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7 Fragen - 7 Antworten : Guido Latz - Atlantis Verlag

Redakteur: Michael Schmidt

 

Der Atlantis Verlag, ehemals Arkham Press, ist den meisten Lesern bekannt für seine zahlreichen Serien wie „Saramee“, „Genotype“, „Rettungskreuzer Ikarus“ oder „Gallagher“, meist klassisch im Genre SF oder Horror unterwegs. Zuletzt änderte sich das Programm allerdings in Richtung einzelner Romane und die Kritik nimmt das positiv zur Kenntnis. „Die fünf Seelen des Ahnen“ von Ulrike Nolte wurde dieses Jahr für den DSFP und den KLP nominiert. Autoren wie Tobias Bachmann und Markus K. Korb besetzen das Genre Horror oder Unheimliche Phantastik. Im Fantasybereich ist die umstrittene Serie GOR von John Norman angekündigt. Grund genug Verleger Guido Latz ein paar Fragen zu stellen.

 

Fantasyguide: Hallo Guido. Wie im Eingangstext beschrieben kommt der Atlantis Verlag aus der Serienecke. Zuletzt veröffentlichtest du aber mehr und mehr abgeschlossene Romane. Ein Umschwung oder baust du das Verlagsprogramm zweigleisig auf?

 

Guido Latz: Ich denke, da täuscht der Eindruck. Es ist sicher richtig, dass man mit Atlantis zunächst mal Serien in Verbindung bringt – weil man vielleicht zuerst an „Rettungskreuzer Ikarus“ denkt, die damals als eine ganz neue SF-Serie im Paperback an den Start ging. Und weil danach andere Serien kamen. Ganz so einfach ist es aber nicht, weil es halt ein „vorher“ gab; online gefunden habe ich noch Fragmente der alten Website, und dort wurden noch Ausgaben der „Arkham Tales“ gelistet, eine Reihe, wenn ich nicht irre, deren Ursprünge bis in die 80er Jahre reichen und abgeschlossene Romane und Kurzgeschichten bot. Dass am „Anfang“ Serien standen hat damit zu tun, dass am Anfang die Kleinverlagsszene überschaubarer war. Heute gibt es reichlich Serien, so dass man als Verlag natürlich immer versucht, in eine neue Richtung zu gehen – sofern sich hier Material findet, von dem man überzeugt ist. Aber, ja: derzeit ist es so, dass ich mehr abgeschlossene Romane veröffentlichen möchte, und weniger Serien.

 

Fantasyguide: Serien kommen und gehen. Von „Genotype“ hat man schon lange nichts mehr gehört. Wird irgendwann ein neuer Band erscheinen? Und was hat es mit der Formatsumstellung der Serie „Saramee auf sich?

 

Guido Latz: Bei „Saramee“ hatten wir 2005 sechs Romane am Start, 2006 dann fünf. Das sind schon mal elf. Irgendwann steht man als Verleger vor einer (relativ) langen Backlist, d.h. im Prinzip müssen Dutzende von Titeln mehr oder weniger lieferbar sein. Man weiß aber nie, wie lange die Nachfrage hält, Bei „Saramee“ habe ich den Eindruck, dass die Serie von den Lesern ähnlich wahrgenommen wird, wie von mir: eher als Reihe. Sicher, es gibt Käufer, die kaufen von Band 1 an alle Bände. Überraschenderweise gibt es hier aber Leute, die kaufen mal diesen, mal jenen Band, ohne dass ich ein Muster dahinter erkenne. Wir haben jetzt elf Bände herausgegeben, und wollen jetzt halt mehr Lesestoff in einem Band bieten, dafür aber nur noch 2-3x im Jahr mit einem halt dickeren Band aufwarten.

Dass mal irgendwann ein weiterer „Genotype“ von Martin Hoyer erscheint, will ich mal hoffen. Spruchreif ist das aber nicht, und wenn es soweit ist, dann wird er in der Allgemeinen Reihe erscheinen.

 

Fantasyguide: Die Serie GOR ist umstritten, gilt als frauenfeindlich. Die Ankündigung, die Serie neu aufzulegen, schlug hohe Wellen im Fandom. Aber das Interesse scheint riesig zu sein. Was sagst du zu dem ganzen Wirbel um GOR?

 

Guido Latz: Ich verstehe ihn nicht. Das heißt nicht, dass ich die Aufregung in den Foren nicht toll fand – es hat viele dazu verleitet, den ersten Band zu kaufen. Danke hierfür ;-)

 

Fantasyguide: Die Serie erscheint in Zusammenarbeit mit dem Basilisk Verlag. Was bedeutet das genau? Und wie ist generell die Zusammenarbeit der Kleinverlage untereinander?

 

Guido Latz: Zunächst mal ist es so, dass Patrick und ich uns immer wieder mal Bälle (also Ideen) zugeworfen haben, und es immer mal wieder tun. Die Zusammenarbeit mit Basilisk sieht so aus, dass im Fall von GOR Patrick den Kontakt zur US-Agentur aufnahm und hält und auch die Arbeiten bzgl. Übersetzung etc. überwacht. Ich werde den Roman schon bald setzen, und dann erscheint er als Gemeinschaftsproduktion im Herbst. Darüber hinaus ist es so, dass ich den Kontakt zu dem ein oder anderen Verleger pflege, wir tauschen uns aus, oder auch mehr. Ernst Wurdack macht zum Beispiel auch Titelbilder für IKARUS-Romane und hat das neue IKARUS-Logo entworfen. Aber es gibt auch sicher Verleger, mit denen man nicht in Kontakt steht, und das aus den unterschiedlichsten Gründen.

 

Fantasyguide: „Anam Cara“ von Nicole Rensmann war für den DPP nominiert. „Die fünf Seelen des Ahnen“ von Ulrike Nolte wurde dieses Jahr für den DSFP und den KLP nominiert. Gerechter Lohn für harte Arbeit und den oben genannten programmatischen Wechsel?

 

Guido Latz: Wenn ich einen Titel interessant finde, dann „schlage ich zu“, Ich mache mir keine Gedanken, ob und welche Chancen er haben könnte bei Preisen wie DSFP oder dem KLP, weil ich nicht davon überzeugt bin, dass eine Nominierung oder der Gewinn mehr Verkäufe bedeutet. Für den Autor oder den Zeichner ist es natürlich eine tolle Ehre, gar keine Frage.

 

Fantasyguide: „Auf was darf sich der Leser der Allgemeinen Reihe in Zukunft noch alles freuen? Welche Titel sind geplant?“

 

Guido Latz: Einen Teil des kommenden Programms kann man ja immer im Shop-Bereich einsehen, auch wenn da nicht immer alles zu finden ist. Neben der Fortführung der TENTAKELKRIEG-Trilogie und den nächsten GOR-Bänden erscheint im Herbst ein Grusel-Roman von Martin Clauß unter dem Titel „Der Atem des Rippers“. Ein Roman, der bereits als eBook bei vph erschien. Dann ist ein Phantastischer Abenteuerroman von Hans Herrmann geplant („Im Garten der Hesperiden“) und ein SF-Roman von Siegfried Langer („Das Vierte Reich“). Erstmals hier verrate ich, dass zwei weitere Verträge unter Dach und Fach sind: Fürs Frühjahr 08 ist ein Roman von Jan Gardemann eingeplant: „Der Remburg-Report“. SF-Kurzgeschichten von ihm waren bislang u.a. in „Nova-SF“, „phantastisch“ oder „Visionen“ zu finden. Und für den Herbst eingeplant habe ich „Im Jahre Ragnarök“ vom zweifachen DSFP-Gewinner Oliver Henkel. Alles in allem eine bunte Mischung, wie ich finde.

 

Fantasyguide: Und als letzte Frage: Wie sieht es im Serienbereich aus? Wird es Programmänderungen geben?

 

Guido Latz: Mit RETTUNGSKREUZER IKARUS und SARAMEE sind zwei Serien im Programm. Man soll zwar nie nie sagen, aber im Augenblick ist keine weitere Serie geplant.

 

Eure Meinung:

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Erstellt: 01.07.2007, zuletzt aktualisiert: 14.03.2019 17:54