Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Isnogud

Reihe: Die gesammelten Abenteuer des Groswesirs Isnogud Buch 1

enthält: Der Großwesir | Der bitterböse Großwesir | Gefährliche Ferien

Rezension von Christian Endres

 

»Es war einmal zu Bagdad, der Prächtigen, ein Großwesir namens Isnogud. Der war sehr böse und kannte nur ein einziges Ziel: ICH WILL KALIF WERDEN ANSTELLE DES KALIFEN! Dieser schändliche Großwesir hatte einen treuen Diener Namens Tunichgud, einen gar anständigen Mann, der unter seinem gestrengen Herrn nichts zu lachen hatte. Der Kalif von Bagdad dagegen, der gute Harun Al Pussah, der grenzenloses Vertrauen in seinen Großwesir Isnogud setzte, verbrachte die Tage seiner beschaulichen Regentschaft in sorgloser Gelassenheit. Also, es war einmal zu Bagdad, der Prächtigen ...«

 

So beginnen die Abenteuer von Isnogud, die in Kreisen der Goscinny-Fans nicht minder beliebt sind als dessen Asterix oder Lucky Luke. 1962 erschien die erste Geschichte des kleinen, aber mächtig fiesen Großwesirs, der auf Biegen und Brechen »Kalif anstelle des Kalifen« werden möchte. Diese erste und weitere 18 knackige Episoden aus der Feder von René Goscinny hat Ehepa nun im ersten Sammelband der auf neun Teile angelegten Isnogud-Werkausgabe zusammengefasst, die somit die drei bereits erschienenen Einzelalben Der Großwesir, Der bitterböse Großwesir und Gefährliche Ferien abdeckt. Wie nicht anders zu erwarten, ist das 160 Seiten starke Hardcover-Album trotz einer etwas eigenwilligen Titel-Typografie wieder schön plakativ aufgemacht. Allerdings ist nach diesem ersten Band redaktionell durchaus noch etwas Luft nach oben vorhanden.

 

Dafür spricht der Inhalt auf Anhieb eine deutliche Sprache: Goscinnys Humor ist hier wieder einmal sensationell, die Storys der ersten beiden Alben herrlich knackig und frech, der Asterix-Erfinder so gut wie auf der Höhe seines Schaffens. Selbst die Ferien-Episoden im hinteren Teil des Sammelbandes haben noch eine Schmunzelgarantie, obschon sie mit den ersten beiden Original-Alben nicht ganz mithalten können. Tabarys Zeichnungen indes überzeugen von der ersten bis zur letzten Seite, in Bagdad, dem Vorland, der Wüste oder am Strand. Er und Goscinny ergänzen sich nahezu kongenial und füllen die orientalische Kulisse mit Leben und buntem Treiben, mit Atmosphäre und funktionierenden Anachronismen. Zugleich geben sie Isnogud aber auch immer neues Kanonenfutter für einen neuen designierten Fehlversuch: Egal ob Magie oder Zeitreisen, politische Hinterlist oder ein Picknick in der Wüste - Isnogud lässt nichts unversucht, um endlich Kalif anstelle des Kalifen zu werden.

 

Dabei scheitert niemand so schön wie das intrigante, vom Pech verfolgte Rumpelstilzchen aus dem Morgenland. Und Niemandem, nicht einmal Gargamel oder Willy E. Coyote, sieht man so gerne beim Scheitern zu wie dem bitterbösen Großwesir aus Bagdad, der Prächtigen.

 

Ein zeitloser Klassiker, der nun endlich ebenfalls seine schöne Gesamtausgabe bekommt - und zwar mit einem Auftakt nicht nur nach Maß, sondern schier wie aus Tausendundeiner Nacht ...

 

 

Eure Meinung:

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Comic:

Isnogud

Reihe: Die gesammelten Abenteuer des Großwesir Isnogud Buch 1

Autor: René Goscinny

Zeichner: Jean Tabary

Ehapa, März 2008

Hardcover-Album, 160 Seiten

ISBN: 3770431693

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 20.03.2008, zuletzt aktualisiert: 18.02.2021 18:53