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Isnoguds Sternstunden

Reihe: Die gesammelten Abenteuer des Groswesirs Isnogud Buch 2

enthält: Die infamen Streiche des Großwesirs Isnogud |

Isnoguds Sternstunden | Die Zauberkiste

Rezension von Christian Endres

 

»Es war einmal zu Bagdad, der Prächtigen, ein Großwesir namens Isnogud. Der war sehr böse und kannte nur ein einziges Ziel: ICH WILL KALIF WERDEN ANSTELLE DES KALIFEN! Dieser schändliche Großwesir hatte einen treuen Diener Namens Tunichgud, einen gar anständigen Mann, der unter seinem gestrengen Herrn nichts zu lachen hatte. Der Kalif von Bagdad dagegen, der gute Harun Al Pussah, der grenzenloses Vertrauen in seinen Großwesir Isnogud setzte, verbrachte die Tage seiner beschaulichen Regentschaft in sorgloser Gelassenheit. Also, es war einmal zu Bagdad, der Prächtigen ...«

 

Auch diesmal fangen die Abenteuer von Goscinny und Tabary wieder mit diesem Sprüchlein an, in dem die Rahmenhandlung der folgenden Episoden wieder trefflich eingefangen wird: Isnogud, der bitterböse, aber irgendwie doch auch herzige Großwesir mit Hang zum Größenwahn, möchte nach wie vor Kalif werden. Deshalb sägt er mächtig am Kissenberg von Harun Al Pussah, dem gegenwärtigen Kalifen von Bagdad. Allerdings hat er bei seinen Versuchen zum schleichenden Staatsstreich das Glück meistens nicht gepachtet, wie der Leser inzwischen weiß...

 

Im zweiten Band, der die drei Einzelalben Die infamen Streiche des Großwesirs Isnogud, Isnoguds Sternstunden und Die Zauberkiste vereint, greift Autor Goscinny wieder tief in die Trick- bzw. Zauberkiste: Raketen (!) mitten in Bagdad, wassersüchtige Dschinnis aus dem Sumpf, verhexte Plakatkleber in den Sommerferien im Kalifat, ein gefährliches Spiel mit Träumen und Albträumen, seltsam verrückte Hüte und der Erfinder Ibe Em sollen es dieses Mal richten und Isnogud zum Erfolg seiner finsteren Pläne verhelfen. Dabei hat sogar Zeichner Jean Tabary seinen großen Auftritt, als er dem orientalischen Rumpelstilzchen das Portraitmalen beibringen soll.

 

Und auch wenn das nun in der Zusammenfassung wie ein kunterbunter Basar voller Wunder klingt, kann der zweite Band der schön aufgemachten Werkausgabe im üppigen Hardcover leider nicht an den brillanten Auftakt anknüpfen. So bemüht Isnogud meistens ist, Kalif anstelle des Kalifen zu werden, so bemüht wirken auch manche Gags, so zäh sind manche Geschichten. Sicherlich, Abenteuer wie Ein Dschinni löst Probleme sind nach wie vor echte Perlen des frankobelgischen Humors, und auch die vielen Anspielungen (sogar auf Asterix!) wissen größtenteils zu gefallen - in der Summe ist es aber einfach zu wenig, wirkte der Vorgänger-Band wesentlich spritziger und unverbrauchter.

 

Das Vorwort hat in Sachen Informationsgehalt und Anekdoten dafür mächtig zugelegt, obwohl die ersten als Faksimile-Seiten abgedruckten Isnogud-Abenteuer ein zweischneidiger Säbel sind: Der Aufwand, an die Seiten zu kommen und sie zu reproduzieren, dürfte nicht unerheblich gewesen zu sein. Sie im französischen Original zu belassen, hilft zwar der Authentizität, jedoch sicherlich nicht einem Gros der deutschen Leser, diesen Schatz aus irgendeinem gut bewachten Archiv oder aus irgendeiner sorgfältig gehegten Sammlung auch wirklich zu verstehen und richtig zu würdigen. Vielleicht wäre eine Übersetzung hier doch angebracht gewesen, selbst wenn dafür massive Retuschen und Eingriffe ins Original hätten in Kauf genommen werden müssen.

 

Nach wie vor scheitert niemand so schön wie Isnogud - im ersten Band hat die Schadenfreude allerdings deutlich mehr Spaß gemacht.

 

Eure Meinung:

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Comic:

Isnoguds Sternstunden

Reihe: Die gesammelten Abenteuer des Großwesir Isnogud Buch 2

Autor: René Goscinny

Zeichner: Jean Tabary

Ehapa, Juni 2008

Hardcover-Album, 160 Seiten

ISBN: 3770431820

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 20.06.2008, zuletzt aktualisiert: 18.02.2021 18:53