren sie daher nicht mehr aufzuhalten. Der Grundstein für die massive Expansion und die Ausweitung der Grenzen wurde allerdings erst im zweiten Jahrhundert vor unserer Zeit gelegt, als Barbareninvasionen aus dem Osten und Norden das römische Reich bedrohten und nur fähige Heerführer sie aufhalten konnten. Die Situation bedingte die Auflösung demokratischer Strukturen und ermöglichte die Konzentration der Macht in den Händen einzelner.

Doch erst Julius Caesar und sein Adoptivsohn Octavian nutzten die Befugnisse, die ihnen gegeben worden waren, wirklich auf. Letzterer entmachtete sogar den Senat und schwang sich zum ersten Imperator auf.

Mit ihm begann die massive Expansion des Reiches in den Nahen Osten und den Norden. Dabei mussten immer wieder neue Strategien erprobt werden, die leider nicht immer zum Erfolg führen, wie die Varusschlacht schmerzhaft bewies. Also verzichtete man letztendlich darauf, sich die Völker einzuverleiben, die zu schwer zu erobern war und breiteten sich in andere Richtungen aus.

Allerdings sorgte das wachsende Reichsgebiet auch für eine langsame Destabilisierung des Reiches. Gerade in den abgelegenen Grenzprovinzen kam es immer wieder zu Rebellionen der Einheimischen oder Ablösungsversuche durch Verwalter und Heerführer, denen der Erfolg zu Kopf gestiegen waren und die nun nicht länger Rom dienten sondern nur noch sich selbst.

Letztendlich bestimmten die Heere für längere Zeit den Kaiser und sorgen so dafür, dass das Reich innerlich zerfiel. Die einzelnen Machtgruppen kämpfen lieber gegeneinander anstatt gegen die von Osten nach Europa drängenden Stämme – und besiegelten so das Ende ihres Reiches.

 

„Imperium Romanum“ ist eine anschaulich gemachte Serie, die nicht nur die großen Schlachten und Persönlichkeiten des Römischen Reiches zeigt, sondern auch die Umstände, die dazu geführt haben, wie auch die Entwicklungen, die es erst möglich gemacht haben, dass einzelne Männer die Macht ergreifen oder das Blatt in einem Kampf wenden konnten.

Auch die Folgen der Eroberungen finden Erwähnung, ebenso wie die Strömungen, die das Reich nach und nach veränderten.

So wird im Groben etwa die Frage beantwortet, warum das Christentum so viele Anhänger fand, aber auch immer wieder den Zorn der Herrscher erregte. Genau so werden auch die dunklen Seiten strahlender Figuren der Geschichte aufgezeigt und weniger bekannte Heerführer und spätere Imperatoren vorgestellt.

Das ganze geschieht in Spielszenen, die von Wissenschaftlern verschiedener amerikanischer Universitäten kommentiert werden. Ruinen bekommt man keine zu sehen – tatsächlich wird die Illusion erschaffen, tatsächlich einen Blick auf die Schauplätze der Geschichte zu werfen, auch wenn die Anzahl der Zivilisten oder Soldaten, die in Massenszenen auftauchen, eher gering ist.

Die Serie erweist sich in Zusammenstellung und Schnitt als sehr amerikanisch. Zum einen merkt man genau, wo die Werbepausen sind, da nach diesen Schnitten immer wieder Inhalte überholt werden, zum anderen zählen in erster Linie die Schauwerte.

Und nicht zuletzt geht die Serie nicht sonderlich in die Tiefe und kratzt – gerade was die Zusammenhänge angeht, nur an der Oberfläche. Vieles wird zwar nicht falsch, aber doch stark vereinfacht dargestellt und manchmal ein wenig zu wertend dargestellt, gerade was das Christentum betrifft.

Was dem Geschichtsinteressierten, der sich näher mit der Epoche beschäftigt hat, besonders unangenehm auffallen dürfte, ist zudem, dass viele Berichte antiker Geschichtsschreiber ohne Prüfung übernommen werden –seien es nun die Übertreibungen bei Heeresstärken, die von der Archäologie schon längst widerlegt worden sind, bis hin zu vorurteilsbeladenen Darstellungen der Feinde oder historischer Personen.

Das macht die Folgen zwar unterhaltsam, die Inhalte decken sich dadurch allerdings nicht immer mit den aktuellen Forschungsergebnissen.

 

 

Fazit:

 

Alles in allem mag die Serie eine unterhaltsame Einstiegsdroge für Geschichtsinteressierte sein, die von dem „Imperium Romanum“ noch nicht viel mitbekommen haben, ihr wissenschaftlicher Wert ist allerdings eher gering und könnte Zuschauer ärgern, die sich bereits intensiver mit der Geschichte des Römischen Reiches beschäftigt haben.

 

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20230205001622ccdde46e
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DVD:

Imperium Romanum – Die Größten Schlachten des Römischen Reiches

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 4

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 30. September 2011

Spieldauer: 585 Minuten

ASIN: B0057JWW1O

 

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 18.10.2011, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01