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Jäger und Sammler (Brettspiel)

Rezension von Christel Scheja

 

Normalerweise nimmt man nicht an, dass die Urzeit viele Möglichkeiten für Spielideen besitzt, aber der findige und fleißige Spielentwickler Reiner Knizia beweist wieder einmal das Gegenteil.

Diesmal ist die Steinzeit sein Thema – jene Epoche in der die Menschen noch nomadisierend durchs Land von Winter zu Sommerlager zogen und zurück. Schon damals hat man den Sinn erkannt, Vorräte anzulegen, die einem über die Jahreszeiten hinweg helfen, in denen es nicht viel zu essen gibt.

 

 

Spielidee:

 

Die Spieler schlüpfen in die Rolle dieser “Jäger und Sammler” und spielen mit einfachen Regeln deren Überlebenskampf nach. Sie verkörpern jeweils die Menschen eines Stammes, die das zusammen raffen, was sie im Verlauf des Sommers finden können, um es später ggf. zu tauschen, aber vor allem einzulagern. Ihre vordringlichste Aufgabe ist es Beeren und Pflanzen zu sammeln und Fleischvorräte für den Winter anzulegen.

Zum Leben gehört aber auch die Fertigung von Waffen, Werkzeugen und dem ein oder anderen Luxusgegenstand wie etwa Halsketten. Manchmal werden auch Schädel besonderer Tiere aufbewahrt, um damit die Geister der Jagd zu verehren oder aber andere Stämme zu beeindrucken, wenn man ihnen im Handel begegnet.

 

 

Ausstattung:

 

Neben dem Spielbrett und der Spielregel gibt es noch jede Menge Spielplättchen aus robuster Pappe, sechzehn Spielfiguren und „Vorratskisten“, die in den einzelnen Lagern deponiert werden müssen.

Interessant ist auch der Vorschlag, die Stanzbögen, in denen die Spielplättchen steckten nicht zu entsorgen, sondern auf den Boden des Spielkartons, damit dieser so gefüllt ist, dass die Plättchen nicht mehr durch die Gegend fliegen.

 

Spielregel

 

Die Spielregel ist recht übersichtlich gestaltet. Auf den zwölf Seiten werden die Spielregeln ausführlich und reich bebildert erklärt. Tatsächlich gibt es nur wenig, was man beachten und verinnerlichen muss, das meiste ist eigentlich schon nach dem ersten Probespiel in Fleisch und Blut übergegangen und auch jüngeren Kindern schnell und leicht erklärt.

 

 

Spielablauf

 

Bevor das Spiel beginnen kann, erhält jeder Spieler Figuren und Vorratskästchen in seiner Farbe. Die Sommerplättchen (auf der Rückseite ist eine Sonne zu sehen) werden auf dem Spielbrett offen ausgelegt, die Figuren jeweils in ein Sommerlager gestellt.

Dann darf der haarigste Spieler beginnen.

In einem Spielzug ist es ihm möglich, eine Figur um zwei Plättchen oder zwei Figuren um ein Plättchen weiter zu bewegen. Wenn er eines bei einem Zug überschreitet oder beim nächsten verlässt, darf er das Plättchen als gesammelte Beute an sich nehmen. Bei Mammut-Plättchen ist das allerdings nur möglich, wenn er bereits ein Waffenplättchen besitzt (oder im gleichen Zug erhält), das er im Gegensatz zu den Plättchen, die Knollen, Beeren, Kräuter oder wertvolle Güter zeigen, offen vor sich legen kann und abgeben muss, wenn das Mammut damit erlegt wurde.

Die Spielfiguren dürfen sich im Spiel entweder nur über die Felder bewegen, auf denen ein Plättchen liegt, so dass irgendwann einmal das Ende absehbar ist, wenn die Plättchen um ein Lager abgeräumt sind. Höhlen und Wegeplättchen bleiben auf den Spielfeldern liegen und werden auch in der Winterphase nicht abgeräumt. Mit ersteren ist es möglich in einer ganz anderen Höhle in einem anderen Bereich des Spielfeldes aufzutauchen.

Auch dürfen nicht zwei Figuren auf einem Plättchen stehen, dieses aber übersprungen werden, wobei der Spieler das besetzte Plättchen natürlich nicht erhält.

Ziel ist es nicht nur, möglichst viel zu sammeln und zu erjagen, sondern auch im Winterlager abzulegen. Das geht nur, wenn man auf seinen Zügen auch einmal über eines derselben zieht und dort eine Vorratskiste ablegt.

Auch ist es möglich eine Figur vom Spielfeld zu nehmen, wenn es keinen sinn mehr ergibt, sie weiter zu bewegen, aber das ist erst am Ende der Sommer- oder Winter-Phase sinnvoll.

Ist das Spielende irgendwann erreicht, das heißt, dass entweder alle Plättchen aufgesammelt wurde, oder keine Bewegung mehr möglich ist, beginnt die Winterphase.

Die verbliebenen Sommerplättchen werden vom Spielfeld genommen (mit Ausnahme der Wege- und Höhlenplättchen), die Winterplättchen (mit dem Stern auf der Rückseite) werden offen ausgelegt) und das Spiel beginnt von neuem. Diesmal starten die Spieler in den Winterlagern und müssen für die Sommerlager sammeln. Je nach dem wie gut es den Spielern gelungen ist ihre Vorratskisten zu verteilen starten sie mit der vollen Spielfigurenanzahl oder nicht.

Wenn diese Phase abgeschlossen ist, endet auch das Spiel und die entsprechenden Punkte aus Sommer- und Winterplättchen werden ermittelt. Diese stehen auf den Plättchen oder werden bei den wertvollen Gütern anhand einer Tabelle die nach der Anzahl gegliedert ist, ermittelt.

Derjenige der schließlich die meisten Punkte hat, ist der Gewinner.

 

 

Spielspaß

 

Der Vorteil an „Jäger und Sammler“, ist, dass das Spiel schnell aufgebaut und erklärt ist, wenn man ein wenig Ordnung in der Schachtel hält und die Sommer- und Winterplättchen nicht durcheinander bringt. Ideal ist auch, dass man sich nur auf wenige Regeln konzentrieren muss, die nicht all zu viele Sonderfälle haben.

Daher eignet sich „Jäger und Sammler“ auch als Spiel für zwischendurch, wenn man zum Beispiel eine oder zwei Stunden an einem verregneten Ferientag überbrücken möchte. Vor allem kann man es immer wieder zur Hand nehmen, da sich die Spiel-Situation durch das immer wieder neue Auslegen der Plättchen verändert. So sind die Spielmechanismen zwar immer gleich, nicht aber das Spielfeld, und die eigenen Strategien müssen jedes Mal neu angepasst werden, was zu einer Menge Abwechslung führt.

Es ist den Spielern letztendlich überlassen, auf was sie sich konzentrieren – ob sie gezielt Luxusgegenstände sammeln, die sehr viele Punkte bringen können, sich nur auf Knollen, Beeren und Kräuter oder die Mammutjagd konzentrieren oder eine Mischung betreiben. Jeder wird das ausprobieren können, was er für sinnvoll hält und wozu er gerade Lust hat. Letztendlich ist es nur wichtig, dass jeder daran denkt seine Vorratskisten in den entsprechenden Lagern platzieren um auch in der Winterphase voll dabei zu bleiben und nicht mit verminderter Figurenzahl spielen zu müssen.

Auch wenn das Spiel selbst ab zehn Jahre ist, so können doch auch schon jüngere Spieler ihren Spaß daran haben, wenn man das Tempo die Gewitztheit der Strategien auch etwas anpassen sollte, damit sie auch die Zeit bekommen, sich zurecht zu finden und ihre eigenen Züge zu planen.

Allein einen Kritikpunkt gibt es. Den „Wegeplättchen“ ist anders als den „Höhlenplättchen“ keine besondere Eigenschaft zugeordnet, so dass man sich am Anfang fragt, wofür diese eigentlich geschaffen wurden, außer auf dem Spielfeld zu verbleiben und so ggf. einem Spieler noch ermöglichen, eine Lücke zu überbrücken.

 

 

Fazit

 

Da es nicht um Kampf gegeneinander geht und die Interaktion eher gering ist und mehr einem sportlichen Wettbewerb gleicht, eignet sich „Jäger und Sammler“ ideal für die ganze Familie, gerade wenn man nur Ablenkung für eine oder zwei Stunden und nicht den ganzen Nachmittag sucht.

 

 

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Brettspiel:

Jäger und Sammler (Brettspiel)

Autor: Reiner Knitzia

Grafik: Claus Stephan

Verlag: Amigo Spiel und Freizeit GmbH, Diezenbach

Material: Karton/Papier & Holz

Spielerzahl: 2-4

Spielmotivation: Familie, Strategie

Sprache Spielanleitung: DE

Altersempfehlung: 10 - 99 Jahre

Spieldauer: mindestens 45 Minuten

Modellnummer: 00340

ASIN: B0033612AA

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

Inhalt:

 

  • 112 Sommerplättchen
  • 88 Winterplättchen
  • 16 Spielfiguren
  • 16 Vorratskisten
  • 1 Spielplan
  • 1 Spielanleitung

 


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Erstellt: 26.06.2010, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50