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Kampf der Kobolde

Filmkritik von Christel Scheja

 

Um die Jahrtausendwende schuf die amerikanische Firma Hallmark im Zuge der Fantasy-Welle mehrere Miniserien mit phantastischen Inhalt, zu denen auch “Kampf der Kobolde” gehört. Der Zweiteiler verbindet Motive aus “Romeo und Julia” mit der irischen Sagenwelt und fügt zugleich auch noch aktuelle Themen mit ein. Heraus kommt ein kunterbuntes Märchen in leuchtenden Farmen und all den liebenswerten Klischees, die vor allem die Kinder aus dem englischen Sprachraum kennen dürften.

 

Jack Wood, ein amerikanischer Geschäftsmann, kommt in das kleine verschlafene irische Städtchen Carrick und mietet sich dort ein Haus, um Urlaub zu machen und sich von seinem stressigen Alltag zu erholen. Das ist zumindest der Grund, den er offiziell nennt , denn tatsächlich hat er von seiner Firma aus auch noch einen anderen Auftrag.

Vielleicht eignet sich ja gerade diese Gegend für ein Feriendomizil, das Superreiche anzieht. Allerdings würde das dann auch das Ende der beschaulichen Landschaft und ihrer eigenwilligen Bewohner bedeuten.

Bei einem ersten Streifzug durch die Umgebung bekommt er Ärger mit einer Einheimischen, denn Kathleen Fitzpatrick findet es gar nicht lustig beim Nacktbaden beobachtet zu werden. Jack allerdings ist seltsam berührt und beschließt die Schönheit in den kommenden Tagen näher kennen zu lernen.

Doch bis es so weit ist, unterschätzt er den irischen Whiskey und rettet auch noch dem irischen Kobold Seamus Muldoon das Leben. Der führt ihn zum Dank in die geheime Welt ein, die nur wenige Menschen schauen dürfen.

Anfangs ist es nicht einfach für Jack, zu akzeptieren, dass es magische Wesen gibt, die mit ihm in dem Cottage leben und ansonsten ein recht abenteuerliches Leben führen. Vor allem Mickey, der Sohn der Muldoons und seine Freunde haben es darauf angelegt, Streiche zu spielen.

Immer wieder geraten sie dabei auch mit den Schlossfeen aneinander, die sich in erster Linie um die Natur kümmern und nicht viel von den Kobolden halten, die munter in den Tag hinein leben. Einige von ihnen lassen die Kobolde den Dünkel genau spüren.

Allerdings hat die „Große Banshee“ verboten, dass sich Kobolde und Feen bekriegen, so dass es zunächst nur bei kleineren Reibereien führt.

Die Sache eskaliert allerdings, als sich Mickey und seine Freunde in das Schloss schleichen und sich der junge Mann unsterblich in Jessica, die einzige Tochter des Königs verliebt. Es kommt, wie es kommen muss. Ein Wort folgt dem anderen und die Reibereien enden in einem Kampf, bei dem erste Feen und Kobolde ihr Leben verlieren. Es kommt zu einem erbitterten Krieg, der auch für die Menschen spürbar wird.

Jack, der inzwischen mit Kathleen ausgesöhnt und auch mit deren Brüdern Frieden geschlossen hat, erkennt, dass er einschreiten muss, ehe noch viel mehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Denn inzwischen hat er durch die Kobolde gelernt, dass es weit mehr gibt als Profit und Arbeit – und die Schönheit des Lebens auch in einfachen Dingen zu finden ist.

Doch hat er wirklich die Macht, einzuschreiten.

 

„Kampf der Kobolde“ ist ein Wohlfühlmärchen. Es geht nicht darum, dass die irischen Sagengestalten korrekt wieder gegeben oder eine tiefgründige Botschaft vermittelt wird. Die ca. drei Stunden Film wollen eigentlich nur eines – drei Stunden mit hübschen Bildern und einer netten kleinen Geschichte unterhalten.

Dabei werden munter Klischees bedient, sei es nun, dass die Kobolde oder Leprachauns in Kleidung herumlaufen, die man in den Kinderbuchillustrationen des 19. Jahrhunderts findet, nichts gegen geistige Getränke haben und nur vordergründig Tagenichtse sind. Sie haben das Herz am rechten Fleck und streben nicht unbedingt nach höherem.

Anders die Schlossfeen, die nicht nur in einem magischen Schloss in den Wolken leben, sondern auch die Nase entsprechend hoch tragen und auf ihre erdgebundenen Cousins herabblicken. So ist die Liebe zwischen dem jungen Muldoon und der Prinzessin der Feen natürlich ein Affront, den die Schlossbewohner nicht dulden können und wollen – auch das ein Klischee, das immer wieder funktioniert.

Etwas irritierend ist Whoopie Goldberg als „Große Banshee“. Die Schreckensfee tritt hier eher als wachsame Mutter auf, die den eher kindlichen Kobolden und Feen wichtige Verhaltensregeln gibt mit auf den Weg gibt und durchaus bestraft, aber am Ende doch nicht so streng ist, wie sie anfangs tut.

Da niemandem wirklich etwas passiert und die Geschichte gut überschaubar ist, werden so auch schon Grundschuldkinder ihren Spaß an der netten Geschichte haben. Sie eignet sich gut für einen gemeinsamen Familiennachmittag in der Adventszeit, da die Geschichte mit einem romantischen und liebenswerten Happy End und einer warmherzigen Botschaft endet, die alle zufrieden stellen dürfte. Da der Zweiteiler in Irland gedreht wurde, kommt auch noch die richtige Stimmung auf, da man zudem die Landschaft bewundern kann.

Die Aufmachung der DVD ist angemessen. Bild und Ton in Ordnung. Jede Folge erhält eine eigene Silberscheibe, auf der ersten sind dann noch die üblichen Extras wie Interviews und ein Making-of zu finden, die noch einmal die Begeisterung für den Stoff vertiefen und einiges zu den Spezialeffekten verraten. Über deren Sinn kann man sich streiten – da sie nicht ganz so aussagekräftig sind wie vermutet.

 

Alles in allem ist die Special-Edition von „Kampf der Kobolde“ eine gelungene Wiederauflage des Films, wenn auch die Extras nicht ganz so üppig sind, wie erwartet. Aber wer einen hübschen, modernen und verspielten Märchenfilm für die Familie sucht, der voller Romantik, Humor und Abenteuer ist, wird mit dem Film nicht daneben liegen.

 

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DVD:

Kampf der Kobolde

The Magical Legend of the Leprechauns, USA/GB/D 1999/2000

Regisseur(e): John Henderson

Komponist: Richard Harvey

Format: Dolby, PAL, Special Edition, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1

Anzahl Disks: 2

FSK: Freigegeben ab 6 Jahren

Studio: Koch Media GmbH - DVD

Erscheinungstermin: 7. Oktober 2011

Produktionsjahr: 2000

Spieldauer: 172 Minuten

 

ASIN: B005CFXYCY

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

Randy Quaid

Whoopi Goldberg

Roger Daltrey

Colm Meaney

Kieran Culkin

Orla Brady

Zoe Wanamaker

Frank Finlay

 

Weitere Infos:

Es wurde ein Pressemuster rezensiert. Daher können leider keine Aussagen über das Cover, Bonusmaterial, Bild- und Soundqualität gemacht werden.


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Erstellt: 30.11.2011, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56