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Kamikaze (Neue Edition Bd. 2)

Rezension von Martina Klein

 

Die Manga-Reihe „Kamikaze“ ist ursprünglich 2001 bei Panini erschienen und inzwischen bereits vergriffen. Da sie jedoch offensichtlich so beliebt war und ist, dass die Nachfrage bis heute nicht nachgelassen hat, wurde sie jetzt überarbeitet und als „Neue Edition“ wieder aufgelegt.

 

Mir hat dieser Manga (also genau genommen der 2. Band dieser Reihe) – ehrlich gesagt – gar nicht so gut gefallen: Die Zeichnungen sind zum Teil wirklich außerordentlich blutrünstig (zum Glück gilt die altbekannte Tatsache, dass Mangablut schwarz ist, sonst wär’s teilweise echt jenseits der Grenze...) und die Geschichte ist sehr kompliziert und fast undurchschaubar: sehr viele Personen, die z.T. ohne „lästige“ Erklärungen eingeführt werden (ich hätte mir wenigstens ein kleines „Who’s Who“ gewünscht...), sehr komplexe Hintergrund-Geschichte, die auch nur teilweise und nebenbei erklärt wird, sehr komplexe „Mythologie“, die die Grundlage der Handlung bildet... Alles in allem nicht so einfach zu verstehen... Hier ein kurzer Versuch einer Zusammenfassung:

 

Also: Es geht um die fünf Elemente „Himmel“, „Erde“, „Wind“, „Feuer“ und „Wasser“, die in der uns bekannten Welt durch fünf Clans vertreten sind, die wiederum z.T. untereinander verfeindet sind („Himmel“, „Feuer“ und „Wind“ gegen „Erde“ und „Wasser“...). Außerdem haben alle einen gemeinsamen Gegner in Form der „88 Dämonen“ (das Böse in Person...). Diese werden in Schach gehalten durch die fünf Tore der fünf Elemente. Um die Kraft dieser Tore zu vernichten, müssen sie mit dem Blut der Clansangehörigen, die sie bewachen, in Berührung kommen. Das geschieht in diesem Band dann auch: Kamuro Ishigami, der „Herr der Erde“, ist der Unglücksselige, dessen Blut das Unheil in Gang und die 88 Dämonen frei setzt...

 

In diesem Band geht es – jedenfalls laut Klappentext – schließlich um Folgendes:

 

„Die 88 Dämonen kehren aus ihrem Exil zurück mit der Absicht, die Welt in eine neue Ära des Chaos und der Furcht zu stürzen. Die fünf Sippen der Abtrünnigen bereiten sich auf das prophezeite, schreckliche Ereignis vor. Misao Mikogami, die Frau des Wassers, wurde von den Kriegern des Feuers entführt. Kamuro Ishigami, Beniguma und Keiko Mase sind auf der Suche nach ihr. Werden sie Misao finden und retten?“

 

Das Buch steigt relativ unvermittelt und ohne Zusammenfassung dessen, was bisher geschah, in die Handlung ein. Es ist unterteilt in mehrere Kapitel mit z.T. sehr pathetischen und vielversprechenden Titeln wie z.B. „Sprung im Herzen“. Die Story allerdings ist ziemlich zähflüssig und wird sehr kalt und emotionslos erzählt. Man wird sozusagen nicht richtig „warm“ mit den einzelnen Charakteren, bleibt eher der Beobachter von außen und fiebert nicht wirklich mit.

 

Auffällig ist, das sämtliche Rezensionen, die ich bei Amazon.de zu dem Buch und der Reihe gefunden habe, eher versuchen, die Story zu erklären als zu beurteilen. Als Grund vermute ich, dass wohl alle Leser irgendwie das Gefühl hatten, dass man es wirklich nicht ohne Erklärung verstehen kann...

 

Als Einstieg in diesen Band dient wieder der Klassiker, der mir schon öfter in der Manga-Welt begegnet ist: Die Handlung beginnt in einer Schule im modernen Tokyo. Die Hauptfiguren sind noch Schüler. Es gab einen Bombenanschlag in ihrer Schule, bei dem besagte Misao (die erst im Verlauf der Geschichte erfährt, dass sie kein normales Waisenkind, nicht einmal ein normaler Mensch ist, sondern die „Frau des Wassers“...) verschwunden ist. Wahrscheinlich sind Tote in der Schule ein fester Bestandteil der Gewaltphantasien moderner Jugendlicher, die befriedigt werden müssen...

 

Aber ich will nicht ungerecht sein: Wenn es so beliebt ist, dass es eine Neuauflage gibt, muss ja irgendwas dran sein, gilt das Werk von Satoshi Shiki doch sogar als „Fantasy-Meisterwerk“!

 

Zumindest der Zeichenstil ist wirklich sehr imposant (mir wie oben gesagt manchmal sogar etwas zu realistisch... Muss man tatsächlich wissen, wie es genau aussieht, wenn jemandem das Gehirn aus dem Kopf quillt...?). Die Seitenaufteilung ist teilweise außerordentlich gelungen. (Die Seitenaufteilung ist etwas, das bei Comics sonst oft vernachlässigt wird. Dabei ist sie entscheidend für den Gesamteindruck!) Und die Figuren sind äußerst phantasievoll und detailgenau gezeichnet. Teilweise hat die Darstellung fast etwas Filmisches.

 

Der Manga bietet mit 264 Seiten bei einem Preis von 10,00 € ein gutes „Preis-Leistungs-Verhältnis“. Man liest auch eine ganze Weile daran.

 

Fazit:

 

Für Zartbesaitete und Kinder äußerst ungeeignet. Für eingefleischte Fans des Genres jedoch sicherlich ein „Muss“.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Kamikaze (Neue Edition Bd. 2)

Autor & Zeichner: Satoshi Shiki

Verlag: Panini

Format: Broschiert, Softcover

Sprache: Deutsch

Seitenzahl: 264

ISBN-Code: 386607106X

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 12.05.2006, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40