Jakob (Autor: Felix Mertikat, Benjamin Schreuder)
 
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JAKOB von Felix Mertikat, Benjamin Schreuder

Reihe: JAKOB

Rezension von Olaf Kieser

 

Rezension:

Als der kleine Jakob eines Morgens erwacht, teilen ihm fremde Menschen schier unglaubliches mit. Seine geliebte Mutter „habe ihn verlassen“ und sei auf „eine lange Reise“ gegangen. Er könne ihr aber angeblich nicht folgen. Angeblich könne er ihr nicht folgen und außerdem wisse niemand wo der Ort ist, zu dem die Mutter aufgebrochen sei. Jakob mag sich jedoch damit nicht abfinden und macht sich auf den Weg. Wenn die Menschen ihm nicht helfen können, dann vielleicht die Raben. Doch auch die verweigern dem Jungen eine Auskunft. Doch Jakob gibt nicht auf und sucht weiter nach der geliebten Mutter. Auf seiner Wanderung durch die Welt trifft er auf viele merkwürdige Gestalten wie einen Schildkrötenjungen und einen sprechenden Fuchs. Mancher will den Jungen zum Bleiben überreden oder ihn von der Sinnlosigkeit seiner Suche überzeugen. Bei keinem bleibt Jakob lange, denn er hält unverrückbar daran fest, seine Mutter wiederzufinden. Er ist bereit alles zu geben und jeden Preis zu zahlen.

 

Für ihr Comic-Debüt Jakob haben Felix Mertikat (Story und Zeichnungen) und Benjamin Schreuder auf der diesjährigen Frankfurter Buchmesse gleich den Nachwuchs-Sondermann erhalten. Und das durchaus mit Recht! Die Geschichte des kleinen Jakob auf der hingebungsvollen Suche nach seiner Mutter ist immer wieder berührend und phantasievoll erzählt. Auch ist die Geschichte märchenhaft in Szene gesetzt worden und weist einen oft kreativen Seitenaufbau auf. Für den Comic wurden Bleistift- und Aquarellzeichnungen verwendet, deshalb wirken die Zeichnungen hell und lichtdurchflutet. Dadurch erhält Jakob einen ungewöhnliche aber faszinierende Optik. Am Ende des Bandes findet man noch ein paar Seiten mit Skizzen und Entwürfen. Hier gewährt Mertikat, der schon Illustrator für Rollenspiele wie DSA, Shadowrun und Call of Cthullu war, an ausgewählten Beispielen Einblick in den Entstehungsprozess von Jakob. Das ist nicht nur für angehende Comic-Künstler von Interesse.

 

Allerdings sollte man sich trotz der hellen Zeichnungen klar sein, dass Jakob keine leicht verdauliche Kost ist. Die Geschichte hat einen elegischen, ja manchmal fast morbiden Ton. Verlust, Einsamkeit, Tod und Vergänglichkeit sind immer wiederkehrende Themen der Handlung. Doch der Comic ist auch kein deprimierender Runterzieher, denn Liebe, Freundschaft und Erlösung sind ebenso wichtige Elemente der Geschichte. Das regt zum Nachdenken über Leben und Tod an und darüber, was das Leben ausmacht. Man kann etwa durchaus geteilter Meinung darüber sein, ob Jakob tatsächlich immer die richtige Entscheidung trifft.

 

Fazit:

Jakob ist das preisgekrönte Comic-Debüt von Felix Mertikat und Benjamin Schreuder. Darin wird die hingebungsvolle Suche des kleinen Jakob nach seiner Mutter beschrieben. Obwohl die Geschichte einen deutlichen elegischen Grundton hat wird sie doch nie völlig deprimierend, denn Tod und Vergänglichkeit stehen Liebe und Freundschaft gegenüber. Da der Comic außerdem auch ansprechend gezeichnet ist, ist Jakob ein absolut lesenswerter Comic mit Tiefgang.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240222050334ebbe6dc2
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MEDIUM: Comic

JAKOB

Autoren: Felix Mertikat, Benjamin Schreuder

Zeichner: Felix Mertikat

Cross Cult, Mai 2010

Hardcover, 64 Seiten

ISBN-10: 3941248820

ISBN-13: 978-3941248823

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 19.09.2010, zuletzt aktualisiert: 31.12.2023 11:30, 10997