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Iron Man Season One von Howard Chaykin und Gerald Parel

Rezension von Ingo Gatzer


 

Rezension:

Iron Man ist – vereinfacht ausgedrückt – so etwas wie Marvels Antwort auf DCs Batman: ein Milliardär, der zwar keine Superkräfte besitzt, aber dennoch mit moderner Technik das Böse bekämpft. Auch wenn Batman etwas früher seinen Einstand feierte, ist Iron Man nun auch bereits ein halbes Jahrhundert auf Verbrecherjagd. Grund genug, seine Entstehungsgeschichte etwas zu modernisieren und in „Iron Man – Season One“ zu erzählen.

 

Für den schwer reichen Waffenfabrikanten und Lebemann Tony Stark ist das Leben nur ein Spiel. Das ändert sich, als er in einer Krisenregion schwer verletzt und von Extremisten gefangengenommen wird. Mit Glück und Geschick gelingt ihm die Flucht, indem er eine Rüstung mit mächtigen Waffen konstruiert. Doch dabei erschafft er ungewollt einen dunklen Widerpart, der sich auf einer göttlichen Mission wähnt. Nur Tony Stark in seiner eisernen Rüstung scheint ihn stoppen zu können – falls der seine eigenen Probleme in den Griff bekommt.

 

Für die Modernisierung der altbekannten Geschichte ist der erfahrene Autor Howard Chaykin verantwortlich. Der US-Amerikaner war in seiner Karriere sowohl für Marvel als auch für DC sowie für eine Reihe von kleineren Verlagen tätig. Dank seiner Arbeit an dem 2011 erschienen Band „Iron Man, Vol. 5“ kennt er sich auch mit der Hauptfigur bestens aus.

 

Howard Chaykin gelingt es nicht nur, die Ursprungsgeschichte interessanter und zeitgemäßer zu erzählen. Sie ist zudem – auch gegenüber der filmischen Umsetzung - erheblich vielschichtiger. Zwar fokussiert sich die Story auf Tony Stark - dessen Charakter spannend ausgelotet und entwickelt wird - bzw. die Entstehung von Iron Man. Gleichzeitig handelt „Iron Man Season One“ aber auch von Korruption bei Stark Industries und von der „Geburt“ eines extremistischen Widersachers, der so etwas wie der dunkle Zwilling von Iron Man wird. Insgesamt wirkt Tony Stark hier düsterer und weniger heldenhaft als in den bekannten Vorlagen. Dementsprechend ist auch das Ende wenig heroisch, sondern vielmehr realistisch, überraschend und letztlich dennoch bezeichnend. Der Held braucht gegen einen übermächtig erscheinenden Gegner letztlich doch Hilfe.

 

Während die Story selbst absolut gelungen ist, hinterlässt die Optik einen zwiespältigen Eindruck. Der Franzose Gérald Parel präsentiert seine Panels eigentümlich weich gezeichnet und verzichtet oft auf klare Konturen. Einige Bilder wirken sogar skizzenhaft. Das passt zur Titelfigur und zum Genre nicht unbedingt. In Totalen zeigt Gérald Parel hingegen, dass er in der Lage ist, gerade die Mimik der Hauptfigur sehr facettenreich darzustellen. Zudem spielt er immer wieder gekonnt mit Licht und Schatten und zeigt einen dynamischen Endkampf.

 

Die Aufmachung des Hefts entspricht dem gewohnt guten Panini-Niveau. So befindet sich etwa am Ende ein Skizzenbuch von Gérald Parel. Dieses zeigt anhand von Bleistiftskizzen und Schwarz-Weiß-Entwürfen anschaulich, wie die Bilder regelrecht wachsen. Ein Manko ist allerdings der zu schmale Rand, der für diese Ausgabe gewählt wurde und es nötig macht, das Heft weit auseinander zu knicken, damit alle Zeichnungen sichtbar sind. Auch beim Lettering bzw. bei der Übersetzung gibt es einige kleinere Irritationen. So erklärt etwa ein Händler, während Tony Stark bei ihm Alkohol kauft, recht unmotiviert „HEY! MEIN TEXT“. Soll das eine selbstreferentielle Anspielung sein? Auch die Wortwahl überzeugt nicht immer, etwa wenn Iron Man denkt, wie „angetüdelt“ er gerade sei oder ein religiöser Eiferer einen Mitstreiter als „Vollpfosten“ bezeichnet.

 

Fazit:

„Iron Man Season One“ kann inhaltlich dank der geschickt modernisierten und nun deutllich komplexeren Story zwar überzeugen, ist aber gerade angesichts der Optik etwas gewöhnungsbedürftig. Deshalb sollten Comic-Fans vorher einen Blick riskieren, ob ihnen der Zeichenstil zusagt.

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Comic

Iron Man Season One

Autor: Howard Chaykin

Zeichner: Gérald Parel

Erscheinungsdatum: April 2013

Panini - 148 Seiten - Softcover

ASIN: B00CQ50MB4

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

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Erstellt: 03.06.2013, zuletzt aktualisiert: 12.07.2019 19:51